Lenas Alltag mit der Essstörung ARFID – mehr als nur wählerisch beim Essen

Shownotes

In dieser Episode spricht Lena gemeinsam mit Psychologin Colin offen darüber, wie es ist, mit ARFID aufzuwachsen. Bei ARFID ist die Nahrungsaufnahme der Betroffenen stark eingeschränkt, ohne dass es dabei um das eigene Körperbild oder den Wunsch nach Gewichtsabnahme geht.

Schon als Kind hatte Lena kein richtiges Hungergefühl, heute sind es vor allem sensorische Empfindlichkeiten, die das Essen für sie zur Herausforderung machen. Dabei ist ARFID mehr als „picky eating“ und auch keine Phase, aus der man einfach herauswächst. Die beiden sprechen darüber, welche unterschiedlichen Formen von ARFID es gibt und warum die Essstörung unter anderem gemeinsam mit Neurodivergenzen wie AD(H)S auftreten kann.

Wie kann das Umfeld Betroffene von ARFID unterstützen? Lena gibt persönliche Einblicke und teilt Strategien, die ihr heute helfen, neue Lebensmittel auszuprobieren. Dabei zeigt sich: Kleine Schritte können mehr bewirken als Druck und Zwang – und Verständnis für die individuellen Bedürfnisse von Betroffenen ist besonders wichtig.

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Die nächste Episode erscheint in zwei Wochen.

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Transkript anzeigen

00:00:08: Willkommen bei deinem Podcast, es braucht das ganze Dorf.

00:00:10: Hier sprechen jugendliche Alltagsexpertinnen und Experten mit Profis aus der Wissenschaft ehrlich und authentisch über mentale Gesundheit und alles was dazugehört.

00:00:19: Du bist nicht allein denn manchmal braucht es ein ganzes Dorf um den Weg zu finden.

00:00:23: Schön dass du Teil des Dorfes bist.

00:00:32: In diesem Podcast sprechen wir offen über Themen rund um mentale Gesundheit, die für einige emotional herausfordernd sein können.

00:00:39: Wenn du denkst, dass das für dich der Fall sein könnte, empfehlen wir, die Episode nicht allein zu hören.

00:00:44: In der Beschreibung findest du hilfreiche Angebote und Ressourcen, die dir Unterstützung bieten können.

00:00:54: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Tumuni-Podcast!

00:00:58: Ich bin Lena, zweiundzwanzig Jahre alt und ich spreche heute mit Kulinn über das Thema Aphid.

00:01:04: Hallo, Kulinnn!

00:01:05: Hi Lena!

00:01:06: Voll cool, ich bin gespannt weil ich glaube es ein Thema von dem man gar nicht so oft hört.

00:01:10: Und ich glaube, ich lerne heute auch eine ganze Menge.

00:01:11: Das will ich hoffen?

00:01:12: Ja genau!

00:01:13: Also ARFIT ist ne Essstörung von der ich selbst auch betroffen bin und darüber erzähle ich heute ein bisschen was meine Erfahrungen damit sind und Kulinen gibt noch mal die wissenschaftliche Perspektive quasi dazu.

00:01:25: Magst du dich nochmal kurz vorstellen?

00:01:27: Hallo ihr Lieben freut mich!

00:01:28: Kuline hat es schon gehört, mittlerweile nirgunddreißig Psychologin von Hause aus.

00:01:32: Genau und Lena hat's gerade schon gesagt Ich bin eigentlich immer dafür da einmal um tolles Gespräch zu haben und ich schau immer rein dass wir vielleicht ein paar Zahlen haben schmeißen können.

00:01:40: oder was sagt die Wissenschaft, wie fühlt sich es an?

00:01:43: Ich glaube das ist heute vor allem ganz interessant weil Arvid noch relativ jung ist also im Sprech der Wissenschaft und ich glaube da ändert sich auch eine ganze Menge.

00:01:51: Ich glaube wir werden heute auch ein zwei Mal darauf eingehen dass vielleicht die Lebensrealität da doch ne andere ist als es auf dem Papier aussieht zum Teil

00:01:58: Genau.

00:01:59: Also, als Affid überhaupt so ein offizielles Diagnose-Ding wurde ... war ich schon zehn Jahre alt.

00:02:05: Ich hab meine Kindheit eigentlich verbracht mit einer Essstörung für die es keinen Namen gab.

00:02:09: So richtig und genau was mit Affid auf sich hat, kannst du vielleicht erst mal aus wissenschaftlicher Perspektive mal kurz erklären, dass dahinter steht?

00:02:17: Genau klar gerne!

00:02:18: Also tatsächlich erstmal, was Lina gesagt hat ist komplett richtig, haben wir ja schon paar Mal an dem Podcast darüber geredet.

00:02:22: Es gibt sogenannte Diagnosemannuale.

00:02:24: das ist halt quasi der große Almanach, wo man nachschlägt.

00:02:28: Ah!

00:02:29: Was ist das für eine Erkrankung?

00:02:30: Wie heißt das?

00:02:31: Welche Abrechnungszahl hat da?

00:02:32: Das müssen wir ganz klar sagen.

00:02:33: Da geht es einfach viel um Abrechnungen gerade im Krankenkassensystem.

00:02:35: und tatsächlich in dem sogenannten DSM-Fünf ist es tatsächlich erst seit Jahrzehntausenddreizehn.

00:02:41: Das waren aber trotzdem die Pioniere unter dem anderen großen Manualem ICD-Elf.

00:02:45: Ist es auch erst seit Zwei-Tonzwanzig.

00:02:47: also das is wirklich vergleichsweise jung.

00:02:49: weil ihr jetzt vielleicht denkt häh... ...Sehrtausenddreizehn ist doch auch schon voll lang her.

00:02:52: Ja ne also Wissenschaft malt langsam Genau Deswegen richtig, richtig frisch noch.

00:02:58: Und ja wir sagen die ganze Zeit ARFIT aber so ein kleiner knackiger Name ist es eigentlich gar nicht.

00:03:03: Ist halt ein Akronym aus dem Englischen und heißt avoidant restrictive food intake disorder oder noch unschöner im Deutschen finde ich vermeidend.

00:03:11: restriktive Essstörung oder manchmal auch Futter- oder Fütterungsstörungen klingt noch schlimmer irgendwie deswegen ARF.

00:03:17: it ist eigentlich ganz nice finde ich so als Bezeichnung oder?

00:03:20: Ja

00:03:21: Genau.

00:03:22: Ich kenne den Begriff ARFIT auch jetzt eigentlich.

00:03:24: erst seit einem Jahr vorher, hatte ich so andere Begriffe, die ich kennengelernt habe.

00:03:28: Erst mal hatte ich den Begriffsnahrungsmittel mit Neophobie gehört danach irgendwann selektive Essstörung genau und jetzt bin ich irgendwie von dem Jahr oder sowas glaube ich ungefähr auf den Begreif ARFID dann gestoßen.

00:03:38: tatsächlich und das hat mir nochmal einfach auch einige Türen aufgemacht

00:03:42: an

00:03:42: Zugang zu Materialien und Ressourcen usw.

00:03:46: um selber mehr zu verstehen was da hintersteckt hinter meinem S-Verhalten.

00:03:52: Wenn man den richtigen Namen nicht hat, findet man ihm vielleicht auch gar nicht die öffentlich zugänglichen Informationen dazu oder nicht die richtigen Gleichgesinnten.

00:03:59: Wenn man sagt, ah, wenn wir in der einen Ecke suchen, dann findet man vielleicht irgendwelche Menschen, die darüber reden und man denkt so okay nur zwei Leute im ganzen Internet?

00:04:06: Und plötzlich kriegt man diesen neuen Begriff und so oh mein Gott da sind viel mehr.

00:04:10: Ja also Alleinstand der Begriff Nachungsmittelniophobie was ist der erste Begriff auf den ich gestoßen bin war für mich total hilfreich.

00:04:18: das überhaupt.

00:04:19: Man wusste, das ist ein Actual-Ding.

00:04:21: Das hat einen Namen und ich glaube, ich war vierzehn Jahre alt als ich zum ersten Mal auf die Idee kam, meine Symptome zu googeln quasi und dann mir dieses Wort ausgespuckt wurde.

00:04:28: Und davor dachte ich halt einfach wirklich, ich bin der einzige Mensch auf diesem Planeten, der dieses Essverhalten hat.

00:04:33: Ja!

00:04:33: Und

00:04:33: das ist wieder so den Punkt, an dem wir schon voll oft in unserem Podcast waren, egal was ihr denkt... ...und es klingt immer so gemein aber you're not that special will

00:04:39: heißen,

00:04:40: ihr seid wirklich nicht die einzigen.

00:04:41: Egal wenn ihr denkt oh mein Gott, so seltsam, so anders ist keiner auf diesen Planeten.

00:04:45: doch und das ist eigentlich für mich aber eine ganz gute Erkenntnis dass man das einzige Blümchen ist.

00:04:50: Ja, voll!

00:04:51: Das hat mir auch sehr gut getan dann zu merken so okay es ist ein echtes Ding und dann kann ich's selber mehr ernst nehmen oder genau vielleicht habe ich auch mehr Mut dann irgendwie Sachen einzufordern oder sowas dass sich in meinen Bedürfnissen orientiert wird oder so.

00:05:05: Total

00:05:06: wenn die auch richtig.

00:05:07: Magst du vielleicht noch mal genauer reingehen was Das ist jetzt, wofür dieses Ankronymen steht.

00:05:12: Also avoidant restrictive food intake das Order meintest du schon?

00:05:15: Aber was sind so diese Symptome quasi von ARFID?

00:05:17: Wenn

00:05:18: man es so ganz trocken nachschlägt dann findet man eben tatsächlich, dass es eine deutliche Einschränkung der Nahrungsaufnahme und wichtig eben... Und da können wir dann diskutieren später drüber.

00:05:26: Ohne ein verzerrtes Körperbild zu haben und ohne eine übermäßige Beschäftigung mit dem Körperbild, das ist glaube ich immer sehr wichtig gerade zur Abgrenzung zu so Ersteuerungen wie Bulimie oder Anorexie.

00:05:35: Habt ihr bestimmt schon mal gehört?

00:05:36: Da ist eben das Körperbild sehr, sehr wichtig!

00:05:38: Und auch die verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers.

00:05:41: in der Regel – und ihr seht es schon, ich bin ganz vorsichtig – stellt man bei den meisten Menschen mit Afet fest dass das eben nicht der Fall ist.

00:05:48: Auch hier gibt es Studien, die vielleicht auch in die andere Richtung hinweisen.

00:05:51: aber es geht ihnen um diese vermeidende Nahrungsaufgaben Und da ist auch ganz wichtig, dass zum Beispiel jetzt abzugrenzen.

00:05:57: von so Sachen wie mäkelig sein oder picky eating habt ihr vielleicht schon mal gehört.

00:06:01: Sondern es geht hier nicht darum das man vielleicht sagt ach ich ess zwar Käse aber ich mag nur den mit den Löchern sondern Das ist dann schon eine so starke Einschränkung Dass sich das zb auch körperlich auswirkt also dass man bis in die Mangel Ernährung reinrutscht bis ins Untergewicht rein rutscht.

00:06:16: Ganz harte Fälle können so stark sein dass man auf externen Ernährungen angewiesen ist wie ne Magensonde zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel, um den Grundbedarf zu decken.

00:06:25: Auch da, das waren glaube ich früher die harten Kriterien.

00:06:27: mittlerweile sieht man auch die psychosozialen Folgeerscheinungen weil ihr könnt euch vorstellen wenn ihr vielleicht nur zehn... Wenn wir gleich darauf wissen noch zur klären Safe-Foods habt und ihr seid ja bei der Schule oder in der Kantine oder auf Klassenfahrt dann wird es ganz schön schwierig mit so zehn Nahrungsmitteln die man sicher essen kann umzugehen.

00:06:44: Das schränkt einen ein.

00:06:45: Die anderen Kinder lachen oder sagen ist doch gar nicht so schlimm Dann ist doch das auch.

00:06:49: Also das kannst eben auch als.

00:06:52: Ich glaube, hier ist wichtig, dass man das nicht einfach nur denkt.

00:06:54: Das Kind ist wählerisch!

00:06:55: Sondern es geht wirklich darum... Nicht das Kind isst drei Sachen nicht sondern das Kind ist vielleicht nur drei Sachen und da ist auf jeden Fall so ein quantitativer Unterschied in ich extrem finde.

00:07:04: aber ich habe auch höher das nicht gekannt und dachte okay wie schlimm kann sein?

00:07:08: Aber jetzt wo ich aus sowohl Betroffenen was gehört hab dann reden wir halt wirklich von zehn Essen die ich essen kann oder so.

00:07:13: Das ist schon echt eine Einschränkung.

00:07:15: Wie stark es bei dir eingeschränkt ist?

00:07:17: Ich

00:07:17: würde sagen, an warmen Gerichten essen ich

00:07:20: Nudeln

00:07:21: mit entweder Pesto oder Tomatensauce.

00:07:24: Ich esse Pizza Margarita als Krebs mit verschiedenen Sachen oder Waffeln und so.

00:07:29: Aber an warmem Gericht war's das eigentlich.

00:07:33: Kann ich zum Glück viel Obst essen, das ist untypisch für Affid.

00:07:37: Weil viele Betroffene von Affid können dann eher Sachen essen die immer genau gleich schmecken.

00:07:43: Die halt eher verpacktes Essen was nach so einem ganz speziellen Rezept wo sie genau wissen was sie erwartet und einen Apfel der schmeckt ja jedes mal vielleicht ein bisschen anders oder hat vielleicht schon eine Delle oder hatten unterschiedlichen Reifegrad oder keine Ahnung was.

00:07:57: Genau aber da kann ich zum glück ziemlich viel essen.

00:08:00: Gemüse gibt es kaum Sachen die ich essen kann Und ansonsten kann ich halt so Brot und Aufstriche oder ein paar Milchprodukte oder sowas essen.

00:08:08: Ja, das ist aber auch schon besser als bei manchen anderen Menschen mit ARFIT.

00:08:13: Genau es gibt auch Leute die sind dann noch deutlich eingeschränkter quasi in dem was für sie... an Essen geht.

00:08:19: Aber

00:08:19: stelle ich direkt mal die Frage, weil jetzt denken vielleicht Leute, oh ja, kann nur du mit Tomaten so eine Pesto?

00:08:23: Das kann ja auch die Gasse sein essen.

00:08:24: Wählte für mich die Frage jedes Pesto, jede Tomatensauce?

00:08:27: oder machst du auch da, dann verstehe das sagst du okay es muss ne bestimmte Marke sein.

00:08:30: oder ist keine Ahnung es muss rotes Pesto grünes Pestro.

00:08:33: also Gibt's da noch mal Unterschied?

00:08:35: Das geht dann, solange das so aussieht wie ich mir das vorstelle passt.

00:08:38: Also inzwischen würde ich sagen ist es schon relativ unabhängig zum Beispiel von der Marke dass ich sogar rotes als auch grünes pesto esse.

00:08:45: jetzt kind habe ich zb grünes pesto relativ un abhängig von der marke gegessen aber rotes pesto nur von einer bestimmten marke und anderes rotes pasto ging gar nicht.

00:08:52: oder pizza hab ich nur in dieser einen einzigen pizzeria gegessen und in keinen anderen orten zum beispiel.

00:08:58: aber das würd ich sagen hat sich auch im lauf meines lebens ein bisschen weiterentwickelt.

00:09:03: Soße esse ich auch erst seit zweieinhalb Jahren oder so.

00:09:05: Das kannst du dir vielleicht vorstellen, dass es ein ziemlicher Gamechanger für mich war, wenn ich so zehnmal die Woche Nudeln esse nicht nur Pesto dazu essen zu können sondern auch mal diese Abwechslung von Tomatensauce zu haben.

00:09:16: Okay

00:09:16: krass!

00:09:17: Das heißt aber dann auch Plain-Tomatensoße?

00:09:19: Dann sagst du ne da kann ich da auch was reinhauen irgendwie kleine Stückchen oder so?

00:09:23: Oder sagst Du nee nee das muss doch schon plain...

00:09:25: Nee also Stückchen finde ich bei Tomatensaße ganz schlimm.

00:09:29: Also das stresst mich.

00:09:30: Das

00:09:31: finde ich schon wichtig.

00:09:32: Wenn Leute hören Tomatensauce, denken die so, hast du eine Riesenpalette?

00:09:36: Ja,

00:09:37: wenn da jetzt irgendwelches Gemüse drin ist oder so was ... Weil Leute denken ach ne Tomaten-Sauce!

00:09:41: Da kann ich noch Paprika und Zucchini und keine Ahnung, was rein tun.

00:09:44: das wäre dann auch schon wieder schwierig.

00:09:45: Genau also wir haben ganz viel den Begriff Safe Food verwendet.

00:09:48: vielleicht einmal das nochmal erklären dass es ein sicheres Essen quasi auf Deutsch übersetzt.

00:09:54: das bedeutet das sind in Essen ziemlich normal und stressfrei.

00:09:58: Und auch in gesellschaftlichen normal angesehenen Mengen oder so was konsumieren kann, wie die meisten Menschen ohne Essstörung es auch konsumierend würden.

00:10:07: Diese Reihe von Safe Foods ist bei Menschen unterschiedlich groß.

00:10:11: Ich hab ja schon vorhin gesagt, was für mich so Safe Foods sind.

00:10:14: Das kann eben halt von verschiedenen Sachen abhängen auf was ein Safe Food ist.

00:10:18: Es kann von der Verpackung abhängigen.

00:10:20: Wenn sich das Verpackungsdesign ändert, kann es sein dass Menschen mit ARFIT sich nicht mehr sicher fühlen weiter zu essen oder so.

00:10:26: Obwohl es nur eine

00:10:28: Designentscheidung ist und keine Rezepturänderungen ist, das jetzt bei mir glaube ich nicht so ein Ding.

00:10:33: aber... gibt es auf jeden Fall Betroffene, bei denen das so ist.

00:10:36: Oder wenn die Anrichtung auf dem Teller irgendwie anders ist... Also dass irgendwie das Bedürfnis ist, dass bestimmte Essenskomponenten getrennt voneinander und nicht vermischt miteinander sind oder sowas zum Beispiel.

00:10:45: Die Temperatur vom Essen kann einen Unterschied machen, dass wenn's warm ist oder wenns kalt ist oder wie auch immer das dann nicht geht.

00:10:50: Oder die Reife von einem Obst oder der Kochgrad von den Nudeln oder wie ja auch immer kann ein Unterschied machen.

00:10:56: Die Farbe kann ein unterschied machen.

00:10:57: also bei Smarties wo du sagen würdest ich schmecken eigentlich alle gleich?

00:11:01: Kann es sein, dass Menschen mit Affe sagen, Ich weiß nicht, aber die roten.

00:11:05: Das geht gerne auf.

00:11:07: Wir hatten eben schon die Konsistenz natürlich, ob das Stückchen drin sind oder ob im Orangen-Soft Fruchtfleisch drin ist oder so was ... Oder halt dann sowas wie die Marke, also dass da eine genaue Rezepturänderung, die die meisten Menschen gar nicht rausschmecken würden wo ne Person nur dafür sagt, das ist jetzt anders, das kann ich nicht mehr essen oder so.

00:11:22: Ich find es halt spannend weil wenn du das alles auflistest denke ich in meinem Kopf so ja, ja, kann ich daran verziehen?

00:11:28: Aber der Unterschied glaube ich einfach in der Heftigkeit.

00:11:31: Weil ich glaub alle Sachen Konsistenzen zum Beispiel sind ein Thema, ich kenn voll viele Menschen Pilz ist ja oft so ein Thema.

00:11:35: Geht nicht und viele sagen liegt nicht am Geschmack, liegt an der Konsistenz.

00:11:38: oder mozzarella weiß ich so viel im Problem mit der konsistenz Oder wo du gemeint hast bei der Temperatur.

00:11:43: Ich bin zum Beispiel mit Ja ich weiß immer schockierend!

00:11:45: Ich mag keine Schokolade oder ich finde Schokolad komplett überbewertet Wenn dann kalt weil ich finde warme Schokoladen Außer, sie ist flüssig.

00:11:51: Und da hat man auch so seine Eigenheiten.

00:11:54: Aber ich glaub ganz Wichtiges zu verstehen, dass es damit nicht der gleiche Wertigkeit hat.

00:12:00: Weil auch wenn du Zählfut sagst ... Ich hab Essen, wenn's mir so richtig scheiße geht und alles kacke ist und ich weiß gar nix mehr, dann gibt's Lieblingsessen wo ich sage okay das geht immer, das macht mich jetzt glücklich.

00:12:11: aber das heißt halt nicht, dass das das Einzige ist was ich essen kann sondern das hebt quasi meine Laune über das normale drüber und es ist quasi wie so ein Goodie.

00:12:18: Und ich glaube Safe Foods könnt ihr halt vorstellen, ist dann wirklich so.

00:12:20: da geht's halt wirklich darum dass oder nichts Ja.

00:12:23: Nicht einfach, das tut mir heute gut und ich hab ein Lieblingsessen, sondern ... dann geh ich hungrig ins Bett oder es hat gar nicht.

00:12:29: Voll!

00:12:30: Das ist voll die wichtige Differenzierung zwischen Picky-eating und Auffit, dass eine Person, die ein Picky eater isst, zwar ist vielleicht stressiger findet, Essen zu haben was bestimmte Bedürfnisse in einen Konsistenz oder ähnlichem halt nicht erfüllt aber sie würden's trotzdem essen wenns keine Alternative gibt.

00:12:48: Eine Person mit Auffid würde nichts essen.

00:12:51: also die Die Person mit Afeld könnte sich nicht dazu durchringen, eine komplette Mahlzeit von einem Essen zu essen, was kein Safefood ist.

00:12:57: Also sie kann es vielleicht schaffen irgendwie mal ein, zwei Bissen zu probieren oder sowas mit einer starken Überwindung aber jetzt in der Menge dass man von dem Essen satt werden würde.

00:13:07: das ist wenn das wirklich kein Safe-Food ist eigentlich nicht möglich.

00:13:10: so und so.

00:13:11: als Kind war das dann natürlich so dass irgendwie tausend Leute irgendwelche Tipps für meine Eltern hatten oder so und war so waren ja ihr dürft ihr nicht immer dann einfach dann quasi geben was sie will Dann lernt sie ja auch nicht, dann mal was anderes zu essen so.

00:13:24: Und irgendwann an einem Abend haben meine Eltern gedacht okay na gut wenn's das alle so raten probieren wird es einmal aus und sagen ihr du musst jetzt hier da irgendwie drei Wissen von diesen gekochten Karotten oder keine Ahnung was das war.

00:13:34: Essen danach darfst du deine Nudeln haben so.

00:13:36: Wie ist das ausgegangen?

00:13:38: Das ist so ausgegangen dass ich aufgehört hab mit ihnen zu reden und nichts abend gegessen habe und am nächsten Morgen waren sie dann irgendwann so.

00:13:44: das vielleicht nicht so eine smarte Idee.

00:13:46: Ich glaube wir lassen das

00:13:48: Aber es ist ein anspruchsvoll.

00:13:49: mein erster Gedanke weil ja auch, es kommen doch jetzt bestimmt die Hinweise.

00:13:52: Muss man das Kind halt mal in Anführungszeichen ... nicht verbünden?

00:13:55: Genau oder auch mal liebevoll zwingen und Drängel sagen, komm ne?

00:13:58: Oder nimm wie du's auch gesagt hast so.

00:14:00: Jetzt ist die Möhrchen dann gibt's danach auch dein Safe Food oder den Nachtisch.

00:14:04: Ja genau was das Thema Zwang mit Essen betrifft habe ich auch so eine Erinnerung von meiner Zeit im Kindergarten wo ich schon so von einem Kindergartenkindern vergleichsweise eins von den älteren Kindern war.

00:14:15: uns gaben Nudeln mit Spinat und ich wollte die Nudelen ohne alles essen und Kindergärtnerin hat das aber nicht akzeptiert, weil sie mich als in der Vorbildrolle für die jüngeren Kinder gesehen hat.

00:14:26: Und hat dann mir die Gabel aus der Hand gerissen, die in den Nudeln gesteckt, in den Spinat gesteckten, mit einem Mund gerammt.

00:14:31: Oh mein Gott!

00:14:32: Ihr seht meine Gesichtsausdruck nicht.

00:14:33: Das ist übrigens nur für die Einordnung Gewalt?

00:14:36: Ja also das würde ich sagen not do that oder keine gute Idee.

00:14:42: In

00:14:42: meinem Fall hatte es jetzt irgendwie nicht krasse Konsequenzen gehabt.

00:14:47: glaube Solche Negativ-Erfahrungen können grundsätzlich auch dazu führen, dass Menschen mit ARFIT Safe Foods verlieren.

00:14:54: Also Sachen die für sie vorher sicher waren zu essen auf einmal nicht mehr sichers sind weil sie in irgendeiner Situation eine schlechte Erfahrung damit dann

00:15:02: gemacht haben.

00:15:03: Also deinem konkreten Beispiel hätte es hat das jetzt nicht dazu führen können, dass du die Nudeln verlierst als Safe Food?

00:15:08: Ja.

00:15:08: Weil du diese

00:15:09: abhässige Erinnerung... Das wäre für mich richtig dramatisch

00:15:10: gewesen!

00:15:10: Genau und ich finde auch die Argumentation so blöd als Vorbild.

00:15:13: Na ja mein Gott, dann essen die Kinder halt alle nackte Nudel.

00:15:15: also... ist jetzt nicht so, dass davon das Abendland untergeht.

00:15:18: Ja

00:15:19: also zu dieser Vorbildfunktion hatte ich dann irgendwann als ich älter war.

00:15:25: im Jahr nach dem Abi habe ich einen Praktikum gemacht bei einem Kinderferienprogramm Und da war ich dann schon älter und hab gesagt, okay.

00:15:32: Ich kann das Catering-Essen an den meisten Tagen nicht essen, ich bringe mein eigenes Essen mit.

00:15:37: Es gab eine Teilnehmerin dritter Klasse, die an einem Tag gesagt hat, sie will das Essen nicht essen.

00:15:42: Sie hätte Essen von zu Hause mitgebracht, ob sie das essen könnte.

00:15:45: Meine Co-Team waren alle so nie ... Dann alle bekommen das gleiche Essen.

00:15:49: Wenn wir damit anfangen, wollen die anderen Kinder auch nicht mehr.

00:15:52: Gleichbehandlung von allen usw.

00:15:54: Ich habe dieses Kind gesehen, was irgendwie Tränen in den Augen hatte.

00:15:58: Ich hab mir so, geht's noch?

00:16:00: Und hab dann halt mit meinen Proteinen diskutiert und denen meine Lebensrealität irgendwie erklärt.

00:16:07: Und war so nie ... Lass dieses Kind bitte einfach seinen Essen essen, mit dem es sich sicher fühlt.

00:16:13: Und habt das dann auch durchgesetzt und das Kind konnte sein Essen so?

00:16:18: Was ist wahrscheinlich nicht geduft hätte, wenn ich da gewesen wäre?

00:16:21: Einfach weil ich halt in dem Moment achtzehn war und mich anders ausdrücken konnte als dieses sieben oder achtjährige Kind.

00:16:26: Und andere Worte vielleicht schon irgendwie dafür hatte.

00:16:29: Keine Ahnung ob das Kind jetzt aftet hat oder andere Themen so... Ist am Ende auch ein bisschen egal.

00:16:33: Ja komplett

00:16:34: egal.

00:16:35: hab auch kein einziges anderes Kind gesehen, was jetzt irgendwie deswegen das Catering-Essen nicht mehr essen wollte.

00:16:40: Also dieser Nacham-Effekt vor dem alle so riesige Angst zu scheinen haben existiert in meiner Erfahrung eigentlich nicht wirklich.

00:16:47: weil die Frage ist Was wollen wir Kindern eigentlich über Essen vermitteln?

00:16:51: Wollen wir

00:16:52: Kindern vermittelen dass alle Menschen in die gleiche Norm passen müssen und gezwungen werden und bestimmtes Essen immer essen zu müssen was halt gerade verfügbar ist.

00:17:02: oder wollen wir Kinder vermittelt dass Menschen unterschiedliche Lebensrealitäten haben und das nicht für alle das Gleiche okay oder machbar ist.

00:17:10: Und Menschen unterschiedlichen Bedürfnisse haben, und es normal und ok ist, dass Menschen diese unterschiedlichen bedürfnis erfüllt bekommen.

00:17:17: Das ist doch eigentlich das viel wertvollere was man Kindern mitgeben könnte.

00:17:19: Absolut!

00:17:20: Ich will jetzt auch nur eine Sache noch dazu sagen.

00:17:22: also absolut ich unterstreiche, das Kind muss da keinen Affen haben.

00:17:25: du weißt einfach nicht auf welchen Boden das fällt?

00:17:27: Da sind wir schon wieder bei Essstörungen weil dann eventuell das Kind lernt okay dann ess' ich halt nicht so durch zwingts mir rein ein Teller auf, dann esse ich halt über mein Hunger drüber.

00:17:35: Und ich finde es so schade weil du es ja sagst Essen sollte eigentlich im besten Fall was sehr schönes für jemanden sein, weil Energie zuvor und auch noch vielleicht ein leckerer Geschmack und wir vergämen's damit den Kindern und bringen die aus der Früh in eine Art Diätkultur rein.

00:17:48: und dann muss ich auch fragen Was ist denn dann der Nachahme-Effekt?

00:17:52: Also bevor ihr jetzt hier mal sagt, na komm auf so einer Freizeit du kannst halt nicht twenty fünf unterschiedliche Gerichte kochen.

00:17:56: Ja das stimmt!

00:17:57: Das ist also jeder der schonmal glaube ich organisatorisch und sowas gearbeitet hat es überfordert auch.

00:18:01: aber das ist ja auch der Unterschied den Du gerade genannt hast.

00:18:04: Entweder ich ermögliche den Kindern das dann Und natürlich finde ich kann man auch irgendwann einen Punkt kommen und sagen Du es tut mir jetzt leid wir haben heute nur das.

00:18:10: Ich kann dir vielleicht noch alternativ dass anbieten.

00:18:12: Aber das ist heute Essen für alle und ein Kind was sage ich jetzt mal keine Essstörung oder vermeidenes Verhalten hat wird dann halt sagen Na gut dein esse ich das halt.

00:18:19: Also das ist dann halt auch kein Thema, die versuchen's dann.

00:18:21: kurz noch eigentlich lieber eine Schokopudding essen.

00:18:23: Haben wir leider nicht mehr.

00:18:24: gut denn echt die Nudeln?

00:18:25: Also für ein Kind was davon nicht betroffen ist, dass es so einen kurzer Aufwand für den Kind was betroffen isst von welcher Geschichte auch immer macht es halt einen riesen Unterschied wie du es gerade erzählt hast.

00:18:34: also finde ich total wichtig wirklich Essen.

00:18:36: ja ich glaube da sind wir immer noch sehr geprägt auf einer Nachrichtsgeneration und ich weiß das hat seine Gründe.

00:18:41: aber lass doch bitte Leute essen was sie essen möchten weil ganz ehrlich ich bringe mal den Spruch lieber ein Kind mit einem Schokopodding im Bauch als ein totes Kind und das klingt immer so hart.

00:18:49: Das ist dann die Konsequenz, wenn ihr ein Kind habt, was sich verweigert.

00:18:53: Immer immer

00:18:54: ist das so drastisch?

00:18:55: Ja genau!

00:18:55: Dann kommen wir in die Untergewicht, dann wachstumshemmungen und Mangelernährung.

00:19:01: Und dann hat auch keiner davon, dass das Kind seinen Schokopudding nicht kriegt.

00:19:05: Ich war jetzt vor Kurzem auf Seminar, wo sich Leute Kommentare über mein scheinbar nicht gesundes Frühstück gemacht haben oder so... ...und ich war irgendwann zu denen, das gesündeste, was ich machen kann, ist etwas zu essen.

00:19:18: ist das Beste, was ich... mit den mir verfügbaren Möglichkeiten tun kann.

00:19:22: Ja,

00:19:23: Rede für

00:19:23: jede!

00:19:23: Wir können vielleicht noch mal erklären was diese drei Typen quasi von Affiz sind.

00:19:28: Eine schöne Video immer so sehr gut umleitet.

00:19:31: Genau weil wir sind ja schon ein bisschen ins Detail gegangen und das finde ich recht bei.

00:19:33: viele werden sich jetzt fragen ja aber warum ist man denn nicht?

00:19:37: Und da ist schon gesagt es man unterscheidet zu drei Hauptgründen oder auch drei Subtypen.

00:19:41: Und zwar gibt's dann eben einmal den Typus dass tatsächlich einfach aus Gründen das Interesse am Essen verloren geht also das einfach tatsächlich gar nicht so... das Hungergefühl, auf jeden Fall nicht der Appetitor ist.

00:19:51: Das Essen als gar nicht so wichtig angesehen wird und es einfach eben nicht diesen Joy Spark den das für viele andere tut.

00:19:57: Das ist dieser eine Bereich.

00:19:58: dann haben wir das Ding tatsächlich dass man Angst oder Sorge hat vor negativen Konsequenzen des Essens.

00:20:02: Das meine ich jetzt eben nicht die Gewichtszunahme sondern dass man Angst hat zu ersticken oder dass man angst hat verschlucken oder sich zu erbrechen also tatsächlich ebenso eher mit Angst oder sorge behaftete Symptomatik.

00:20:13: und dann gibt es halt tatsächlich einfach noch was glaube diese sensorischen Geschichten, also die Konsistenz der Geruch alles was du gerade aufgezählt hast dass das Abwehr hervorruft und dann eben ja nicht konsumiert werden kann.

00:20:27: Und das klingt jetzt so schön sortenreihen aber wir Menschen sind ja selten sortenrein.

00:20:31: ich glaube so ganz reine Varianten gibt's Wahrscheinlich gar nicht so häufig, sondern wahrscheinlich viele gemischte Typen.

00:20:37: Die sagen okay ich finde Essen jetzt einfach nicht so spannend und außerdem finde ich auch irgendwie das hat alles eine eklige Konsistenz oder eben die Sorge.

00:20:44: und dann sagen sie, ich find's auch nicht so spannt und wenn ich mal esse, verschlucke ich mich das vielleicht auch nicht.

00:20:48: also man hat da eher so Mischtypen ganz viel.

00:20:50: aber das sind glaube ich so die drei Hauptgründe.

00:20:52: korrigier mich warum Leute angeben dass es essen für sie halt eher negative Tätigkeit ist oder eine abwehrende Tätigkeiten ist.

00:20:59: Also ich

00:20:59: glaub dieser Subtyp von so Angst vor Verschlucken oder Ersticken oder sowas ist, was ich jetzt nicht so betroffen bin.

00:21:06: Dieses Thema mit fehlendem Hungergefühl war etwas, wo ich als Kind betroffen von war.

00:21:12: Also ... Ich war, glaub ich, so fünf bis sechs Klasse, als ich gecheckt habe, was das Gefühl Hunger ist?

00:21:17: Okay,

00:21:17: crazy!

00:21:18: Ich

00:21:18: glaube, dass ich wahrscheinlich das Gefühl vorher empfunden habe, aber also die ... Das physische Gefühl quasi empfunden habe.

00:21:25: Aber nie connectet habe mit dem Bedürfnis zu essen.

00:21:29: Bei Durst war mir das ganz klar, wenn ich dieses und jenes Gefühl im Mund habe Das bedeutet, ich habe das Bedürfnis zu trinken.

00:21:35: Bei Hunger war es nicht so.

00:21:36: D.h.,

00:21:37: wenn mich jemand gefragt hat, hast du gerade Hunger?

00:21:40: bei meiner Reaktion auf die Uhr zu schauen und sich zu überlegen was ist die sozial erwartete Antwort auf diese Frage?

00:21:46: Ist es schon soweit dass es jetzt gerade so sozial erwartet ist zu sagen, dass ich Hunger hab oder noch nicht?

00:21:51: Spannend!

00:21:52: Weil, was ich immer mitkriege, findest du halt spannend was du grade sagst, dass du vor allem Trinken besser verknüpfen konntest weil ich mal irgendwann auch in Zusammenhang tatsächlich mit Sachen wie Adipositas und sowas unter Nährungsformen tatsächlich ein, ja nicht eine Studie oder Untersuchung einfach mal so einen Meinungs-Pies gelesen habe.

00:22:08: Oder so ne Beratung quasi den Beratungspies und die ganz oft gesagt haben dass viele Menschen Durst nicht richtig zuordnen können.

00:22:15: Und ganz oft wenn man eigentlich denkt das man oder dass man eigentlich durstig ist erstmal dazu denken zu glauben was sie Hunger haben oder Appetit haben und eigentlich erst etwas essen und da quasi der Tipp war hey wenn ihr dieses Gefühl habt erstmal ein Schluck trinken gucken ob sich was an dem gefühl ändert Gucken, ob das da sich Hunger ist.

00:22:31: Wenn es spannend ist, dass bei dir die Umgekehrte verknüpft wurde und du sagst, Durst konnte ich voll gut erkennen oder Verhältnismäßig gut aber Hunger war für mich so disconnectet?

00:22:39: Ich weiß nicht, ob ich sagen würde, ich kann Durst super gut erkennen, vielleicht auch häufig zu trinken.

00:22:44: Aber ich wusste schon an sich wie sich Durst anfühlt, aber ich wusse nicht, wie sich Hunger anfühle.

00:22:51: Und dann dachte ich mir irgendwie ... kann das doch nicht sein.

00:22:56: Und hab dann halt irgendwie, als ich so ... ja, so untersechsig Klasse war oder so, Menschen in meinem Umfeld gefragt, wie fühlt sich das denn an Leute?

00:23:03: Könnt ihr mir das mal beschreiben diese physische Erfahrung von Hungergefühl?

00:23:08: Die Leute haben mich natürlich alle angeschaut, als würde ich sie auf den Arm nehmen.

00:23:12: Weil mir das niemand glauben konnte, dass ich ... das wirklich nicht weiß und aufrichtig fragt.

00:23:17: Aber es gab Menschen, die versucht haben mir das zu erklären.

00:23:20: Dann war ich irgendwann so ... Achso!

00:23:21: Okay ja, ich glaub, ich check jetzt diese Saison hier in das Gefühl, dass ist wahrscheinlich Hunger.

00:23:26: Das war auch dann natürlich sehr hilfreich um zumindest von meinen Safe-Foods besser größere Mengen essen zu können.

00:23:33: Also Kind zu Grundstuhlzeiten oder was war ich stark untergewichtig?

00:23:37: Zwischenauf jeden Fall besser geworden.

00:23:39: Und das heißt wenn du eben kein Hungergefühl hast, ist es viel schwieriger in ausrechnenden Mengen.

00:23:44: irgendwie nicht zu motivieren, zu essen.

00:23:45: Das heißt das ist inzwischen kein Thema mehr.

00:23:48: was aber als Kind und wovon ich halt immer noch betroffen ist?

00:23:50: es eben dieser dritte Typ mit eben Sensorik und Geschmack und Geruch von Essen.

00:23:54: Ich glaube

00:23:55: das können die meisten wahrscheinlich am ehesten nachvollziehen.

00:23:57: also ich glaub dass ist wahrscheinlich für die meisten so.

00:23:59: man sagt okay ich kann verstehen dass man wenn man irgendwas eklig findet bei dir seid einfach die Abneigung deutlich stärker und es ist halt nicht nur so ein.

00:24:05: ah ok kann ich mir zwei zugeknüpft an Augen kann ich's essen sondern wirklich no go.

00:24:08: dann ja

00:24:09: ich zum Beispiel hab dieses a-fit eigentlich gefühlt schon immer, seit ich denken kann.

00:24:14: Ich hab ja schon Sachen erzählt aus dem Kindergarten, wo ich das auch schon hatte ... Ich glaube so, als ich ganz klein war mit drei oder so, hab ich vielleicht mal ein paar Sachen gegessen, die ich inzwischen nicht mehr essen würde.

00:24:26: Aber für mich ist es an sich so ein lebenslanges Ding, wo's mich gefragt hat, woran zur Hölle liegt das?

00:24:32: Bei anderen psychischen Erkrankungen oder sowas kannst du oft sagen, ah, die sind jene Fraktoren haben dazu geführt und ich hab mich auch immer gefragt, gibt es irgendeinen ... ein traumatisches Erlebnis an, das ich mich überhaupt nicht erinnern kann.

00:24:45: Dass sich auch niemand aus meinem Umfeld irgendwie erinnernden kann was irgendwie dazu jetzt geführt hat oder was schreckt dahinter so?

00:24:52: Genau vielleicht magst du dazu auch noch mal erzählen was so Gründe sein können dass Menschen Aufford haben oder entwickeln

00:24:57: Auch da wieder unter Vorbehalt, das ist relativ jung.

00:25:00: Also tatsächlich wie so oft in der Welt der psychischen Belastung oder Erkrankungen wir können nicht genau den Finger draufhalten, es ist wahrscheinlich immer eine Mischung.

00:25:08: Aktuell geht man davon aus dass es tatsächlich eine Mische aus genetischen und psychosozialen Faktoren ist.

00:25:12: Genetik hängt halt immer irgendwie mit drin.

00:25:14: weil du ja schon sagst kann man vielleicht nachvollziehen, vielleicht ist eben wirklich eine Verbindung zu den Hormonen oder zu den Neurotransmittern etwas schwächer sodass man bestimmte Sachen nicht zuordnen kann.

00:25:22: Vielleicht gibt's ne deutlich erhöhte Nerven-Sensibilität für die Sensation.

00:25:26: Das würde das ja auch unterstützen.

00:25:28: Also wenn ich von Hause aus einfach besonders sensibel auf der Zunge bin, merklicher Unterschiede mehr als der Durchschnitt und man geht aber auch eben von vielen psychosozialen Komponenten aus.

00:25:36: da ganz ehrlich!

00:25:37: Die Liste ist auch so ein bisschen beliebig lang.

00:25:38: Habe ich manchmal gedacht, Entwicklungsstörungen könnten Thema sein.

00:25:41: Zwangsstörungen können ein Thema sein.

00:25:43: tatsächlich, dass man eben aus Zwang heraus nur eine sehr eingeschränkte Palette zu sich nehmen kann.

00:25:48: Wichtig glaube ich sind sorgische Verarbeitungsstörung.

00:25:50: Das hat man noch mal gar nicht so häufig auf dem Schirm.

00:25:52: Viele kennen das eher als im auditiven Bereich, dass die Dinge zwar hört aber nicht wahrnimmt und das vermutet man bei manchen Affid-Varianten.

00:26:00: Trauma kann tatsächlich auch ein klassisches Thema sein?

00:26:02: Das ist vielleicht das was die meisten nachvollziehen können wenn man so ein schlechtes Erlebnis mit Essen hat... dass sich das dann so ausbreitet von einem Lebensmittel auf andere Angststörungen.

00:26:11: Wenn ihr vorhin gehört habt, die Sorge zu ersticken oder verschlucken, da hab ich tatsächlich mal jemanden kennengelernt wo ich jetzt rückblickend sagen könnte hey, da könnte tatsächlich Afit auch ein Thema gewesen sein weil für die war das ein ganz großes Belastungsthema.

00:26:21: der hat jedes Mal Angst gehabt wenn sie irgendwas Außerflüssigkeit zu sich nimmt und dass es in die falsche Röhre kommt und sie daran stirbt.

00:26:27: Und ich glaube was für vielen Thema ist.

00:26:29: und bestimmt werden einige von euch schon die ganze Zeit gesagt Das klingt doch wie Neurodivergenzen sind ein Thema Da ganz stark.

00:26:37: ADAS, Autismus.

00:26:39: Die sind glaube ich ganz häufig verknüpft tatsächlich und bin mir sicher das einige schon jetzt die ganze Zeit im Podcast vorgegesehen haben.

00:26:44: Hey aber das ist doch einfach wie beim Autismus!

00:26:47: Das ist noch einfach wie bei mir mit der ADAS.

00:26:49: So welcome für eine neue Facette.

00:26:52: Ja genau dass ich vor etwa einem Jahr dann meine ADS-Diagnose bekommen habe, hat auf einmal sehr viel Sinn ergeben.

00:27:00: Ja!

00:27:00: Genau... Dass ich nicht mehr nach irgendeinem Ding was in meiner Kindheit passiert ist gesucht habe, was ich irgendwie in das ich keine Erinnerungen hab, dann war okay vielleicht... Vielleicht ist es einfach dieses ADS, was ich schon mein Leben lang habe.

00:27:12: Und dann gibt es Sinn, dass auch mein Affid schon sein Leben lang haben.

00:27:14: Das heißt übrigens nicht nur zur Einredung, dass das ident ist, sondern es kann halt zusammen auftreten.

00:27:20: Also damit ihr mal wisst wie unterschiedlich es ist... Ich hab verschiedene Studien zum Beispiel gefunden, was Autismus angeht und tatsächlich von den verschiedenen Studien mit autistischen Kindern schwanken die Zahlen von acht bis fünfundfünfzig Prozent der Kinder mit Autismus, die auch Affid haben.

00:27:34: Und acht Prozent ist jetzt nicht viel.

00:27:36: Fünfzig ist eine ganze Menge.

00:27:37: also Wichtig ist nur nicht, dass ihr denkt, jeder der autistisch oder ADHS hat auch A-Fit.

00:27:42: Nein!

00:27:43: Das kann zusammen auftreten, muss aber nicht ... Aber es ist relativ häufig verknüpft, weil man schon gemerkt hat an deinem Bericht.

00:27:50: Da gibt's Dinge, wo man sagt, die sind sehr ähnlich und dann wunderts nicht, wenn der Funken auf andere Geschichten überspringt?

00:27:57: Wir

00:27:57: haben theoretisch drüber geredet.

00:27:59: Ich würd vielleicht noch mal reingehen in dieses Gefühl, warum kann ich das anderen Sachen nicht essen?

00:28:03: Sehr

00:28:04: gerne.

00:28:04: Nimm uns mit.

00:28:05: Also ich hab das Ganze glaube ich irgendwie lange gesehen oder würde es vielleicht auch immer noch so sehen, dass ist einfach so eine Angst.

00:28:11: Oder wie so ein Phobie einfach ist.

00:28:14: Also dass ich davor einen Essen was für mich eben kein Safe Food ist, das zu probieren oder noch schlimmer irgendwie größere Mengen dürfen essen zu müssen in mir halt irgendwie ne größere... Angst auslöst.

00:28:25: Das heißt, wenn du so ein Lebensmittel neu siehst was du jetzt probieren wolltest was kein

00:28:30: Safehood

00:28:30: ist dann ist es nicht nur das Gefühl von Ekel oder naja unappetitlich sondern das ist schon etwas wo du sagst ich würde das mit Angst bezeichnen.

00:28:37: Ist ja eine andere Dimension als hier vielleicht irgendwie so im Alltag mal irgendwie neues Gericht probiert und ich denke irgendwie sieht er ein bisschen unerpetitlich aus aber geht schon.

00:28:46: Und das Ganze ist jetzt auch nicht so, dass man sagen kann ... Es gibt zwei Kategorien.

00:28:52: Die Safe Foods und die Keine Safe Foods.

00:28:54: Sondern es ist eher ein Spektrum.

00:28:56: Also meine Angst ist nicht vor allen Sachen, die ich nicht kenne gleich groß.

00:29:00: Am krassesten wär's wahrscheinlich bei Fleisch oder so.

00:29:04: Das ist auch was, was gar nicht mein Ziel ist, das irgendwann zu essen, weil ich denke mir, es gibt viele Gründe dagegen, Fleisch zu essen.

00:29:10: Wenn ich dann noch große Angst davor habe, das zu tun dann muss ich mich daran vielleicht auch gar nicht gewöhnen.

00:29:18: Aber jetzt bei anderen Sachen kostet es mir vielleicht auch nur leichte Überwindung, das mal auszuprobieren.

00:29:24: Genau und das ist ein Spektrum von sehr großer Panik bis zu eine bisschen Überwindungen so was bei jedem Essen dann genau unterschiedlich ist oft abhängig davon, wie nah an Sachen ist die ich schon kenne.

00:29:37: Das wollte ich mich fragen ob das Spektrum sich ein bisschen an Ähnlichkeit orientiert oder dass es völlig wild gewürfelt?

00:29:44: Ja

00:29:44: voll genau also... Best Case-Szenario, wenn ich dann was probiere, was ich noch nicht kenne ist das ich instantly merke oder es schmeckt mir eigentlich doch und ich auch keine Gewöhnungszeit daran brauche sondern dass instantly zu einem Safe Food wird.

00:29:57: Ist das schon mal passiert?

00:29:58: Das ist auf jeden Fall auch schon passiert.

00:29:59: also zum Beispiel als ich zum ersten Mal Trauben probiert habe Ich als Kind hab' ich irgendwie in meinem Kopf Trauben und Oliven nicht auseinanderbekommen.

00:30:07: Weil das beides steht dann vielleicht auf einem Abendbrot-Tisch, auf der Käseplatte oder so ... Und Olivens stell ich mir nicht lecker vor.

00:30:14: Dann hab ich gedacht, okay, Trauben sind ... Also dachte ich irgendwie, dass wär das gleiche.

00:30:18: Deswegen auch Angst für Trauben.

00:30:19: Hab ich irgendwann bei Kindergarten Grundschule mal Trauben probiert?

00:30:22: Und war direkt so, boah, das find ich lecker!

00:30:24: Genau, da hab ich keine Gewöhnung dran gebraucht und fand es lecker.

00:30:28: Bei Tomatensauce beispielsweise, hab ich ja gesagt, seit zweieinhalb Jahren esse, habe ich das angefangen zu ... und dachte, boah, es stresst mich.

00:30:37: Aber ich glaube, dass ich mich dran gewöhnen kann.

00:30:40: Dann habe ich das über ein paar Monate immer wieder gegessen, hab damit auch irgendwie so n bisschen rumprobiert.

00:30:47: wie ist es wenn ich das in den Mund nehme und so mich sehr spezifisch drauf konzentriere was kann ich da eigentlich rausschmecken?

00:30:52: oder wie ist das wenn ich mit geschlossenen Augen probiere?

00:30:57: wie das aussieht, nicht zusätzlich stressen.

00:30:59: Das finde

00:30:59: ich spannend.

00:31:00: Es ist gar nicht so ein reines Gewöhnungs-Signal, dass du sagst, okay, ich muss jetzt einfach zehn mal essen und beim elften Mal klappts dann?

00:31:06: Du beschäftigst dich ja auch sehr intensiv mit dem Lebensmittel.

00:31:08: Wie gesagt, es ist die Konsistenz, wenn's mir jemand anders gibt, also wenn ich das trenne von der eigenen Handlung... Also es geht eben nicht nur einfach, dass man sagt, okay zehnmal Augen durch und beim Elften mal gehts dann sondern du musst sich da schon in den gesamten Spektrum dieses Lebensmittels ein bisschen ran tasten.

00:31:22: Genau!

00:31:24: hab einfach da so ein bisschen ausprobiert, was funktioniert für mich nicht.

00:31:28: Bei Sachen wo ich eine negativere Reaktion hatte als bei der Tomatensauce, wo ich dachte, stressig aber ich glaub' ich kann mich dran gewöhnen.

00:31:34: Kann's auch passieren dass das Essen dann bei mir erst mal so einen Wirkreiz quasi auslöst.

00:31:38: Du merkst aber wirklich ne körperliche Reaktionen tatsächlich?

00:31:40: Und ich merke

00:31:41: wirklich ne Körperliche Reakzon darauf, dass ich irgendwie... Dass jetzt im Mund habe so also jetzt nicht so doll, dass sich mich irgendwie übergeben müsste oder so genau.

00:31:49: Aber das kann schon wirklich ne körperliche REaktion bei mir auslösen.

00:31:52: es gibt Betroffene von Affid bei denen dass immer so ist oder die sich auch tatsächlich beim Probieren übergeben müssen.

00:32:00: Also da hab ich vielleicht noch verhältnismäßig ... Glück, dass ich so auch manchmal instantly irgendwie positivere Erfahrungen quasi mit dem probieren dann habe.

00:32:10: Aber das ist natürlich bei jeder betroffenen Person ein bisschen unterschiedlich wie es dann quasi aussieht.

00:32:15: Aber sich auch spannend in deiner Schilderung ist wirklich auch... Das muss man ja dann auch wollen!

00:32:19: Also das ist jetzt gerade klar.

00:32:20: du hast gesagt die Traube war so rein und wehh whole new world voll toll?

00:32:24: Das klingt glaube ich so wie sie sich meistens das vorstellen oder auch so dieses typische wenn man Kindern halt was Neues zeigt.

00:32:28: So probier doch einfach mal und ah guck's schmeckt dir doch.

00:32:32: habe ich im ersten Moment gedacht, das klingt einfach noch Arbeit.

00:32:35: Ja und ich finde aber das ist total interessant weil es ja für mich irgendwie zeigt... Es ist eben nicht einfach nur eine Meinung oder so... Ach nee!

00:32:42: Das mag ich einfach nur nicht sondern du steckst da wirklich Arbeit dran und sagst hey ich glaube dass hier ist es wert weil ich glaube ich könnte hier neues Lebensmittel dazu gewinnen und dann bist du ja wirklich bereit der Energie reinzustecken.

00:32:52: Ich finde das zeigt für mich auch nochmal ganz deutlich dass wir hier nicht davon reden dass einem das einfach nur nichts schmeckt Sondern dass es eben wirklich was viel essentielleres ist.

00:33:00: So ein Lebensmittel zu haben oder nicht zu haben, das man essen kann.

00:33:02: Ja.

00:33:03: Mich krass

00:33:04: ja!

00:33:04: Und das ist ein bisschen eine ambivalente Situation, weil ich habe im Laufe meines Lebens immer besser gelernt mit dieser Essstörung zu leben und Strategien zu entwickeln.

00:33:14: Wie ich trotzdem an genug Essen komme, wie ich irgendwie Zugang zur Safewoods bekomme ... hab natürlich mit der Zeit mehr Sprache dafür auch entwickelt.

00:33:22: so also als Kind ja wusste ich natürlich gar nicht genau, wie Ich das dann genau erklären soll und hab dann vielleicht versucht irgendwelche Sachen zu sagen die dann sozial wie verständlicher sind, so was wie ich bin satt oder so.

00:33:36: Obwohl ich jetzt mich nicht satt gefühlt habe einfach oder ich hab keinen Hunger oder so.

00:33:40: das hat ja so gestimmt genau So als zu sagen, ich hab Angst das zu essen.

00:33:46: Weil das haben Leute nicht verstanden so.

00:33:48: Genau also auch da ist es natürlich dann einen Unterschied ob jetzt eine zwanzigjährige Person vor dir steht und die erzählt, ich habe übrigens A-Fit, das ist ne Essstörung, die kennst du wahrscheinlich nicht aber deswegen kann ich viele Dinge nicht essen.

00:33:58: Ich hab hier mal in Selbstsicht gebracht, dass Essen bitte akzeptiert ist oder ob du halt ein fünfjähriges Kind hast,

00:34:02: das

00:34:03: in der Jugendherber gesteht und sagt, ich ess' das nicht.

00:34:05: Du hast ja wohl selber gezählt auf dieser Freizeit.

00:34:07: Das Kind kann da gar noch nicht für sich einstehen weiß es vielleicht auch gar nicht.

00:34:11: Umso besser um so schwieriger ist es natürlich, diese super anstrengende Arbeit sich an neue Safeways zu gewöhnen.

00:34:21: Trotzdem einzugehen weil ja vielleicht der soziale Leidensdruck oder sowas davon quasi sozusagen sinkt und ich das Gefühl habe ich kann doch eigentlich auch ganz gut jetzt leben mit den Safeways die ich habe aber natürlich strengtes mich an ganz vielen Stellen trotzdem immer noch voll ein.

00:34:38: Aber das macht es dann schwerer zu sagen okay Geh jetzt wirklich den Weg und versuch mich an neue Sachen zu gewöhnen.

00:34:44: Eine Frage habe ich noch, das fällt mir gerade ein.

00:34:46: Du darüber redest immer die ganze Zeit über Safe Foods?

00:34:48: In deinem Fall betrifft es auch Getränke.

00:34:51: oder ist das tatsächlich eine Sache wo du sagst dass es da irgendwie gar nicht sonst flüssig ist?

00:34:54: geht das alles?

00:34:55: Betrifft auch Getrenke

00:34:56: aber...

00:34:57: Da, glaube ich, weniger stark die Angst.

00:35:00: Also ... Ich würde zum Beispiel auch jetzt Kaffee oder so was nicht trinken oder verschiedene Tees oder so.

00:35:07: Oder wenn es dann in eine Smoothie-Richtung geht und wieder eine komische Reihe gekonstant anfängt oder der Orangen auf Fruchtfleisch drin hat, ist das schon wieder schwierig.

00:35:21: Aber ich würd sagen, dass ich ... die meisten Getränke trinken kann, dadurch dass irgendwie die Konsistenz in der Regel ja ähnlicher ist.

00:35:29: Okay.

00:35:30: Ich musste dann auch erst mal lernen, wie wichtig es ist zu schauen, dass ich immer diesen Zugang zum Safe-Woods habe und das jetzt keine Option ist einfach Mahlzeiten zu skippen oder so.

00:35:40: Also früher hab' ich erstmal auf irgendwelchen Klassenfahrten oder sowas nur gefrühstückt und die anderen Mahlzeit geskipped weil da halt keine Safe-woods für mich gab'.

00:35:51: Genau!

00:35:51: Und in der siebten Klasse auf Chorfahrt irgendwann mal einen halben Kreislauf kalt läuft, weil ich nicht richtig was gegessen hatte, nicht so viel geschlafen hatte.

00:35:58: vielleicht wenn ich so viel getrunken hatte, dann wurde mir irgendwann schwarz vor Augen.

00:36:01: Ich konnte nichts mehr sehen und hatte einen Rausch in den Ohren.

00:36:03: Also, ich wurde nicht bewusstlos aber es war schon ...

00:36:06: Wahnsinn!

00:36:07: besorgniserregend.

00:36:09: und danach war ich so, okay.

00:36:10: Ich glaub, ich brauch irgendwie andere

00:36:12: Strategien.".

00:36:13: Und dann hab' ich halt angefangen mir beim Frühstück immer in den Jugendherbergen irgendwie Brötchen zu schmieren für den Tag und die dann den Tag über zu essen.

00:36:20: Genau das war schon ganz gut!

00:36:22: Und irgendwann vor ein paar Jahren hatte ich meine Situation in der Jugendherbirge wo eine andere Frau, die da bei dieser Fahrt mit war, meinte so nie wie ging da jetzt zu denen in die Küche?

00:36:31: Und fragen ob wir dir ne Portion Nudeln kochen können mit Pesto?

00:36:34: Das wird doch hoffentlich möglich sein und ich weiß ja nie... Ich will keine Umstände machen und so weiter.

00:36:38: Und die hat aber erst mal nicht locker gelassen und gesagt, komm ... Das haben wir dann auch tatsächlich gemacht.

00:36:44: Genau, das war gar kein Problem und dann habe ich meine Teller Nudeln bekommen so.

00:36:47: Und seitdem hab ich angefangen halt in Jugendherbergen oder solchen Kontexten immer nachzufragen ob es möglich ist dass ich ein Teller mit Nudel bekomme.

00:36:56: In fast allen Orten wo ich bisher war, war das möglich.

00:36:59: Ich war so wow!

00:37:00: Ich muss einfach nur nachfragen.

00:37:01: Also klar vielleicht ist es auch einfacher jetzt irgendwie wenn ich als erwachsene Person nachfrage und das anders verbalisieren kann aber... Ja, das hat mir auf jeden Fall voll geholfen.

00:37:11: Und ich würde sagen früher hat es schon noch mal auch einen größeren Einfluss gehabt mit meinem Essen, ob ich jetzt irgendwo bei sozialen Sachen irgendwie entscheide mich mit ... also dafür entscheide mitzumachen oder nicht?

00:37:24: Also zum Beispiel beim Konfi-Unterricht habe ich ganz lange überlegt, ob Ich damit machen soll weil ich wusste Es gibt auch zwei Fahrten und was esse ich dann da?

00:37:31: Oder beim Schüleraustausch hab ich eigentlich erst mal sofort abgeschrieben gehabt, dahin zu fahren.

00:37:35: Bei zehn Tage in der Gastfamilie, wo es am Ende vielleicht keine Safe-Hoods für mich gibt im anderen Land vergiss es, so dachte ich mir und hab dann aber am Tag vor der Anmelde frisst noch einmal mit meiner Familie drüber geredet und war so... Eigentlich hatte ich richtig Lust auf diese Erfahrung wenn nicht dieses beschissene Essens Thema wäre.

00:37:51: Und dann haben sie gesagt Lena, wir finden irgendeine Lösung dafür.

00:37:55: Und wenn du diese Erfahrung machen willst, dann meld dich da trotzdem

00:37:58: an.".

00:37:58: Genau und das habe ich gemacht!

00:38:00: Ich war in einer Familie wo alle Leute Laktose oder Glutenintern dran waren... ...und die komplett daran gewöhnt waren dass jeder an diesem Tisch was anderes ist.

00:38:09: Für dies deswegen auch kein Ding war irgendwie meine Essensbedürfnisse zu ermöglichen.

00:38:16: Aus dieser Erfahrung nehme ich jetzt mit.. Mitmache oder wo ich nicht mitmache?

00:38:23: Und zuerst kommt das Leben und ich mache die Erfahrung, die ich machen will.

00:38:27: Was ich zu essen bekomme, arrangiere ich mir dann

00:38:29: irgendwie.".

00:38:30: Aber was du grade sagst, ich finde es total wichtig zu verstehen dass das Leute auch einschränkt im Leben.

00:38:35: Du hättest auf eine Erfahrung verzichtet die du eigentlich voll gern machen wolltest einfach nur weil du nicht wusstest okay wie kann ich mich ernähren in der Zeit?

00:38:44: Wie war denn dein Diagnoseweg?

00:38:45: Weil ich kann mir vorstellen du hast ja schon gesagt so Der Begriff ARFIT ist für dich auch noch nicht so lang auf dem Tableau.

00:38:50: aber ich kann dir auch vorstellen dass vielleicht das erste mal auch die Fachärztin und ich weiß nicht wo du hingegangen bist, dass sie direkt gesagt haben ach!

00:38:55: Das ist diese Essstörung.

00:38:56: Ich kann mir vor allen Dingen vorstellen wenn du sagst wie erst mal tatsächlich auf dem Tisch war oder Ähnliches?

00:39:02: Also,

00:39:03: jetzt nicht bei Fachpersonen.

00:39:04: Ich

00:39:05: glaube das war schon oft was, was irgendwie Menschen dieses Jahr im Umfeld gedacht haben von die Will vielleicht dünn sein oder so.

00:39:12: und das war das Letzte, was ich wollte.

00:39:13: also ich habe mir nichts mehr gewünscht als einfach irgendwie ein paar Kilometer zu haben.

00:39:18: Das hätte ich super gefunden.

00:39:21: ja also meine Eltern haben sich irgendwann als ich so einen Kindergartenalter war oder sowas mal Unterstützung gesucht quasi zum Thema da irgendwie mit mir umgehen sollen.

00:39:31: Und ich hatte auch mal so ein, zwei Sitzungen bei irgendeiner Frau, in die mich nicht sehr erinnern kann.

00:39:35: Danach hab ich einen Rattenstoff bekommen, was wir beim Probieren helfen sollte oder sowas und hatte dann so'n Probiertagebuch, wo ich immer Sachen probiert habe.

00:39:45: Dann ist das Tagebuch wie ein Foto quasi davon und Bewertung, wie es mir geschmeckt hat

00:39:48: usw.,

00:39:49: irgendwie eintragen konnte.

00:39:51: Wenn ich so und so viel Sachen zusammen hatte ... Ich irgendwie mit meinen Eltern irgendwas Schönes unternommen oder so.

00:39:57: Okay, so ein Art Belohnungssystem?

00:39:59: Genau, so eine Art Belohnungssystem.

00:40:00: Also ich hab auch ansonsten schöne Sachen und meine Eltern unternommens war jetzt nicht daran geknüpft...

00:40:06: Ja nur wenn du die möhnest!

00:40:07: Nur

00:40:07: dann feiern wir Weihnachten!

00:40:10: Genau.

00:40:10: also das ist ja nicht dabei.

00:40:11: Das hatte ich dann über ein paar Jahre.

00:40:13: da habe ich auch dann so ein Paar neue Sachen quasi dazu.

00:40:16: Also war so hilfreich zum

00:40:17: Beispiel.

00:40:18: Waffeln

00:40:19: z.B.,

00:40:19: hab ich da probiert und dadurch kennengelernt, war wir nur über ein paar Jahre.

00:40:23: Dann hatte ich immer mal wieder selbst den Versuch, mich an neue Sachen zu gewöhnen.

00:40:28: Und dann hatte ich vor ... eben in der Therapie auch noch mal den Anlauf gestartet, mich mit mehr Sachen zu wöhnen.

00:40:33: aber der Therapienansatz war für mich gar nicht hilfreich.

00:40:37: Da war die Idee, probier jeden Tag eine andere Sache aus.

00:40:40: Das klingt stressig, wenn ich gehört habe was das eigentlich für dich verarbeitet ist?

00:40:44: damit sich irgendwann diese allgemeine Angst davor liegt.

00:40:47: Und ich glaube, es gibt Menschen die das auch so machen, jeden Tag eine andere Sache.

00:40:52: Aber du musst dir vorstellen ...

00:40:54: Allein für

00:40:55: die Tomatensauce, wo ich am Anfang dachte.

00:40:57: Ja ... Ich glaub, ich kann mich an die Gewöhnen

00:40:59: so

00:40:59: zwei, drei Monate gebraucht haben, bis ich mich tatsächlich dran gewöhnt hatte.

00:41:03: Jeden Tag stelle ich mir irre stressig vor!

00:41:05: Wenn du jeden Tag aber was Neues machst, kommst du ja selten einen Punkt, dass das sofort ein Safe-Food für dich wird.

00:41:11: Das heißt, du bringst dich eigentlich täglich in eine Panikzone und merkst aber monatelang erst mal nicht... dass es was daran verändert, was du an Safe-Foods hast.

00:41:22: Das heißt ja, wenn ich jeden Tag was Neues probiere ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich kein Erfolgserlebnis so schnell hat.

00:41:27: Weil du sagst eben das Trauben-Erlebnis ist eh schon unwahrscheinlich.

00:41:31: und wenn ich dann jeden Tag wieder die Erfahrung mache ach nee, ach nee... Dann hab' ich fast gefühlt, dass er einen verstärkenden Effekt hat!

00:41:38: Genau, das hab ich dann ein paar Wochen lang ausprobiert.

00:41:40: Ich glaub, ich hab das vielleicht so drei Wochen oder sowas durchgezogen ...

00:41:44: Respekt, dass du einen Tag

00:41:45: irgendwie eine neue Sache probiert habt?

00:41:48: Aber irgendwann hatte ich einfach nicht mehr die Energie, das zu machen, weil ich das Gefühl hatte, ich habe dadurch jetzt gerade noch nichts gewonnen und es ist so viel Energie, die ich da reinstecke.

00:41:58: Und jedes Mal natürlich wieder ne Situation, die mich stresst total, der ich mich täglich aussetze, Dann das Gefühl hatte, okay, das hilft mir grade nicht.

00:42:09: Die Therapie hat mir mit anderen Sachen geholfen ... Aber mit Affid irgendwie nicht so richtig?

00:42:14: Und ja, dann hatt ich vor ungefähr einem Jahr die Situation, dass auch als ich meine ADHS-Diagnose hatte und so weiter, meine Mutter meinte, ey, ich hab da noch mal einen anderen Begriff gelesen, weil bis dahin kannte ich nur diese selektive Essstörung oder andere Wörter dafür.

00:42:29: Das könnte vielleicht was mit deinem ADHS zu tun haben.

00:42:33: Dann habe ich angefangen, nochmal zu recherchieren Wow, jetzt ergibt auf einmal alles so viel Sinn.

00:42:37: Und hab dann noch mal gelesen was es ist auch gerade wenn die Sachen in Kombination mit Neurodivergent sind für andere Möglichkeiten gibt irgendwie zu versuchen sich an neue Safe-Foods ranzutasten genau und ich fand diese Strategien irgendwie deutlich einleuchten.

00:42:50: da also da gibts zum Beispiel die Idee dass du versuchst möglichst gradueller Veränderungen zu machen.

00:42:56: Also das wenn ich jetzt schon zb so wie ich das gemacht habe.

00:43:00: Ich hatte Nudeln als Safe-food und Tomaten sucht also etwas neues mit diesem Safe-Food.

00:43:05: Und dann hatte ich schon den vertrauten Teil von den Nudeln und musste mich nur an die Tomatensauce gewöhnen, jetzt wo eine Tomatensoße für mich ist kann ich das zum Beispiel versuchen mit Reis zu kombinieren um

00:43:16: irgendwie

00:43:17: Reis zum Safe-food machen oder so

00:43:19: kurskurs z.B Also immer so eine Art Brücke die du schlagen kannst dann zum nächsten?

00:43:23: Genau!

00:43:24: Oder dass man zum Beispiel versucht die Sachen miteinander zu mischen.

00:43:29: also wenn ich jetzt versuche wollte mich an so gibt es auch so Nudel die aus Zucchini.

00:43:34: Wenn ich da versuche, wollte mich dran zu gewöhnen.

00:43:37: Nicht direkt komplett Zucchini-Nudeln, sondern in den Topf vielleicht so fünf Prozent Zucchinienudel und ninety-fünf Prozent Hartwalzengrießnudeln zu schmeißen.

00:43:44: Und zu versuchen das zu essen dann mit der Zeit den Anteil der Zucchininudeln gratuell zu erhöhen

00:43:50: oder

00:43:50: halt zu versuchen bestimmte Sinne wegzulassen wie zum Beispiel keine Ahnung sich die Nase zu halten und dich Augen zu machen oder sowas dass du wenn dich halt dieses neue Essen sind von deinen Reizen her überfordert dass du versuchst, nicht mit allen Reizen auf einmal dich dran zu gewöhnen.

00:44:07: Sondern erst mal nur manche Reize quasi.

00:44:10: Eigentlich

00:44:10: einleuchtend wenn man es hört ist eigentlich so ja das macht total Sinn auf jeden Fall.

00:44:14: Also das sind dann halt auch eher zu sagen okay ich Versuchen, einen Essen zu finden, wo ich das Gefühl hab.

00:44:19: Das ist eine gute Chance, dass das zu einem Safe-Hood werden kann und in dem dranbleiben anstatt zu sagen, ich probier jeden Tag was Neues weil bist du dann wirklich Fortschritte machst und siehst Boah jetzt habe ich ein neues Safe-hood gewonnen.

00:44:31: Dauert halt ewig!

00:44:32: Und das ist ein super anstrengender Prozess.

00:44:34: Ich hab mit...sechzehn oder sowas glaube ich?

00:44:37: Also es ist auch schon wieder... Sechs Jahre her oder so was.

00:44:40: Mal ein kleines Heft mehr gemacht, wo ich ein paar Texte reingeschrieben habe mit verschiedenen Erfahrungen, die ich eben mit Affet gemacht habe und davon würde ich euch einen kurzen Text mal vorlesen.

00:44:50: Wir sind gespannt!

00:44:51: Der Kellner nimmt die Bestellung entgegen alle beten ihre Auswahl aus der Speisekarte herunter Und was darf es für Sie sein?

00:44:57: werde ich gefragt.

00:44:58: Ich habe kein Essen gefunden das mir schmeckt.

00:45:00: Ich fahre aus dem Rahmen scheine nicht wirklich dazu zu gehören zwischen all den Leuten die sich schon den ganzen Tag auf ihr leckeres Abendessen freuen.

00:45:06: Ähm ... Stammel, ich könnte vielleicht einfach einen Krepp mit Zucker haben gegen das?

00:45:11: Ich hasse meine Sonderwünsche.

00:45:13: Ich hasste sie einfach nur!

00:45:14: Im Liebsten würde ich gar nichts bestellen.

00:45:16: Einfach nur das Baguette essen.

00:45:17: Aber das kann ich Ihnen nicht antun.

00:45:18: Meine Familie nicht und dem Kellner auch nicht.

00:45:20: Nur ein

00:45:21: Krebsügre?!

00:45:22: Das ist alles?

00:45:23: Sind Sie sich wirklich

00:45:23: sicher?!

00:45:24: Ja, ich denke das ist alles.

00:45:26: Na gut!

00:45:26: Dann eben nur ein Krebsügre... Eine Stunde später sitze ich immer noch vor meinem Kreb.

00:45:30: Er schmeckt mir nicht.

00:45:31: er ist anders als ich Zuckerkrepp gewohnt bin und inzwischen ist der auch noch kalt.

00:45:34: Jetzt haben die mir extra was gemacht dass sie nicht auf der Karte stand Und nicht mal damit komme ich klar.

00:45:39: Aber ich schaffe es wirklich nicht mich weiter durchzukämpfen.

00:45:41: Resigniert tippe ich meinen Vater an und frage ihn ob er den Rest ist.

00:45:44: Mit den Schuldgefühlen Essen verschwendet zu haben will ich heute Abend nicht auch umgehen müssen.

00:45:49: Da war jetzt einiges drin, was man gar nicht auf dem Schirm hat.

00:45:51: Sie ist unangenehme.

00:45:53: Sorry das ... Ich fühle das!

00:45:55: Weil es gibt so eins, zwei Kleinigkeiten die ich auch nicht möchte oder die ich nicht mag und ich nicht gut vertrage.

00:46:00: Und ich hab schon schlechtes Gefühl wenn ich im Restaurant sitze und sage, kannst du es aber bitte ohne das machen?

00:46:05: Verstehe das komplett, dann sitzt man da und denkt sich um.

00:46:08: Bei allen anderen ist es so leicht.

00:46:09: Ich muss hier wieder die Nummer extrawieren und Lebensbildverschwendung.

00:46:13: Es ist nicht klar wie viel dran hängt und wie sehr auch viel rausgehört.

00:46:18: so Scham behaftet ist einfach.

00:46:20: Da sind wir wieder ein negatives Gefühl was mit Essen zu tun hat, was halt schade ist.

00:46:24: Dabei kann man ja gar nichts dafür.

00:46:25: Das ist jetzt nicht dass du sagst ich bin etwas Besseres und deswegen möchte ich dich bitte nur clean food haben.

00:46:31: Geht halt nicht.

00:46:32: Meine Eltern haben mir auch erzählt, dass so ganz viele andere Erwachsene und so weiter als ich Kind war dann irgendwie meinten ja die will glaub ich nur Aufmerksamkeit usw.

00:46:40: Und meine Mutter war so.

00:46:41: ah ich hab das Gefühl das ist nicht das Ding!

00:46:45: Das ist wirklich das Letzte was ich in diesen Situation eigentlich will.

00:46:49: Es

00:46:50: ist so

00:46:50: ein schönes Gefühl wenn ich mal mit Leuten beim Italiener bin.

00:46:54: Ich kann mir bestellen was auf der Speisekarte steht und ich muss nicht noch darum bitten irgendwie irgendwas davon dazu oder weg, oder so was machen.

00:47:04: Sondern einfach wie ein komplett normaler Mensch da sein zu können und zu sagen ich nehm die Nummer vierzehn und eine Cola Und nicht aus dem Rahmen zu fallen.

00:47:12: Es ist herrlich!

00:47:14: Ich wünschte ich könnte diese Erfahrung immer machen aber das ist leider halt nur in bestimmten Lokalen wo es eben dieses Heyfoods gibt.

00:47:20: für mich Genau, dieses Aus-dem-Ramenfallen ist auf jeden Fall nichts was Spaß macht So und auf jeden fall nichts was ich irgendwie mache weil ich irgendwie special sein möchte sondern ist sehr viel cooler, wenn da einfach normal zu sein.

00:47:31: Ich würde zum Ende noch mal drüber sprechen.

00:47:34: was kann man denn tun?

00:47:35: und da würde ich sagen überlegt euch erstmal also wenn ich adressiere jetzt Menschen die nicht selbst betroffen sind sondern Angehörige von Betroffenen.

00:47:43: Überlegt euch erst einmal wie sehr seid ihr in einem Inner Circle oder wie sehr seit ihr einfach nur bekannte Leerkräfte whatever?

00:47:51: Die Leute, die nicht in diesem Inner-Circle von vielleicht den fünf klausesten Personen in dem Leben, die ihr betroffenen Person seid, akzeptiert einfach was die Person ist und nicht ist.

00:48:02: Und versucht darin erst mal nichts zu ändern.

00:48:03: Das is'n nicht Fireplace!

00:48:05: Was toll iis', wenn Menschen Safe-Foods da haben... Also wenn Leute mich zu sich nach Hause einladen Wenn sie dann irgendwie Safe-foods für mich da haben Es iis nicht meine Erwartung, dass sie das immer schaffen.

00:48:15: Irgendwie extra für mich noch dieses oder jenes einzukaufen.

00:48:18: Wenn sie's nicht schaffen, Safe- Foods für mich dazu.

00:48:21: Es ist toll, wenn Sie vorher Bescheid geben.

00:48:23: Ich hab wahrscheinlich kein Pesto da, was du isst.

00:48:25: Kannst du dir eins mitbringen?

00:48:26: Für mich kein Ding!

00:48:27: Ich habe Pesto zu Hause genug.

00:48:28: Kann ich mir einpacken, wenn ich's weiß.

00:48:30: Genau das ist für mich auf jeden Fall super hilfreich für den Menschen einfach.

00:48:34: Dass es auf dem Schirm haben und drüber kommunizieren.

00:48:36: gibt's etwas, was ich essen kann?

00:48:37: oder sollte ich mir selber Dinge mitbringen.

00:48:39: Was auf jeden fall keine Erwartungshaltung ist?

00:48:41: aber was cool ist ... Wenn man unterwegs ist anbieten und ich so unentschlossen bin soll ich jetzt das in das bestellen wo ich mir noch nicht sicher bin ob ich's Obst and Safe Food für mich sein wird oder nicht anzubieten?

00:48:51: ey Kannst du die bestellen und probieren?

00:48:54: Und wenn's nichts für dich ist, kann ich es aufessen oder so.

00:48:56: Oder eben auch sowas wie zu schauen ob ich Unterstützung dabei möchte nach Accommodations zu fragen also nach Safe Foods zu fragen oder nach Änderungen an einem bestimmten Gericht sodass das für mich zu einem Safe Food wird.

00:49:09: genau Ich glaub dass jede betroffene Person unterschiedlich ob sie das gerne selber machen möchte oder zusammenfragen möchte oder lieber hat wer eine andere personen für sich fragt Genau ist vielleicht aus situationsabhängig genau aber Das nicht aufdrängen, aber das Angebot machen ist auf jeden Fall hilfreich.

00:49:24: Ihr habt gehört, wie lang ich gebraucht hab, um diese Wörter dafür zu haben?

00:49:28: Ich sag euch, Wörte dazu zu haben ... was irgendwie dieses Thema betrifft.

00:49:34: Deswegen, falls ihr Betroffene Personen am Umfeld habt sind die Chancen gar nicht schlecht gerade bei so einem super unbekannten Thema wie Arthit dass die Person zwar betroffen ist und es aber gar nicht weiß.

00:49:45: also die weiß vielleicht mein Essverhalten ist anders Aber sie hat das nicht diagnostiziert oder whatever.

00:49:50: Ich denke halt vor sich selbst.

00:49:51: wahrscheinlich bin halt merkelig Oder ich bin ein bisschen a picky eater.

00:49:54: Also deswegen wenn ihr bei irgendwelchen Leuten im Umfeld den Verdacht habt Oha!

00:49:59: Die Person könnte Arthitt haben.

00:50:00: nach dem was ich heute in diesem Podcast gehört hab, sagt es der Person gerne.

00:50:03: Weil es kann voll gut sein, dass die Person keine Idee davon hat, dass diesen Begriff gibt und diese Diagnose gibt.

00:50:10: Und das ist ein echtes Ding, wo sie nicht die einzige Person auf der Welt ist, die davon betroffen ist.

00:50:15: Das kann richtig hilfreich sein!

00:50:17: Wenn ihr ... Tatsächlich sagt, ihr seid in diesem Inner Circle von der Person.

00:50:22: Dann könnt ihr auch in der Rolle sein zu unterstützen, dass die Person vielleicht ein neues Fake-Stuff zu gewinnt.

00:50:28: Dann könnte ihr vielleicht schauen was kann ich machen?

00:50:30: Wie kann ich in Situationen, in denen die Person neue Dinge probiert unterstützend ... sein.

00:50:35: Was zum Beispiel helfen kann, mir ist wenn eine andere Person mir bevor ich es probiere versucht nur möglichst detaillierte Beschreibungen zu geben wie das ganze schmeckt damit ich weiß worauf ich mich einstelle bevor ich's dann in den Mund nehme genau oder die einfach gemeinsam Sachen ausprobiert mich ermutigt, das irgendwie zu machen.

00:50:52: Dass wenn so die Sachen, die ich mitgeben würde ... Das ist voll hilfreich, wenn Menschen im Umfeld das so machen und berücksichtigen?

00:50:59: Ich

00:50:59: glaub dabei ist auch für jeden was dabei.

00:51:01: Auch für die, die wissen schon, dass sie betroffen sind.

00:51:03: Für die vielleicht denken, okay, es klingt vertraut.

00:51:06: Also nice auf jeden Fall.

00:51:07: Wenn nicht gut, dass wir auf so einer Note enden!

00:51:09: Aber tatsächlich auch trotz allem muss ich ja mal sagen, wenn ihr noch Fragen habt der Sache und wollt mehr von Lena hören oder vielleicht noch andere neue von deinen Texten oder so, schreibt uns.

00:51:18: Also noch mal, ich sag's ja immer.

00:51:19: Wir machen diesen Podcast für euch und wenn ihr jetzt sagt crazy, ich möchte mehr von hören.

00:51:23: Wärst du bereit, was dazu zu erzählen?

00:51:25: Safe auf jeden Fall.

00:51:26: Wenn ihr Fragen

00:51:27: habt, meldet euch einfach.

00:51:28: Lasst euch die Chance nicht entgehen!

00:51:30: Genau dann wünsch ich euch einen wunderschönen Tag.

00:51:33: Passt gut auf dich auf, redet miteinander und hab' euch lieb.

00:51:36: Macht's gut.

00:51:37: Bis dann, tschüss!

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