Hochsensibilität verstehen: Zeldas Alltag zwischen Empathie und Abgrenzung
Shownotes
Zelda ist hochsensibel. Gemeinsam mit Kinder- und Jugendpsychotherapeut Jörn erklärt sie, was das bedeutet: Denn das Gehirn von hochsensiblen Menschen verarbeitet Reize intensiver und mit weniger Filter. Emotionale Filme, negative Stimmungen oder Konflikte belasten Zelda stärker als andere, aber auch laute Umgebungen oder alltägliche Dinge wie Essen können schnell zur Herausforderung werden.
In dieser Folge erfahrt ihr, warum Hochsensibilität dennoch ein Persönlichkeitsmerkmal und keine Erkrankung ist, auch wenn es für Betroffene wie Zelda belastend sein kann. Die Folge zeigt uns, dass sich Hochsensibilität nicht „abhärten“ oder wegtrainieren lässt, vielmehr geht es darum, einen guten Umgang damit zu finden. Gemeinsam betonen die beiden, wie wichtig Rücksicht, Verständnis und frühzeitige Pausen im Alltag sind und dass Hochsensibilität sogar eine Stärke sein kann.
Triggerwarnungen zu Filmen und Serien findest du hier: (https://www.doesthedogdie.com/))
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00:00:08: Willkommen bei deinem Podcast, es braucht das ganze Dorf.
00:00:10: Hier sprechen jugendliche Alltagsexpertinnen und Experten mit Profis aus der Wissenschaft ehrlich und authentisch über mentale Gesundheit und alles was dazugehört.
00:00:19: Du bist nicht allein denn manchmal braucht es ein ganzes Dorf um den Weg zu finden.
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00:00:32: In diesem Podcast sprechen wir offen über Themen rund um mentale Gesundheit, die für einige emotional herausfordernd
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00:00:48: können.
00:01:07: was es überhaupt ist und wie sich bemerkbar macht, darüber möchten wir heute sprechen.
00:01:11: Heute sitzen mir Jörn gegenüber.
00:01:13: Schön, dass du da bist!
00:01:14: Hallo
00:01:15: Magst du dich kurz vorstellen?
00:01:16: Ja,
00:01:17: ich bin Jörn.
00:01:17: Ich bin Kinder- und Jugendpsychotherapeut.
00:01:19: Ich Bin ein Vierzehn Jahre alt und freue mich hier mit dir zu sein.
00:01:24: Genau, Hochsendensibilität als Thema.
00:01:27: Warum beschäftigst du Dich damit?
00:01:29: wie kam das oder wie betrifft es Dich?
00:01:32: Ich glaube deswegen machst Du's.
00:01:34: Also deswegen reden wir heute drüber.
00:01:36: Magst Du ein bisschen was erzählen dazu?
00:01:38: Mhm!
00:01:38: Ja also... mich schon immer begleitet, aber wofür ich lange keinen Namen hatte.
00:01:45: Wo ich sehr froh war, als ich diesen Begriff gehört hab ... Ich habe das über Social Media das erste Mal irgendwie gehört.
00:01:54: Den Namen hast du selbst gefunden darüber?
00:01:56: Also quasi über das Phänomen, was du von dir kanntest.
00:01:59: Genau!
00:02:00: Und ich hab mich nicht getraut, das für mich so ein bisschen als ein Art Label anzunehmen, weil ich ... wenn da nicht sicher war.
00:02:07: Aber dann hat das auch eine Therapeutin angesprochen, ja, das war so mit vierzehn-fünfzehn Jahren und es hat einfach so auf mich gepasst und für mich so viel erklärt.
00:02:17: Dann haben sie mit mir da auch ein paar Tests zugemacht
00:02:19: ... Also du hast Fragebögen ausgefüllt oder was?
00:02:22: Ah super!
00:02:23: Genau... Und so war das dann irgendwie ziemlich schnell klar.
00:02:27: Okay.
00:02:29: Die Tests haben das quasi ergeben, dass du da reinfällst
00:02:32: Genau, also es ist ja keine Diagnose in dem Sinne oder ein Krankheitsbild.
00:02:37: Aber es gibt trotzdem Tests, die man dazu machen kann?
00:02:39: Ja genau!
00:02:40: Also wir sagen ja so... das ist ein Persönlichkeitsmerkmal und im Moment geht man davon aus dass ungefähr fünfzehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung da reinfallen dieses Temperamentsmerkmal.
00:02:51: Wenn man das so offiziell oder psychologisch betrachtet, dann sagt man ja ... Das beschreibt wie intensiv Menschen physische und emotionale Reihe zu wahrnehmen und verarbeiten.
00:03:05: Würdest du dich da wiedersehen bei einer ein bisschen abstrakten
00:03:09: Beschreibung?
00:03:10: Ja!
00:03:10: Doch würde ich also dass man sozusagen weniger Filter hat und alles einfach ... viel intensiver wahrnimmt.
00:03:18: Ja,
00:03:18: genau so versuche ich es auch zu erklären dass man könnte ja sagen wir haben so ein Filter quasi vor dem Nervensystem und glaube bei Hochsensiblen ist das so feiner justiert.
00:03:29: mit den meisten Menschen werden glaube ich Hintergrundinformationen die also wo vielleicht nicht so wichtig sind so raus gefiltert.
00:03:36: und aber hochsensibil ist es durchlässiger.
00:03:39: Und dann bedeutet das aber gleichzeitig auch mehr an Reizen und Informationen.
00:03:44: quasi auf dich einprasseln, wobei möglicherweise dadurch ja auch dann irgendwie schneller überfordert bist oder quasi voll bist?
00:03:52: Genau!
00:03:53: Was sind denn für dich die Hauptmerkmale von physischen oder emotionalen Reizen, die du so wahrnimmst?
00:04:00: Also, dass viel ... Es gibt so Reize, die glaub ich bei vielen Menschen schnell zur Beforderung führen, Menschen mengen oder... zu lernen, wenn es voll ist.
00:04:10: Wenn viel los ist, viel auf einmal, auf einen so einpresselt, dass ich davon schnell überfordert werde und brauche viele Pausen.
00:04:18: Ich kann mir auch immer nicht ganz soviel vornehmen oder muss halt immer meine Pausend mit
00:04:22: einplanen.".
00:04:23: oder Zeit alleine, wo ich wieder ein bisschen runterkommen kann.
00:04:27: Ich glaub am meisten merk' ich's wahrscheinlich auch im so Medienkonsum und zwar jeder Art.
00:04:32: Es gibt echt wenige Filme die ich schauen kann weil mich das extrem mitnimmt
00:04:36: Und das sind dann eher die Emotionalen Reize?
00:04:39: Oder ist es so schnelle Bildabfolgen und sowas.
00:04:42: Nee das ist das
00:04:43: Emotionale
00:04:44: Ja und da bin ich einfach total eingeschränkt.
00:04:48: Das können auch Kinderfilme oder Zeichentrickfilme sein Aber ich muss mich immer vorher darüber informieren, worum geht's?
00:04:55: Was könnte potenziell schwierig sein.
00:04:57: Das finde ich auch manchmal ein bisschen unangenehm ... Wie war
00:04:59: das dann in der Schule?
00:05:01: Weil das wird ja häufig so ... Als ich kindjugendlicher war, fand ich es immer schön, wenn wir Filme geschaut haben.
00:05:09: Ich kenne aber auch von Patientinnen und Patienten die überwiegend Mädchen diese Sache misst.
00:05:15: Wir gucken einen Film, ich kenn den nicht.
00:05:17: Was ist jetzt los?
00:05:19: Kann ich raus?
00:05:19: Komme ich heute gar nicht oder so?
00:05:21: Das war ganz schlimm für mich.
00:05:23: So in der Unterstufe, da war das oft in den Vertretungsstunden, dass dann Filme geschaut wurden und ich war ... Also, ich hab schon Bescheid gesagt oft, dass ich damit ein Problem habe.
00:05:34: Ich hatte so ein bisschen das Glück, dass sich jünger war als die meisten.
00:05:37: Das heißt, Film ab zwölf, da konnte ich sagen, ich bin noch gar nicht zwölft.
00:05:41: Aber es wurde sehr negativ von der Klasse aufgenommen.
00:05:45: Und ich wurde da schon ... nicht so nett für behandelt, was ich auch irgendwo verstehe.
00:05:49: Die wollten ja den Film gerne schauen?
00:05:51: Wurde er dann oftmals nicht geschaut
00:05:53: oder wie?
00:05:54: Ich hab schon die Rückmeldung bekommen als ich das nur gesagt habe, weil sie Angst hatten, den Film nicht zu schauen.
00:05:59: Ich durfte halt auch nicht raus wegen der Aussichtspflicht.
00:06:02: D.h.,
00:06:02: ich sollte mich ruhig selber beschäftigen und hat nicht gut funktioniert.
00:06:07: Es musste teilweise jemand mit mir ein paar Wochen in meinem Zimmer schlafen ... Also
00:06:11: es hat wahnsinnige Ängste zum Beispiel ausgelöst.
00:06:14: Total!
00:06:15: Und ich hab auch.
00:06:16: Also in der Oberschufe ging's auch noch mal um einen Film, der halt Teil des Lehrplans war.
00:06:20: Ein Mann eigentlich nicht ankommen kann und ich hab extra vorher Bescheid gesagt ... Aber ich wurde in dem Fach benotet.
00:06:26: also das ging nicht gut und dann habe ich den zu Hause mit meinen Eltern erst geschaut damit ich mich so ein bisschen drauf vorbereiten kann.
00:06:32: aber es war so schlimm für mich dass ich die nächsten Wochen ausm Unterricht entschuldigt werden musste.
00:06:37: Und ich hätte das Fach sonst im Abi machen können und so ging's halt nicht.
00:06:41: Es dürfte keine Alternative gefunden werden?
00:06:44: Nee, ich hab angeboten ... Das muss dieser
00:06:45: Film und dieses Thema sein!
00:06:47: Das Thema ja es hätte auch andere Filme gegeben oder ein Buch... Ja es musste halt glaube ich einen Film sein.
00:06:54: Ich habe angeboten darüber zu lesen und nur den Film nicht mitzuschauen dann mitzubehandeln.
00:06:59: aber Das hat alles nicht funktioniert in der Absprache.
00:07:02: Und dann war mir wirklich peinlich, aber ich konnte ein paar Wochen nicht zum Unterricht kommen in dem Fach.
00:07:08: Aber
00:07:09: schade ... Schade, dass ihr es peinlich war.
00:07:12: Ist das mir
00:07:12: auch
00:07:13: peinlig?
00:07:13: Ja nicht falsch bist, sondern es war die Traurig.
00:07:17: Also ich kenne mittlerweile auch Schulen oder die sind vielleicht auch anders gebaut.
00:07:22: Die haben dann manchmal in der Mitte so eine Lernfläche wo die Klassen dran münden.
00:07:27: Dann kenn ich's von einem Mädchen, die darf dann raus wenn ... ein Film geschaut wird.
00:07:33: Also dann ist sie auch nicht davon betroffen visuell oder akustisch und kann da was anderes machen, oder muss auch nicht jemand mit?
00:07:40: Das ging doch nicht!
00:07:42: Und das jetzt gar nicht so unheimlich lange her...
00:07:45: Nee, das ...
00:07:46: Wir können jetzt nicht so reden.
00:07:47: Früher war's schlimmer.
00:07:50: Nee!
00:07:50: Das war ... Dass man keine Möglichkeit findet, dass du alternativ was machen darfst und in dem Fach dich prüfen lassen kannst?
00:07:58: Nee, ich wär auch Teil vom Abi gewesen.
00:08:01: Das war das Problem.
00:08:02: Es war ein bisschen über zwei
00:08:04: Jahren.
00:08:04: Dann ist es aber auch da ein Problem.
00:08:06: Ja
00:08:06: klar, fand ich auch.
00:08:08: Wer macht das Kultusministerium oder so?
00:08:11: Ich weiß nicht, wer diese Prüfung erstellt.
00:08:13: Und
00:08:13: es war auch kein ... Das hätte für viele ein Problem darstellen können.
00:08:17: Ich hab auch Probleme mit Filmen, dass was etwas anderes ist.
00:08:21: Da bin ich eher in Einzelfeier, aber das war wirklich ... Mit Gewalt und
00:08:25: allem.
00:08:25: Genau.
00:08:25: Ich habe immer wieder Schülerinnen und Schüler, die sagen, sie müssen in Deutsch bestimmte Bücher lesen.
00:08:31: Da werden Themen verhandelt, die Sie einfach nicht vertragen.
00:08:35: Und es ist total gerichtfertigt.
00:08:37: Es gibt keine Alternative dann.
00:08:39: Ich verstehe auch nicht, dass man das nicht anpassen
00:08:41: kann.
00:08:42: mehr die Situation natürlich auch.
00:08:44: Spätestens, wenn man gerade so ein bisschen in der Krise ist und trotzdem noch in die Schule gehen kann, dann kann man sowas nicht lesen.
00:08:50: Vielleicht als Information?
00:08:53: Man kann neurobiologisch, also kann man das auch ... zeigen, also über bildgebende Verfahren das Gehirn von hochsensiblen anders auf Reize reagieren.
00:09:04: Und da findet man bei erhöhter Gehirnaktivität in den Bereichen für Aufmerksamkeit, Empathie und Verarbeitung von Sinnesreizen.
00:09:13: Da weiß man quasi dass wenn man jetzt so ein Film schaut, dass so emotionale Bilder egal in welche Richtung tatsächlich dann so Spiegelneuron anfangen zu feuern.
00:09:23: Also wesentlich stärker als beim Menschen die nicht hoch sind sind.
00:09:27: Genau und ich erkläre das auch immer so gerne, dass ein Film einen irgendwie mitnimmt oder man weint oder so.
00:09:34: Das können ja viele Menschen aber die meisten wenn sie dann den Film ausmachen, können sich das wegschieben können dann trotzdem ihr Leben weiter leben.
00:09:44: Und das ist davon nicht so beeinflusst, aber ... Ja?
00:09:48: Das kann ich da nicht.
00:09:49: Sondern der bleibt bei mir und beschäftigt mich die ganze Zeit.
00:09:52: Genau,
00:09:53: das hat man auch ganz gut rausgefunden, dass es eine tiefere Verarbeitung gibt und damit aber auch ne längere.
00:10:00: Also, dass das quasi länger in den Hochsensiblen arbeitet und drinbleibt, wo nicht so schnell wieder verarbeitet oder abgelegt wird irgendwie.
00:10:09: Du hast vorhin gesagt... Wenn du quasi auf die Zeil gehst, viele Menschen und laut.
00:10:16: Das ist auch ein Thema für dich?
00:10:18: Ja ...
00:10:19: Und wie war das dann zum Beispiel mit dem Thema Schule?
00:10:23: Ich hab mein Bestes gegeben sozusagen, dass es so angenehm wie möglich zu machen.
00:10:27: Also ich habe immer so Ortschöpsel dabei, die so Lärm sehr gut filtern.
00:10:33: Mhm.
00:10:33: Ich hab in Pausen oft mit meinen Kopfhörern Musik gehört oder ich bin... Das ist auch nicht bei jedem erlaubt, aber ich bin vom Gelände gegangen.
00:10:43: Man kann diese Strukturen nur sehr begrenzt ändern.
00:10:46: Aber man kann natürlich versuchen sich das selber irgendwie aushaltbarer zu
00:10:50: machen
00:10:52: und genau ... Ich hab viele Pausen alleine verbracht einfach weil es für mich angenehmer war.
00:10:58: Ist natürlich auch irgendwo dann schwierig vielleicht wenn man mehr allein ist, aber so habe ich das für mich ganz gut hingekriegt.
00:11:05: Bin aber auch mal nach Hause gegangen, wenn's zu viel war
00:11:08: Hattest du dann so ein Gefühl, du gehörst nicht dazu?
00:11:12: Also ist das für dich leider so ein Nebenprodukt gewesen von... Ich fühl mich da einsamer oder mehr allein.
00:11:21: Weil ich ruhige Räume brauche.
00:11:23: Oder war das okay für dich?
00:11:25: Schon!
00:11:26: Ich glaube, ich habe sehr viele Fehlzeiten gehabt.
00:11:28: Das hat aber jetzt nicht mit der Hochsensibilität noch zu tun.
00:11:31: Deswegen ... Es war sowieso schon das Gefühl da.
00:11:34: Ich glaube, dieses sich alleine fühlen oder nicht so teilfühlen, das wurde dann schon eher ausgelöst weil ich bei so vielen Dingen aufpassen muss zum Beispiel bei Filmen oder auch bei Nachrichten die ich nicht schauen kann, weil da einfach ich Teil von vielen Gesprächen nicht sein konnte und eben viel verpasst habe was... einen dann vielleicht auch irgendwie mit anderen verbindet in der Schule.
00:11:55: Weil das für mich zu viel war, also ich glaub da kam er dass sich ausgeschlossen fühlen oder nicht teilfühlen her.
00:12:01: und es ist aber erlebstes auch das wenn ihr über Themen redet als Beispiel Krieg oder ja schlimme Sachen.
00:12:10: das also auch da du brauchst nicht die Bilder dafür dass das schon schwierig ist für dich
00:12:15: genau.
00:12:16: also ich neige auch dazu mich zu viel damit zu beschäftigen, weil ich mich schlecht abgrenzen kann und immer so sehr das Bedürfnis zu haben.
00:12:24: Das alles irgendwie zu fixen, weil Ich das so sehr spüre Und ich musste auch manchmal wirklich sagen okay Ich kann jetzt nicht mehr Nachrichten lesen, ich muss damit auffallen.
00:12:34: Aber das ist bei mir dazu, dass ich mich zu viel damit beschäftige.
00:12:37: Aber ich versuche keine Nachrichten zu schauen sondern Wendern zu lesen und nicht abends und so was.
00:12:43: Kannst du dich erinnern als ein kleines Kind war?
00:12:46: Also warst du ... Immer für dich gemerkt, dass du viel wahrnimmst.
00:12:51: Und vielleicht auch so ... Man sagt ja über die hochsensiblen Menschen das sie sehr gut und das eben als Ressource atmosphärisch was wahrnehmen.
00:13:02: Oft viel schneller als andere, dass da irgendwas im Raum ist und dass es Konflikte gibt, die anderen noch nicht spüren.
00:13:09: Neben denen reizen die vielleicht auch sonst viele Menschen wahrnehmen?
00:13:13: Weißt du wie das als Kleines gekriegt war?
00:13:16: Ja, total.
00:13:18: ist bis heute auch so, und das war aber schon früher so ... dass ich so viele Stimmungen und Atmosphären gespürt hab.
00:13:25: Mhm.
00:13:25: Dass mich das ganz schnell überfordert hat, weil ich es zu meiner Verantwortung gemacht habe.
00:13:30: Ja?
00:13:31: Nur weil ich's gefühlt hab und deswegen dachte, wenn ich's fühle dann ... Und das merke, kann ich was machen, aber es war oft gar nicht meine Aufgabe.
00:13:40: Also Konflikte ... irgendwie in der Familie oder so was fand ich richtig schrecklich.
00:13:44: Wenn sich Menschen angeschrien haben, bis heute find ich das total schwer ... Ich hatte auch Total-Schlafprobleme, die ich bis heute auch, weil ich Angst hatte und so viele Dinge mir schnell Angst gemacht haben, gerade was Filme angeht, dass ich nicht alleine schlafen konnte oder Licht gebraucht hab, Tür offen gelassen habe, weil alles zu viel war und ich mich nicht abgrenzen konnte.
00:14:07: Und ich halt ... auch irgendwie dann so empathisch auf Sachen reagiere, dass es mir nicht gut tut.
00:14:12: Und bis heute finde ich Konflikte schwierig.
00:14:15: Auch Konflkte, wenn ich nicht beteiligt bin von anderen Menschen ... Das find ich schon auch schwierig oft.
00:14:21: Mhm.
00:14:21: Dass ich das zu meinem mache, weil ich's
00:14:24: ... Weil du halt das wahrnimmst?
00:14:27: Ja!
00:14:28: Und weißt du wie das war als du klein warst?
00:14:31: Du hast vorhin so schön gesagt, dass du so ein Pausenmanagement hast sehr bewusst.
00:14:37: oder zumindest da immer so sagst, das brauch ich.
00:14:40: Wie war das als kleineres Kind?
00:14:42: Bist du dann häufig drüber gegangen und das hatte dann sowieso geknallt?
00:14:47: Oder konntest du das schon immer gut für dich spüren und hast so intuitiv gewusst, die muss mich rausziehen?
00:14:52: Das ist ja auch was, was vielleicht Eltern, Geschwister, Freundinnen, Freunde auch lernen und verstehen dürfen aber manchmal noch nicht tun.
00:15:02: Das war schon schwierig, glaub ich bin da auch oft ... über diese Grenzen dann auch gegangen.
00:15:06: Weil niemand im Umfeld, das diesen Begriff nur kannte oder gut einordnen konnte ... Also ich hab da Unterstützung bekommen, dass ich nicht alleine schlafen musste und so was.
00:15:17: Aber wirklich gezielt Pausen zu planen war irgendwie nicht so ... Also, ich hab auch ziemlich lange relativ normal so funktioniert damit.
00:15:28: Aber es war schon allen klar, dass ich einfach ein Thema habe, das mich Dinge sehr mitnehmen, ob's ist was in der Welt passiert oder in Filmen oder Büchern.
00:15:35: aber den Umgang damit ... also einen guten umgang damit hatte ich nicht so richtig als kleineres Kind.
00:15:40: Mhm.
00:15:41: Und?
00:15:42: Hattest du das Gefühl, dass Familie oder Freunde gesagt haben, du mögst dich nicht anstellen?
00:15:49: Oder dich zusammenreißen.
00:15:51: Oder ... Du wärst so ein bisschen sensibel.
00:15:56: Sensiblisch.
00:15:57: Und man quasi sagt bitte härt dich ab!
00:16:00: Oder so übertragen.
00:16:02: Ja, so ein bißchen kam das schon auch in der Schule.
00:16:07: hab ich das auch von Mitschülern schon gehört.
00:16:09: Ich glaub, es wurde oft eingeordnet als dass sich irgendwie Aufmerksamkeit möchte wenn ich wegen irgendwas weine oder irgendwas total schlimm finde.
00:16:17: Ich glaube, dass das dann oft in diese Richtung ging also jedenfalls in der Schule nicht von meiner Familie
00:16:21: her.
00:16:22: Das fand ich auch schwierig.
00:16:24: schon viele negative Überzeugungen über mich angenommen.
00:16:27: Weil ich mir auch dachte, warum bin ich eigentlich so?
00:16:31: Und genau in meiner Familie ... Ich glaub, es wurde nicht immer als Problem gesehen, wie's sich für mich angefühlt hat.
00:16:38: Aber es wurde sehr versucht.
00:16:41: dass ich halt irgendwie damit klarkomme und ...
00:16:44: Kennt das denn jemand aus deiner Familie so?
00:16:46: Also, es ist ja auch nicht... Wir haben ja gesagt.
00:16:48: Das sind so fünfzehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung betroffen.
00:16:52: Und das ist natürlich nicht irgendwie eins oder null oder an- oder aus, sondern es ist ein bisschen ein Kontinuum.
00:17:00: Gibt es so Ausprägungen in deiner Familien aber vielleicht nicht so ausgeprägt wie bei dir.
00:17:04: also, dass wird als jemand da eigentlich sich erkennt und mitfühlen weil er es selbst kennt oder bist du da das einzige Phänomen irgendwie?
00:17:13: Ich glaube, ich bin ja schon die Einzige.
00:17:16: In Teilen kennt das auch jeder.
00:17:19: Dass man keine Horrorfilme schauen kann oder dass die Nachrichten einen mitnehmen oder man mal Angst hat, allen zu schlafen, wenn man eine kruselige Situation hatte.
00:17:28: So in diesen Teilbereichen kennt das eigentlich jeder.
00:17:32: Da kann man sich oft zum Teil schon ganz gut reinfühlen.
00:17:35: Aber das ist so wie bei mir war dann ... Eigentlich nicht so, ich hab drei große Schwestern.
00:17:42: Und das war dann oft ein bisschen zwischen Späsel darüber machen
00:17:46: aber auch
00:17:47: mir da ganz
00:17:47: gut helfen.
00:17:48: Ich hatte vor kurzem Gespräch mit einer Lehrerin und der
00:17:52: fragte
00:17:54: sich so ein bisschen ob quasi dass zu viele Kinder vielleicht in dem Sinne sowie zu verweichlicht wären und deswegen immer so heftig auf Sachen reagieren.
00:18:04: Ich weiß nicht, so eine Abhärtung bräuchten oder so.
00:18:10: Ja!
00:18:11: Das hast du grade so ein bisschen gesagt ... das kam dir manchmal von den Mitschülerinnen und Mitschülern so vor?
00:18:17: So ne These in der Art?
00:18:19: Genau.
00:18:20: Ich glaub, das hab ich auch manchmal ein bisschen von meiner Familie empfunden.
00:18:23: Und das habe ich auch irgendwo verstanden, dass ja bei Ängsten sagt man ja auch mal muss es halt machen, damit's leichter wird.
00:18:30: Aber dass das eben eine andere Art von Angst sozusagen ist zu sagen, die schlimmen Filme zu schauen nicht dazu führt dass man sie besser verträgt.
00:18:38: Ja ja aber so ein bisschen habe ich das auch bekommen.
00:18:41: und vor allem also was für mich mit Hoch sensibilität auch sehr zusammenhängt ist dass sich sehr empfindlich bin was Essen angeht und was Texturen angeht.
00:18:51: Das heißt ich war so voll dass die Definition von so Pekita als Kind auch und da hat meine Familie sehr versucht ... so zu pushen.
00:19:01: Also ich glaub, da hätte ich mir schon dieses Wissen mehr gewünscht und auch meine Kinderärztin und sowas, dass sich mehr so Obst- und Gemüse essen soll die ganzen Dinge, die ich total schwer fand auszuhalten Und... Da hieß es dann schon sehr ja Zeit bisschen verwöhnt und die muss ich mal zusammenreißen und für mich war das aber total schwer Auszuhalten, das war schon so eine Sache.
00:19:22: Da hast du einen ganz validen Punkt angesprochen.
00:19:26: Das ist der Unterschied zwischen einem Persönlichkeitsmerkmal und eben keine Erkrankung.
00:19:33: Was du gerade sagtest bei einer Angststörung, dann muss man durch die Angst durch.
00:19:38: Dann hast du aber auch das Erleben mit der Zeit, wenn es gut läuft, dass die Angst weniger wird.
00:19:43: Und wie du sagst nicht der Fall, wenn du jetzt siebzehn Horrorfilmen schaust ... was besser wird, sondern da sieht man finde ich ganz gut auch der Unterschied ist.
00:19:53: Und das würde ich gerne noch ergänzen dass natürlich aus dem quasi aus dem erleben der Hochsensibilität und der Verarbeitung davon und der Umgang davon also wie kann ich damit umgehen?
00:20:06: Wie geht mein Umfeld damit um?
00:20:08: Natürlich Erkrankungen dann resultieren können.
00:20:10: Also wenn ich quasi immer das Gefühl habe Ich bin falsch!
00:20:14: Ich werde ausgeschlossen oder ich hab keinen richtigen Zugang zu Freundinnen Ich fühle häufig, ich kann nicht so mitmachen wie andere.
00:20:22: Dass dann zum Beispiel mein Selbstwert so schlecht wird und ich anfange mich zu hassen, dass ich natürlich was in der Depression rutschen kann.
00:20:31: Aber dann behandelt man eben nicht eine Hochsensibilität an die Depression?
00:20:35: Ja.
00:20:36: Hattest du ein Thema mit Schildchen- und Kratzen von Klamotten ...
00:20:41: Ja, Klamotten, diese Reize war eigentlich nie ein Thema bei mir.
00:20:44: Mhm.
00:20:45: Wie gesagt, mit dem Essen sehr ... Das
00:20:47: war der Punkt.
00:20:49: Und das war auch sehr schwierig.
00:20:52: Das hat nämlich zu so negativen Überzeugungen geführt, dass dann meine Erstörung daraus mit resultiert ist.
00:21:00: Aber da hab ich diese sensorischen Probleme einfach sehr ... Also was Gerüche angeht kann ich schon oft gar nicht aushalten, Geschmack sowieso nicht oder selbst wenn ich den Geschmacksmark halt die Konsistenz oder das nur in der Hand halten.
00:21:15: Das ist für mich oft... schon unaushaltbar.
00:21:19: Und resultiert daraus dann so ein Ekel?
00:21:21: Oder wie würdest du das beschreiben?
00:21:23: Ja, also es ist schon sehr abschossend und eklig für mich aber halt auch so dass mir schlecht wird und ich das Gefühl habe, dass ich mich davon eigentlich übergeben müsste wenn ich's essen würde.
00:21:32: Und ist das dann... Du hast gesagt daraus isst die Essst Ressultiert so aus der Vermeidung.
00:21:39: Ich kann das nicht essen, weil mir übel mit?
00:21:41: Nee also dieses diese krassen Konsistenzprobleme dass ja es wurde so ein bisschen auch für mich eingeordnet irgendwie als aftet was ja auch nach von Essstrungen ist.
00:21:52: aber Für mich war das Problem dass die ganzen Also was auch typisch ist dass es halt leichter fällt wenn es verarbeitete Lebensmittel sind wenn das so snacks sind Weil man immer dasselbe erwarten kann.
00:22:04: Und weil es sich nicht so verändert wie Obst oder Gemüse, wo's immer ein bisschen anders sein kann.
00:22:09: Oder zusammen gemischtes Essen und was das alles total schwierig für mich.
00:22:14: Aber das heißt, ich muss nicht gesünder ernähren.
00:22:17: Ich muss weniger süßes essen, weniger verarbeitete Sachen essen.
00:22:21: Das hat dazu beigetragen, dass ich die Anorexie entwickelt hab.
00:22:25: Weil ich einfach die ganze Zeit im Kopf hatte, Und da hätte mir, glaub ich, sehr diese Aufklärung darüber geholfen.
00:22:35: Dass es nicht daran liegt, dass sich verwöhnt bin
00:22:37: oder so ... Ja, ja, ja.
00:22:39: Sondern dass ich das nicht gut ertrage halt und dass man da sich langsam rantasten muss, dass man mehr verschiedene Sachen essen kann.
00:22:48: Du meinst, er wäre der bessere Punkt gewesen, okay zu finden, dass du das ist?
00:22:52: Das auch so zu lassen und nicht immer so zu kritisieren?
00:22:55: Ja!
00:22:56: Natürlich ist es wichtig, Also, dass man nicht nur komplett eine Sache ist.
00:23:01: Aber damit mehr Geduld dran gehen und verstehen, dass das echt viel Zeit braucht bis man sich an so Sachen rentasten kann.
00:23:09: Ja ich hab das dann halt oft aus Druck sehr anders gemacht.
00:23:13: Und ja, fand ich schon schwierig.
00:23:16: Das war ein sehr wichtiger Hinweis.
00:23:20: dann kennengelernt hast für dich, ist da was leichter geworden?
00:23:24: Oder gab's da erst mal so überwiegend eine Entlastung, dass es dafür Namen gibt und das existiert tatsächlich nicht nur in meiner Fantasie.
00:23:34: Und andere habens auch und so ... Total!
00:23:36: Das war
00:23:37: so erleichternend für mich.
00:23:40: Ich hab also zuerst von Hochsensibilität so erfahren irgendwie, was darüber gesehen und ich dachte mir Boah, das bin so ich.
00:23:48: Und ich hab mich so gesehen gefühlt und es hat so geholfen, dass ich mich auch vor anderen aber auch von mir selbst verteidigen konnte.
00:23:55: Weil ich mir so viel Vorwürfe gemacht habe.
00:23:57: Ich dachte, ich muss darüber hinwegkommen.
00:23:59: Daraus wächst man ja eigentlich raus, dass man so emotional ist oder so sensibel
00:24:03: ...
00:24:04: Das ist für Kinder typisch?
00:24:06: Aber so verbild' ich jetzt langsam zu alt.
00:24:09: Warum schlafe ich immer noch mit Licht- und Offennatur und sowas?
00:24:14: mit dem Essen, dass ich nicht einfach irgendwie verwöhnt bin oder mehr dankbar sein sollte dafür das ich essen hab und so.
00:24:20: Das hat so geholfen, dass mich da vor mir und vor anderen besser richtfertigen konnte auf einer Grundlage.
00:24:28: Und natürlich kann man dann noch mehr darüber erfahren.
00:24:30: wie kann man sich vielleicht besser vorschützen?
00:24:32: Oder wie kann Man daraus kommen?
00:24:33: mehr also was es jetzt dir das Essen angeht natürlich hoch sensibel bist du halt oder halt aber Ich fand's Total erleichtern, es hat so viel für mich erklärt.
00:24:43: Die
00:24:43: Beschäftigung mit Hochsensibilität ist ja ... Also hab ich festgestellt gelesen, dass wir in den Neunzigern entstanden haben.
00:24:50: Da gab's irgendwie einen PsychologInnepaar Aaron die in den USA dazu ein bisschen geforscht haben und die haben dann auch eine Diagnostik entwickelt eben Fragebögen, die auch Valide sind, überwiegend eingesetzt werden, vielleicht etwas verbessert oder etwas klarer zugeschnitten.
00:25:09: und trotzdem gibt es ja so ist das medial mehr aufgetaucht.
00:25:16: Es gibt dann sowas wie Trenddiagnosen oder Wohlfühldiagnose oder sowas was auch manchmal daran liegt dass Dass man dann irgendwie irgendwas im Internet mal gemacht hat und dann ist da rausgekommen, ich bin hoch sensibel.
00:25:31: Wie hörst du das?
00:25:32: Wie gehst du damit um?
00:25:33: oder hast du da auch Kritik gehört oder eben auch so Abwertungen diesbezüglich so dass man es nicht ernst nimmt?
00:25:42: Ja, also ich finde grundsätzlich, was so dieses Thema auch so Selbstdiagnose und sowas angeht muss man extrem vorsichtig sein.
00:25:49: Deswegen habe ich das für mich nicht sozusagen als Nahtlabel angenommen bis ich das nicht mit einem Therapeuten besprochen hab.
00:25:56: Man muss aber natürlich die Realität beachten, dass nicht jeder ... die einen Therapeuten oder Arzt zur Verfügung hat, der mit einem so was besprechen kann.
00:26:05: Und dann ist natürlich hilfreich, wenn man sich trotzdem wiederfinden kann in etwas ... Ich finde jetzt das Hochsensibilität angeht, da find ich es eigentlich schon auch hilfrecht, wenn du im Internet was zufindet, war's dann wirklich eine ... Erkrankung angeht, muss man noch vorsichtiger sein.
00:26:21: Dass man das nicht für sich annimmt, wenn man das auch mit einem Arzt besprochen hat.
00:26:27: Aber ich glaube ... Weil Hochsensibilität ja ein Spektrum ist und dass es für viele schon hilfreich sein kann.
00:26:35: So auch vielleicht davon zu erfahren, weil das ist in meiner Erfahrung was, was nicht unbedingt in Therapie viel vorkommt.
00:26:42: Ich tue das aber auch nur meine Erfahrung.
00:26:44: Also wie gesagt ich finde man muss da schon auffassen, was man dafür sich so benennt.
00:26:50: Aber man kann das ja auch ein bisschen umgehen dem man sagt, ich fühle mich da sehr zugehörig oder davon fühle ich mich sehr gesehen ... Ich glaube, dass das und das sein könnte.
00:27:02: Du hattest im Vorgespräch gesagt, dass man dir auch häufig dann so sagt ... wärst du vermutlich irgendwie im Autismus-Spektrum.
00:27:13: Wie gehst du damit um?
00:27:15: Da gibt es klare Abgrenzung, aber es gibt Überschneidungen natürlich und da scheint man dich dann gerne mit reinzuwerfen.
00:27:21: Das höre ich tatsächlich ziemlich oft habe ich auch eine Zeit lang überlegt weil einfach in den Auswirkungen das schon ähnlich ist.
00:27:28: also gerade was diese Reizverarbeitung angeht dass man Pausen braucht, dass man eine Routine hilft.
00:27:35: Auch gerade diese Schwierigkeiten mit Konsistenzen beim Essen ist ja auch so typisch für Autismus.
00:27:41: Aber für mich ist der entscheidende Unterschied, dass meine Überforderung nicht daherkommt, dass ich soziale Konstrukte und Norm- und Signale nicht verstehe ... Und mich anpasse, sondern dass ich einfach zu viel davon wahrnehme und das nicht gut filtern kann.
00:27:57: Das heißt, ich werd auch erschöpft und viel überfordert.
00:28:01: Aber es liegt nicht daran, dass ich die ganze Zeit mich versuche irgendwie anzupassen oder was nicht verstehen kann.
00:28:08: Sondern dass ich einfach zu viel davon mitbekomme.
00:28:11: Genau und ich glaube das ist für mich ein sehr entscheidender Unterschied daran.
00:28:15: Ich verstehe das auch so, gerade das ähnliche ist die Reizoffenheit vielleicht.
00:28:20: aber der Unterschied liegt in der sozialen Komponente Im Autismus spektrum die Menschen dann eher quasi kognitiv das erfassen und du eher im zu viel fühlen und wahrnehmen, dann bist.
00:28:36: Genau.
00:28:36: aber es ist ja auch beides eine Art von Neurodivergenz.
00:28:41: in dem Sinne hat es ja auch dann Überschneidungen.
00:28:44: Dann fände ich es noch spannend.
00:28:46: in der Forschung wird zum gezeigt, dass die Menschen mit Hochsensibilität sehr stark auch davon abhängig sind wie die Umgebung reagiert.
00:28:55: Wenn man sagt wenn die Gebungen gut für die Menschen sind dann können sie das als Ressourcen nutzen also dass sie eher die Empathie sehr stark leben können oder sehr kreativ sind und wenn die umgebung aber eher negativ ist dann sorgt es halt dafür dass Ängstlichkeit zb entstehen kann oder Rückzug.
00:29:16: Wie siehst du das heute?
00:29:17: Siehst du deine, dass eher als Belastung oder als Ressource?
00:29:20: oder ist es auch zu schwarz-weiß?
00:29:23: Es fühlt sich tatsächlich oft wie eine Belastungen für mich an.
00:29:27: Ich glaube, dass man das wirklich auch lernen kann wenn man klar für sich Grenzen setzt und im Zweifel vielleicht sogar zu... Also Grenzensätze, die nicht unbedingt nötig werden.
00:29:39: Um rauszufinden, wo das Limit liegt für einen?
00:29:42: Für mich ist schon oft eine Belastung, dass ich gerade wenn so viel in der Welt los ist und ja ... Dass ich mich da nicht komplett drin verliere.
00:29:49: Und dann auch so ein irgendwie daran verzweifelt, dass sich das alles irgendwie so doll spüre aber nichts machen kann.
00:29:55: Dass
00:29:55: du dich dann schnell hilflos
00:29:57: findest.
00:29:57: Ja!
00:29:57: Unmächtig.
00:29:59: Da ist manchmal schwierig, dass andere Menschen mir sagen, Selda, du kannst dich nicht den ganzen Tag damit beschäftigen.
00:30:04: Das tut ja auch nicht gut und hilft niemandem.
00:30:06: Aber da muss ich schon sagen, dass ich mir oft wünschen würde einfach mehr auszuhalten.
00:30:12: Und auch länger Energie zu haben und weniger Pausen zu brauchen so.
00:30:16: Andere Sätze habe ich aber auch inzwischen in meinem Leben, weil ich da eine bessere Erklärung für hab kann nicht besser für mich einstehen.
00:30:23: Das heißt auch das wenn ich so in meinen Grenzen bleibe dann kann es halt auch irgendwie hilfreich sein.
00:30:31: Also ich bin ja auch dankbar, dass ich mich schnell einfühlen kann.
00:30:34: Genau also es gibt auch in dir die Freude darüber, weil du so toll spürst und fühlst und wahrnimmst?
00:30:41: Ja und das ist mir nicht schwer fällt mit anderen Menschen mitzufühlen.
00:30:45: dafür bin ich auch schon dankbar.
00:30:47: Ich denke muss noch mehr lernen trotzdem mehr zu verzeihen wenn ich was nicht hinkriege oder was zu vieles.
00:30:55: aber ich glaube genau da Wenn man da besser auf sich aufpasst dann ist es auch eine bessere Ressource Mehr Ressourcen und weniger Belastung.
00:31:03: Kannst du sagen, dass dir geholfen hat das zu stören?
00:31:06: Wanns Zeit wird oder dass du schon bevor's Zeit wird verstehst?
00:31:10: Es wird gleich Zeit ... Ja,
00:31:14: tatsächlich mache ich das ziemlich genau so.
00:31:16: Wenn es gerade noch geht, weiß ich, ich müsste langsam ... Das ist manchmal auch gegen meine ... Intuition, weil eigentlich geht's ja noch.
00:31:25: Aber wenn es dann so viel ist, denn es ist schnell wirklich zu viel.
00:31:28: Das heißt ich versuche, wenn ich merke... Ich mach das jetzt schon eine Weile.
00:31:32: Ich bin schon eine weile draußen oder beschäftigt oder was auch immer.
00:31:35: so gerade ist dass ich solange ich noch etwas Energie hab, mich dann von der Situation schon mal irgendwie entferner.
00:31:42: Was auch manchmal traurig ist, wenn du so sagst, denk ich an irgendeine Feier, eine Party ... Ich
00:31:48: bin schnell die Erste, die geht's.
00:31:49: Jetzt musst
00:31:49: du merken, oh, ich müsste gehen aber eigentlich ... Ja
00:31:53: genau und da ist total hilfreich, wenn man Menschen um sich hat, die das verstehen also meine Freundin.
00:31:59: Für die ist das okay, sie wissen, dass es nichts mit denen zu tun hat.
00:32:03: Auch meine Freundin ... Dann sag ich ihr, ich kann jetzt nicht mehr so gut antworten, weil ich bin so erschöpft oder ich mach mal die Augen zu in der Bahn oder sowas.
00:32:13: Das ist gar kein Ding und dann unterstützt sie mich auch.
00:32:15: Und das finde ich hilfreich als Bestätigung.
00:32:19: Ja.
00:32:20: Das zu brauchen und so zu sein, aber auch wie gesagt so Dinge wie meine Ortsstöpsel oder sowas ist es so hilfreich.
00:32:26: ich schaue bei jedem Film den ich schau vorher gibt's eine Website die heißt The Dog Diee wo man alle möglichen Trigger oder alles was ein irgendwie für jemand also für ein schwierig sein könnte vorher einfach nachschauen kann.
00:32:37: weil da diese ganzen das
00:32:38: können wir noch verlinken
00:32:39: ja das ist so hilfreich.
00:32:43: Das heißt im Vorhinein einfach genau auch schon damit planen.
00:32:47: Hast du manchmal das Problem, dass du Angst hast was zu verpassen?
00:32:50: Ja also das ist auch noch ein bisschen
00:32:52: gemeint... Ich sag auch viel ab oder ja das ist schon
00:32:56: auch.
00:32:57: Ich kenne jetzt hier in Frankfurt zwei drei Schulen.
00:33:02: Vielleicht gibt es mehr, aber die kenn ich jetzt so.
00:33:04: Ich hab das Gefühl, dass er auch bei Lehrerinnen und Lehrern dafür ein Verständnis ist, die baulig sind, dass man sagt, Schülerinnen können mal raus, sie können sich zurückziehen ... Es geht tatsächlich viel darum um Wissensvermittlung für Lehrerinnen- und Lehrer, damit sie diese Konzepte überhaupt im Kopf haben, dass das kein Phänomen ist, wo's Abhärtung bedarf!
00:33:31: Und dann aber auch eben diese Erlaubnis und das vielleicht auch eben gerecht ist nicht, dass alle das Gleiche machen.
00:33:39: Gerecht ist, dass die Person das machen können was sie gerade für sich brauchen und dass das auch mal bedeutet du kannst raus oder du kannst dir Kopfhörer aufziehen oder musst jetzt nicht immer bei Gruppenarbeiten permanent mitmachen usw.. Also dass man so Etwas flexibler, wie du vorhin sagst.
00:33:57: Ich musste den Film schauen, damit ich geprüft werden kann oder so ... Dass man da eigentlich wegkommt?
00:34:03: Man muss da wegkommen!
00:34:04: Es geht nicht.
00:34:05: Ja und dass es auch nicht mit einer Unterstellung einhergeht, dass man sich da gerade rausziehen will.
00:34:11: Das hören auch viele, das holt sie ja grad nur nicht im Unterricht teilnehmen.
00:34:16: Ich hab auch manchmal gehört, dass's unfair ist, dass ich das dann nicht mitmachen muss irgendwas.
00:34:22: Das ist verstanden mit etwas, was nicht ein Vorwand ist.
00:34:25: Ja
00:34:26: das ist bei allen Nachteilsausgleichen so, dass auch da Schülerinnen und Schülern erklärt wird es geht hier um einen Ausgleich.
00:34:34: also da kommt nichts drauf was jetzt für einen besser wird und leichter wird sondern man startet aus Minus und ist dann auf der gleichen Ebene erstmal Und das wird oft nicht verstanden.
00:34:46: Aber ein letzter Punkt von mir, du hast vorhin gesagt dass es manchmal so schwierig ist weil du merkst du kannst ja noch und da ist es aber schon wichtig zu sagen ich drehe dir jetzt ein bisschen zurück Das ist bei den seelischen Erkrankungen super häufig, so das Jugendliche zu mir sagen.
00:35:03: Ich kann aber ja noch und auch Lehrerinnen und Lehrer das scheinbar manchmal nicht sehen.
00:35:08: Sie sagen was du hast in Depressionen?
00:35:10: Du lachst doch und du hast doch mitgemacht und so.
00:35:14: Dass also irgendwie das Konzept da ist.
00:35:17: die Lehrerin oder Lehrer oder Mitschülerin oder Eltern glauben mir erst dass ich zum Beispiel eine Depression habe wenn ich ihn nicht mehr aus dem Bett komme.
00:35:23: Ich hab wirklich meine Prausen oft eingeplant weil wird es uns zu viel.
00:35:27: Ich hab nicht so ganz getraut, das auszusprechen weil dann habe ich ja von vorne herein mir eine Pause genommen und nicht erst als sich sie wirklich gebraucht haben sozusagen.
00:35:38: aber ich wusste all sonst wird's zuviel und dann komme mich in Situationen wo ich nicht mehr gut reagieren kann wo es dann schnell dass ich irgendwo hinkomme, wo ich mich entspannen kann.
00:35:50: Das ist total spannend ... Ich hab oft das Gefühl, es ist noch nicht erlaubt.
00:35:55: Es ist gesellschaftlich noch nicht drin, dass wir da schon eine Pause machen, wo wir sagen jetzt wird's langsam nötig, aber natürlich könnte ich noch.
00:36:05: Aber sinnfrei!
00:36:06: Und das ist langfristig zu viel mehr ... Leistungsfähigkeit führt, wenn man sich vorher ausruht.
00:36:13: Also wichtig am Ende vielleicht noch mal dass es auf jeden Fall keine Schwäche ist und auch keine übertriebene Reaktion sondern wirklich eine nachweisbar andere Art Preise zu verarbeiten.
00:36:25: Und das ist auch nichts was mit so viel Exposition überwunden wird da lernen muss, innerhalb der eigenen Grenzen zu bleiben und das dann auch die anderen Ressourcen sein kann.
00:36:39: Und auch Vorteile haben kann wenn man da lernt gut auf sich aufzupassen.
00:36:42: Ja genau.
00:36:44: Fühlen!
00:36:44: Dann ganz herzlichen Dank für
00:36:46: das
00:36:47: Teil deiner ... ja deines Lebens nachher ne?
00:36:49: So hat mir ganz viele neue Einblicke gebracht.
00:36:52: ich konnte viel lernen.
00:36:53: vielen dank dafür.
00:36:55: Schön.
00:36:55: Gut
00:36:56: mach's gut tschüss tschüß.
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