AD(H)S bei Mädchen: Warum bin ich nicht "normal"?
Shownotes
In dieser zweiten Folge über AD(H)S geht es um Luises ganz persönliche Geschichte. Gemeinsam mit Kinder- und Jugendpsychotherapeut Jörn spricht sie darüber, wie es für sie war, als junges Mädchen mit AD(H)S aufzuwachsen und welche Herausforderungen damit verbunden waren. Obwohl AD(H)S bei Mädchen häufig übersehen oder erst spät erkannt wird, erhielt Luise ihre Diagnose bereits in der ersten Klasse.
Luise hat sich immer anders gefühlt: zu laut, zu viel, zu schnell. Das Gefühl nicht dazuzugehören, ein "Alien im menschlichen Körper" zu sein, hat ihr das Schulleben nicht leicht gemacht. Mit Unterstützung durch ihre Familie und ihrem Arzt konnte sie ihren Weg finden. Heute weiß Luise: "Ich bin gut, so wie ich bin."
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00:00:08: Willkommen bei deinem Podcast, es braucht das ganze Dorf.
00:00:10: Hier sprechen jugendliche Alltagsexpertinnen und Experten mit Profis aus der Wissenschaft ehrlich und authentisch über mentale Gesundheit und alles was dazugehört.
00:00:19: Du bist nicht allein denn manchmal braucht es ein ganzes Dorf um den Weg zu finden.
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00:00:56: Hi, schön dass ihr alle wieder da seid.
00:00:58: Ich bin Issa, ich bin siebenundzwanzig und Gamechangerin bei Trimmonie.
00:01:01: Das ist die zweite Folge, die wir zu ADHS drehen.
00:01:04: Vielleicht habt ihr die letzte Folge mit Emy bereits gehört?
00:01:07: Heute möchte ich mit Jörn über meine Erfahrungen an der ADHS sprechen und so noch mal eine andere Perspektive reinbringen!
00:01:13: Ich bin ein bisschen nervös und rede deswegen vielleicht etwas schnell aber das passiert hat
00:01:18: manchmal... die Folge aufzunehmen.
00:01:28: Aufgeregt bin ich immer!
00:01:30: Der Schwerpunkt heute bei dem Thema ADAS ist, wollten wir nicht darauf legen nochmal über Diagnosekriterien und so zu reden sondern... Ein bisschen mehr soll es um deine Geschichte gehen.
00:01:41: Und wir wollten vielleicht noch mal ein Stück drauf schauen, was wie immer so feststellen ist dass das ja bei... Also die Verteilung ist eh so, dass ungefähr vier bis fünf Mal mehr Jungs diagnostiziert werden.
00:01:52: aber zusätzlich werden Mädchen auch oft übersehen und da wollten wir auch ein bisschen drüber reden.
00:01:57: Man wurde es bei dir diagnostiziert?
00:01:58: Oder wie ging es bei Dir los, dass du irgendwie ... weiß ich nicht.
00:02:02: Vielleicht das Ford-ADHS das erste Mal gehört hast oder dass jemand dir gesagt hat, bei Dir ist aber was anders, oder?
00:02:09: Also, ich hatte das große Glück, dass mein Nimmer war Satz Tieren und er arbeitet schon sehr lange in der Kindheitsbildung also Kindergarten und auch Grundschule.
00:02:19: Und die hat mit meiner ... Klassenärerin in der ersten Klasse Probleme gehabt.
00:02:25: Weil die sich immer darüber beschwert hat, dass ich sehr auffällig munterisch bin und meine Mama ist dann zu unserer Kinderärztin gegangen.
00:02:32: Und ich hatte das große Glück, ich hatte eine wirklich gut gebildete Kinderärztin, sie sich schon mit dem Thema ADHS beschäftigt hatte ... Ja?
00:02:40: Sie hat gesagt, also, ich vermute... Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr Tochter ADHS hat.
00:02:46: Ich würde sie einfach mal zu eurem Experten in Wiesbaden schicken.
00:02:49: Mhm!
00:02:50: Und so hab ich meinen Psychologen, Dr.
00:02:52: Pierre damals kennengelernt und hab dann die Diagnose ADHS mit ... also zwischen dem Alter von sechs und sieben bekommen in der ersten Klasse.
00:03:01: Hab auch die medizinischen Tests gemacht für die Vergabe von Medikamenten und hab angefangen, Medikamente zu nehmen.
00:03:09: Bin aber gleichzeitig noch in eine Kinder-ADHS-Gruppe gekommen.
00:03:13: Für meine Mama gab es eine Gruppe für Erwachsene.
00:03:17: Also, deren Eltern.
00:03:19: So ein älteren Training oder ... Für Eltern mit Kindern die ADHS haben damit sie sich auch austauschen können.
00:03:25: und in der ersten Gruppensitzung war das ganz besondere, dass mein Arzt den Eltern einen Brief vorgelesen hat.
00:03:34: aus der Sicht von einem Kind, das ADHS hatte Und alle Eltern in der Gruppe haben extrem weinen müssen weil die da zum ersten Mal gehört haben wie das Aus der Sicht des Kindes ist es für Eltern schwer, wenn ein Kind ADHS diese Diagnose bekommt.
00:03:51: Vor allen Dingen zu der Zeit damals, weil es damals noch nicht so viele Hilfestellungen gab.
00:03:55: Das ist jetzt in zwanzig Jahren her ...
00:03:58: Ja.
00:03:58: Die erste Sitzung war mit euch allen, also Eltern und Kindern?
00:04:02: Nee, wir waren in der Zeit ... In so einem Raum, wo wir uns als Kinder kennenlernen durften und über unsere Erfahrungen reden konnten.
00:04:10: Und meine Mama hat dann nach draußen auf mich gefahrt.
00:04:14: Ich erinnere mich an die Gruppensitzung, aber ich erinnert mich nicht daran an dieses Gespräch mit meiner Mama danach.
00:04:19: Meine Mama hat gesagt, dass ich danach das ... ist hier ganz klar noch vor Augen, dass ich zu ihr gerannt bin und in ihre Arme gesprungen wird.
00:04:27: Mama!
00:04:28: Ich bin ja gar nicht alleine.
00:04:29: Ich bin nicht die Einzige, die das hat.
00:04:32: Da sind auch andere Kinder, die so sind wie ich.
00:04:34: Und es hat sie total berührt.
00:04:37: Krass, eine schöne Erfahrung für dich nur.
00:04:39: Ich hatte sehr großes Glück mit diesen Psychologen und diesem Rats spezialisiert auf ADHS.
00:04:44: Ich war jahrelang zu ihm gegangen bis ich, glaub ich, einundzwanzig war ungefähr.
00:04:48: Also der hat mich wirklich mehr an den gesamten Jugendweg begleitet.
00:04:53: Das war ja in dem Sinne jetzt nicht Psychotherapie, sondern das war also Gruppe oder medikamentöse Behandlung.
00:04:59: Hast du noch Therapie gemacht?
00:05:01: Oder war das so ausreichend da?
00:05:02: Also ich hatte Therapiesitzung sowohl so als auch in der Gruppe bei Dr.
00:05:07: Pee und dann gleichzeitig noch die Medikamente ... Und
00:05:11: hat er verschrieben, dass ihr es psychiatert habt?
00:05:13: Genau,
00:05:13: psychiatert.
00:05:15: Also spezialisiert auf den Bereich ADHS.
00:05:18: Es gibt ja drei Typen von ADAS.
00:05:21: Der erste ist quasi so vom hyperaktiven Typ, das zweite ist unaufmerksam und das dritte ist dann irgendwie die Mischform.
00:05:29: Du hast gesagt, dass du eher auffällig warst.
00:05:33: Also eher quasi Typ eins wenn man es so sieht ... Tatsächlich
00:05:36: eher Typ Drei aber die Auffällige waren natürlich ... Die Reparativität.
00:05:43: Okay,
00:05:43: und das war quasi der Aufhänger, dass die Lehrerin sich irgendwie ... weil sie nicht gestört gefühlt
00:05:49: hat?
00:05:49: Ja, über mich beschwert
00:05:51: hat.
00:05:51: Sie wollte tatsächlich dich sicher von den Sonnerstunden gekommen.
00:05:54: Oh okay!
00:05:55: Und du hast aber vier Jahre mit ihr verbracht.
00:05:57: Mhm.
00:05:58: Ging das dann irgendwie besser oder also so mit, weiß ich nicht, Tabletten-Training
00:06:02: usw.?
00:06:03: Ja auf jeden Fall, aber ich glaub... Ein großer Hilfsteil ist auch gewesen, dass meine Eltern hinter mir gestanden haben sehr.
00:06:10: Sowohl mein Vater als auch meine Mama ... Weil mein Papa war jemand, der hat jedes Mal wenn die Lehrerin sich darüber beschwert hat das ich so wild bin gesagt hat naja aber sie ist eben auch ein Kind dann
00:06:21: haben sie
00:06:21: einfach mal ein bisschen Verständnis.
00:06:23: und meine Mama die halt sehr viel mal eine Diagnose gekämpft hat und dafür, dass ich trotzdem nochmal in den Schulalltag integriert werde
00:06:30: Wie ist dein Bild von ADHS?
00:06:34: Was ist das für dich, hast du da eine Idee entwickelt?
00:06:37: Es ist
00:06:38: sehr ambivalent.
00:06:39: Auf der einen Seite ist es etwas, dass mir viel Schwierigkeiten ... dass er viele Schwierigkeiten bereitet hat.
00:06:46: Er wohnt in der Schule als auch in Freundschaften, mir ist es immer sehr schwer gefallen Freunde zu finden weil ich eben sehr extrem schnell bin also sowohl vom...
00:06:54: Genau dann unterbrech mich nochmal natürlich dich aber ich würde noch mal eine Frage vorschicken weil dann wäre doch nochmal spannend drüber zu reden.
00:07:03: wie macht sich das bemerkbar?
00:07:04: vielleicht was wären wenn man jetzt in so einem Sprech ist?
00:07:07: Was sind die Symptome für Dich von dem ADAS die sich dann eben auswirken auf verschiedene Sachen.
00:07:14: Also für mich ist ADHS einfach extrem vielinnere Unruhe, mein Kopf ist nie ruhig.
00:07:21: Also meinen gehörenden Renteignungs immer zwanzig Schritte vor war es für mich natürlich voll normales aber trotzdem anstrengend und das kostet nicht einfach sehr viel Energie, Sachen zu machen, je für andere Leute vielleicht ganz normal oder einfach sind im Alltag also Hausaufgaben machen war grauenhaft.
00:07:38: stillsitzen war furchtbar für mich.
00:07:40: zu versuchen, einfach nur dazusitzen.
00:07:44: Während Leute durch ihre Sätze schleichen?
00:07:47: Ich hab das ...
00:07:49: ich
00:07:49: fand es grauenhaft!
00:07:51: Wenn jemand mit mir redet, ich weiß noch meine Schwester hat einen Freund der war sehr nett aber er war furchtbar langsam Ein sehr ruhiger Mann und ich hab den einfach überrollt.
00:08:01: Der kam bei mir nicht zu Wort, der war zu langsam, ich hab ihm seinen Satz beendet für ihn und dann habe ich seine Frage beantwortet.
00:08:06: und das finden viele Leute sehr
00:08:08: anstrengend.
00:08:10: Tagträume rein.
00:08:12: Ich finde es sehr schwer, engagiert zu bleiben oder mitzumachen gerade im Unterricht wenn ich das uninteressant finde und halt Zeit damit verbracht mir Geschichten auszudenken bei meinem Kopf Bilder zum Malen oder einfach aus dem Fenster zu schauen und dass die Lehrer natürlich eher negativ aufgefallen aber auch diese Unruhe.
00:08:33: Genau,
00:08:34: das war der erste Satz von dir.
00:08:36: Also mein Gehirn ist immer unterwegs.
00:08:39: oder es ist so eine permanente Unruhe in dir und fühlt die sich denn blöd an?
00:08:46: Oder können sie auch ein neutraler Gefühlszustand sein?
00:08:52: Oder hat er damit verbunden den Gefühl ... Wenn ich irgendwas erreiche dann ist die Unruh weg.
00:08:59: also muss ich da jetzt hinkommen So ein Gefühl von, es ist was Offen oder es muss was erreicht werden?
00:09:08: Mal so mal so.
00:09:09: Manchmal ist die Unruhe einfach weil ich was geschafft bekommen muss und dann mach' ich alles andere als das, was ich machen soll.
00:09:15: also ich krieg innerhalb von einem Tag kann nicht meine gesamte Wohnung die Klinen und drei Bücher lesen aber ich habe dann trotzdem nicht das Essay geschrieben, was eigentlich ich machen wollte.
00:09:25: Das ist immer noch offen und kriege nachts in mein Gehirn.
00:09:29: Du hast das Essayer immer noch nicht geschrieben.
00:09:33: Und dann denke ich mir, ja aber ich hab die ganze Wohnung geputzt, weil du dein Essai nicht schreiben wolltest.
00:09:37: Ja und dann
00:09:39: fühlst du dich schlecht?
00:09:40: Ja
00:09:41: also klarkst dich an.
00:09:43: Aber manchmal ist es tatsächlich auch einfach so eine Unruhe, die einfach unter der Haut sitzt als hätte man... Mein Papa hat das immer gut gesagt, ich habe halt auch Hummeln im Hintern.
00:09:52: Also einfach dieses, ich kann nicht gut, ich muss irgendwas machen.
00:09:57: Hast du auch eine besondere Hitze in dir?
00:09:59: Oder ist dir schnell sehr warm oder läufst du gern Barfuß oder brauchst du wenig Jacken?
00:10:05: Ja aber tatsächlich es ist eher so ein krimmeliges Gefühl im Brustbein.
00:10:12: Ich bin noch bisschen kälter unempfindlicher als der Rest meiner Familie.
00:10:18: Weil ich kenne viele neurodivergente Menschen, die ... Das sehe ich ja, wie sie in die Praxis kommen.
00:10:23: Es ist total schön, wenn Eltern bei kleineren Kindern besser verstehen und nicht immer an ihren Kindern rummachen, dann lassen Sie die Kinder so zunehmend sein, wie Sie sind.
00:10:36: Und dann kommen die oft auch, wenn es sehr kalt ist, ohne Jacke oder Kommenbarfuß oder sehr dünn begleitet.
00:10:43: Das find ich witzig, weil am Anfang kriege ich noch mit, gesagt, du musst was anziehen und die Kinder sagen, naja mir ist warm.
00:10:49: Und wenn wir dann ein paar Elterngespräche gehabt haben, dann wenn es gut läuft, dann sagen sie okay ja ich verstehe, mein Kind kann das vielleicht wirklich selbst einschätzen?
00:10:59: Die Erkältung kommt nicht von Kälte sondern vom Viren in der Regel und dann lassen
00:11:03: sich die Kinder...
00:11:04: So laufen.
00:11:06: Ja, und auf jeden Fall ... Wobei Barfußlaufen gar nicht mein Ding ist, das mach ich nur gerne zu Hause oder wenn der Gras ist oder Sand.
00:11:16: Gibt es für dich eine besondere Sensorik?
00:11:19: Waren so Sachen wie die Schildchen in den
00:11:22: T-Shirts,
00:11:23: Hosenstoffe sehr schlimm für dich.
00:11:26: Die musst
00:11:26: du mal rausreißen.
00:11:27: Nicht rausschneiden weil dann hast du immer noch dieses ... Nee, raus schneiden.
00:11:32: Ich hab die mal rausgerissen.
00:11:33: Ist ja zum Leidwesen meiner Mutter.
00:11:34: Aber tatsächlich ... ich mag auch sehr gerne ... Das klingt jetzt witzig, aber ich trage unheimlich gerne Korsettes.
00:11:41: Weil diese schön eng am Körper sitzen und es wird sich einfach ... Ich dachte,
00:11:43: das gibt so Halt vielleicht?
00:11:45: Ja!
00:11:45: Genau.
00:11:46: Und eine Grenze vielleicht?
00:11:48: Wahrscheinlich, aber es ist einfach dieses Fest... Eingeschlossen sein.
00:11:54: Und diese Begrenzung sozusagen, also ich bin auch jemand... Ich hasse Routinen aber ich bin ein großer Freund von Routien sage ich immer.
00:12:01: Ich ziehe einzuhalten ist ein grauen Aber ich weiß nicht brauche sie und ich glaube das wie so eine Einschränkung für mein Körper die sehr angenehm.
00:12:07: aber ich trage tatsächlich auch sehr gerne extrem lockere Klamotten weil ich mag das Gefühl davon wenn es um meinen Mein Körper so.
00:12:15: Also, irgendwie beides dann?
00:12:18: Mit Korsett sehr eng begrenzt haltgebend stabil und das andere ist fließend.
00:12:24: Was ich sagen wollte ... Das Neurodiversität wollte ich kurz ansprechen.
00:12:30: Und es ist ja aus der Autismus-Spektrumsstörung, also von Menschen die das haben...
00:12:36: Viele Leute mit ADHS haben Autismus!
00:12:38: Genau, also quasi dieser Begriff der Neurodiversität ist ja von Menschen entstanden die man eingeordnet hat in das Autismus-Spektrumstörung.
00:12:49: Und das ist eigentlich der Versuch nicht mehr so kategorisiert zu werden sondern irgendwie sich zu erheben über die Diagnose und auch klarzumachen es gibt neurologische Vielfalt.
00:13:01: Das ist eben nicht krank und gesund, sondern es ist einfach ein Teil der Normalität.
00:13:07: Es gibt nicht Normalung gestört, sondern es gibt einfach ein breites Spektrum.
00:13:15: Mir wurde auch mal gesagt, das
00:13:16: Spektrum ist ein Kreis und kein Strahl?
00:13:20: Ja!
00:13:20: Und dann gibt's verschiedene Tortenstücke, vielleicht so die da mit drin sind, also die reinfallen... Bei der Neurodivergenz spricht man von der Abweichung im Gegensatz zum neurotypischen ... Und da finde ich ...
00:13:37: Ich glaub, ich gern keine neurotypischen Leute.
00:13:39: Nee.
00:13:40: Genau.
00:13:40: Und ich glaube, da find ich... kann man ADIS ebenso mit einsortieren, wie auch die LRS oder eben Autismus-Spektrum-Störung.
00:13:50: Oder was haben wir noch?
00:13:52: Dyspraxie, dyskalkulier ... Oder auch dieses Konstrukt der Hochsensibilität.
00:13:58: Ich find das ganz spannend Menschen da so ein bisschen zu empowern, dass das jetzt nicht irgendwie eine Krankheit ist sondern ein Stück weiter Normalität weil irgendwie fünfzehn bis zwanzig Prozent sind davon betroffen.
00:14:11: Ich find's noch mal spannend, von deiner Erfahrung zu hören.
00:14:14: Du bist dann da in dieser Gruppe?
00:14:16: Deine Mama oder deine Eltern sind in der Elterngruppe ...
00:14:19: Also mein Papa hat nicht immer
00:14:20: meine Mama.
00:14:21: Und dann hast du Medikamente ausprobiert.
00:14:24: Mhm,
00:14:25: ich hatte Medikinäte damals genommen.
00:14:28: Ich glaub das war damals das meiste Benutzte beim Kindern und meinem Alter.
00:14:33: Früher fand ich sehr häufig so eine ... also wie... Ich sie so mitbekommen habe, so ADHS Therapie war oft so irgendwie dass man denen was beibringt.
00:14:43: Irgendwie vielleicht Frustrationstoleranz Impulsivität und so weiter zu unterdrücken.
00:14:49: also eigentlich im Sinne von streng dich mehr an Wie auch immer das gehen soll, aber bitte.
00:14:54: Das war jetzt gar nicht so der Fall.
00:14:56: Es war eher für dich ein schönes Bereich.
00:15:00: von hier werd ich verstanden, hier darf ich sein wie ich bin?
00:15:03: Ja,
00:15:03: hundertprozentig!
00:15:03: Das war das Besondere an Dr.
00:15:05: Peter tatsächlich.
00:15:05: Also die Therapiestunden Solo mit ihm waren super weil er mir Fragen gestellt hat, warum ich auf bestimmte Art und Weise reagiere.
00:15:14: Weil ich hatte extrem gute Probleme jenis mal wenn ich nach Hause gekommen bin.
00:15:18: Inzwischen weiß ich das.
00:15:19: als Kind, wusste ich das natürlich nicht.
00:15:20: dieses Mask-off Moment.
00:15:23: Ich muss jetzt nicht mehr performen, ich muss nicht mehr so tun als wäre ich normal in Anführungsstrichen ... Magst du
00:15:28: das ganz kurz erklären?
00:15:29: Was überhaupt das ... Nee, schon ohne Off!
00:15:33: Also was hast du in der Schule quasi gemacht?
00:15:36: Wie hast du maskiert?
00:15:37: quasi?
00:15:38: Das bedeutet so, ich bin die normale oder
00:15:42: ... Ich bin die Normale Version meines Erachtens.
00:15:44: Ich hab mir jeden Morgen im Spiegel vorgenommen wirklich im Spiegeln geguckt und gesagt, wieso?
00:15:50: Heute bist du normal.
00:15:52: Du unterbrichst nicht die ganze Zeit, du redest nicht die zu schnell ... Du versuchst einfach mal nur zuzuhören und fährst niemandem ins Wort.
00:16:01: Du bist heute einfach normal!
00:16:03: Versuch doch einfach mal so weit zu lesen wie der Lehrer sagt und das gesamte Buch fertig zu les'n.
00:16:08: Und was
00:16:08: hast du dann aber gedacht?
00:16:09: Eigentlich bin ich unnormal oder hast du schon verstanden?
00:16:12: Nee, ich bin richtig.
00:16:13: Halt anders.
00:16:14: Nee, unnormal.
00:16:16: Falsch.
00:16:16: Ich hab mich als falsch wahrgenommen.
00:16:18: Aber tatsächlich meine gesamte Jugendzeit.
00:16:21: Das vielleicht
00:16:22: als ganz kurzen Exkurs, jetzt bin ich so eine rein plappere.
00:16:26: Genau das ist glaube ich ein Kernthema finde ich bei ADAS, nämlich nicht des ADAS sondern das wäre halt cool wenn wir in der Welt hätten die allen... den Raum so bietet, also eben besonders Schule.
00:16:40: Dass die Person eigentlich sein darf wie sie ist und nicht maskieren muss.
00:16:46: Aber durch diese harte Arbeit, dass man meint, man wäre falsch, man müsste sich richtig machen ... Dadurch entstehen oft sekundäre Erkrankungen, wie Depression oder Anstörung oder ... Hundert
00:16:58: Prozent Check.
00:16:59: Es stürmer so.
00:17:00: Genau das Exkurs vorbei.
00:17:02: Für mich war es auch nicht, diese anderen Kinder sind normal wie ich.
00:17:06: die anderen Kinder sind genauso seltsam, also falsch.
00:17:09: Das ist natürlich überhaupt nicht stimmt.
00:17:11: nichts falsch an mir.
00:17:12: ich bin vollkommen in Ordnung so wie ich bin.
00:17:15: aber als Teenager gerade das war grau und ich habe die Schule gehasst.
00:17:19: da rein dieses hinfahren morgens.
00:17:20: es war zum.
00:17:21: wirklich hab jedes mal ein Kloß im Hals gehabt auf dem Weg zur Schule schon Ich hatte mir das zwar vorgenommen Aber das Ding ist natürlich.
00:17:29: du sitzt dann da und mein Gehirn rennt ist meine Gehirn-Rent vor mir weg.
00:17:34: Ich hatte auch extrem Schwierigkeit mit Rechtschreibung, weil ich denke einfach schneller als ich schreiben kann.
00:17:40: Ja, ja ... Ich habe eine absolute Sauklaue.
00:17:42: Die Hälfte meiner Wörter ist zur Hälfe der ausgeschrieben und das andere Wort fängt schon mitten dem anderen Wort an.
00:17:47: Einfach, weil mein Gehirnen vor meinen Fingern wegrennt?
00:17:51: Und das heißt... Ich hab zwar jeden Morgen da gestanden und ich hab gesagt heute bist du normal!
00:17:55: Aus dem Fenster sobald ich da war weil dann einfach diese panische Versuch angefangen hat, gemocht zu werden.
00:18:02: Ich möchte einfach, dass die anderen mich akzeptieren.
00:18:04: und was kann ich jetzt sagen?
00:18:06: Was kann ich tun?
00:18:07: Was ist jetzt die schlauste Reaktion auf das, was sie gerade gemacht hat?
00:18:11: Darf ich jetzt mitlachen oder ist es im Moment wo ich nicht mit lachen darf?
00:18:13: Weil ich bin ja nicht Teil dieser Gruppe, mein ganzes Gehirn war den ganzen Tag so damit beschäftigt, zu versuchen normal zu sein ... Das hat kein Meter mitgeklappt!
00:18:24: Ich bin trotzdem Leuten ins Wort gefallen.
00:18:25: Trotzdem viel zu schnell geredet, ich hab viel zu viel gerede.
00:18:28: Ich bin total komisch angekommen, weil ich witzend macht, dass die kein anderer verstanden hat.
00:18:32: Ich war trotzdem vom Thema zum Thema gesprungen.
00:18:35: Du hast eigentlich maskiert und dann doch nicht maskiert?
00:18:38: Aber ...
00:18:39: Ich habe mich deutlich anders verhalten als wenn ich normal gewesen wäre.
00:18:41: Wenn du es nicht gemacht hättest.
00:18:43: Ich hab irgendwann angefangen, einfach die Klappe zu halten in der Schule.
00:18:46: Ich habe gar nicht mehr gereden.
00:18:48: Aber es hat trotzdem nicht funktioniert, weil sobald irgendjemand versucht hat mit mir zu reden Begeistert davon, dass es funktioniert hat.
00:18:55: Mein still sein und versuchen sich normal
00:18:58: zu verhalten... Dass sich
00:18:59: jetzt jemand
00:18:59: anspricht?
00:19:00: ...dass dann alle meine Leitungen wieder durchgebrannt sind.
00:19:04: Und ich dann natürlich wieder voll raus gewesen bin.
00:19:06: Also voll aus dem normalen Anfangsstrichen rausgewesen bin.
00:19:10: Ich bin echt immer nach Hause gekommen.
00:19:12: Ich hätte am liebsten schon dein Heimweg übergeheult, weil ich hatte das nicht bekommen, normal zu sein.
00:19:18: zu viel gewesen, ich war schon wieder zu laut.
00:19:19: Ich war zu viel und zu schnell ... Ich hab mich anguckt im Spiegel an mich und gesagt, warum kannst du dir nicht einfach einen Tag normal sein?
00:19:29: Du nimmst doch sogar Medikamente, das alle anderen bekommst du auch hin!
00:19:33: Und es war sehr anstrengend für mich und natürlich auch für meine Familie, weil mir eine Mama hat mitbekommen.
00:19:38: Konntest du darüber reden?
00:19:39: Ich hätte natürlich darüber reden können aber habe ich nicht.
00:19:41: Weil ich wollte einfach keine Belastung sein.
00:19:45: Ja, also ich mein ... Wenn du bekommst ja von deinen MitschülerInnen auch irgendwo vermittelt dass du seltsam bist.
00:19:52: Ich hab das jetzt in einem Brief ganz gut zusammengefasst.
00:19:54: es ist bis da!
00:19:56: Und du, sein Best ist um normal zu sein.
00:19:58: Aber du weißt eigentlich, du bist nicht normal.
00:19:59: Alle um dich herumwissen und alle verhalten sich als wärst du nicht normal aber tun gleichzeitig so wie wärst Du voll normal und als wäre alles in Ordnung.
00:20:06: Aber es ist überhaupt nichts anderes in Ordnungen.
00:20:07: Du bist einfach ein Alien in einem menschlichen Körper der irgendwie versucht sich Menschen eh nicht zu verhalten.
00:20:15: Das funktioniert nicht!
00:20:16: Und alle um dich herum wissen es, aber sie ignorieren's.
00:20:19: Also, dieses Other-Regel ist einfach sehr anstrengend gewesen.
00:20:23: Ich meine, manche Lehrer sind damit recht gut umgegangen.
00:20:25: Ich hatte eine wahnsinnig tolle Englischschere drin.
00:20:27: Der war's absolut egal, dass ich alle erst hatte.
00:20:28: Die hat nur interessiert, dass sich gut in Englische gewesen bin.
00:20:31: Wenn du so erzählst, sprichst du immer noch davon, dass du nicht normal bist?
00:20:35: Würdest du sagen, dein Konzept ist aber anders ... Aber das ist halt Sprache die so...
00:20:39: Oh nein!
00:20:39: Ich hab gerade sozusagen das was mein Jüngeres
00:20:41: nicht
00:20:42: gedacht hat.
00:20:43: Von damals noch okay.
00:20:44: Inzwischen ist es, wer ist normal und was ist
00:20:47: normal?!
00:20:49: normal.
00:20:50: Warum ist es normaler Stremswert?
00:20:53: Warum ist das wichtig?
00:20:54: Es ist doch eigentlich viel wichtiger, dass ich nett bin und freundlich bin und mir Mühe gebe auf andere Rücksicht zu nehmen.
00:21:03: Meine Mutter liebt mich wie ich bin, meine Freunde lieben mich in irgendeiner Weise dafür interessieren, was irgendwelche Leute von mir denken, die ja nicht mal versuchen, Dinge aus meiner Sicht zu sehen.
00:21:13: In dieser Diagnose ist ja so ein bisschen ein Wort drin ... Aufmerksamkeitsdefizit?
00:21:20: Typaktivität.
00:21:21: Genau
00:21:21: und dieses Aufmerksamkeits-Defizit ist eigentlich falsch weil es ist kein Defizit sondern ein Zuviel.
00:21:30: also man kriegt ja eigentlich zu viel mit und man hat dann wenn ja eher quasi eine Filterschwäche Also, dass alles so auf einen draufgeht und man kann das nicht gar nicht sehr gut ordnen.
00:21:41: Man hat eher ein Defizit an Fokus.
00:21:43: Man müsste sagen ... keine Ahnung, ich kann es jetzt nicht so schnell.
00:21:45: Fokussdefizit für Praktivitätstörungen?
00:21:50: Genau!
00:21:50: Was ist
00:21:51: inzwischen bei uns was nach Symptomen?
00:21:53: Ja, das ist Störung Aber das ist die Übersetzung aus dem Englischen.
00:21:56: Da ist ja jede Erkrankung jetzt eine Störung halt und so.
00:22:00: Das war jetzt ne Frage, also du würdest es auch so sehen dass du keinen Defizit an Aufmerksamkeit hattest sondern eher ein ... Du kriegst alles mit überall.
00:22:09: Ich sag
00:22:09: immer ich bin total aufmerksam bei Sachen, die mich interessieren.
00:22:12: Einmal wenn halt etwas... Ich hab Theater gespielt früher Und ich konnte meinen Text, ich konnte den Text von allen anderen.
00:22:18: Warum?
00:22:18: Ich kannte das gesamte Theaterstück genau für einen Woche auswendig.
00:22:21: Ich kann bis heute Seiten recitieren aus Büchern, die ich als Kind gelesen habe.
00:22:26: Oder CD ist ... Ich kann innerhalb von einer Woche die neuen Lieder auf dem Taylor-Softalbum auswendig.
00:22:34: Aber frag mich nach einer Matheformel, die in der Mittelstufe gelernt haben und mein gesamtes Gehörnis leer.
00:22:39: Es ist einfach ... Ich finde das sehr viel ... Was dem ADHS gehören fehlt, ist ja Dupamin!
00:22:45: Und da, wo kein Dopamin zu ruhig ist, darauf legt dieses Gehirn keinen Wert.
00:22:49: Deswegen hab ich Medikamente genommen, damit dieser Fokus funktioniert und abhängig davon ob ich davon die Dopamin bekomme.
00:22:57: Wenn ich ohne Medikament versuche etwas machen muss, was mich gar nicht interessiert, dann muss ich mir eine Möglichkeit suchen... Obwohl ich das zum Heulen langweilig finde,
00:23:08: irgendwie
00:23:08: meinen Fokus darauf halte.
00:23:10: Und hast du da was gelernt oder etwas erfahren?
00:23:15: Glitzer-Stifte.
00:23:17: Ich finde Glitzer Stifte super, ich liebe Glitzer!
00:23:19: Und dann bleibt dein
00:23:21: Fokus
00:23:22: da so drauf.
00:23:23: Ah, okay...
00:23:24: Und tatsächlich, ich benutze auch sehr gerne Fidget-Häus, weil ich finde das sehr... Schauke die auch jetzt gerade in dem Stuhl und riehe diesen komischen Ball in meinen Fingern hin und her einfach dass mein Gehirn noch etwas anderes hat.
00:23:36: also man sagt ja immer multitasking existiert gar nicht.
00:23:40: Doch multi-Tasking existiert und funktioniert sehr gut, wenn man neurodiverse ist.
00:23:45: Also auf die richtige Art in Anführungsstrichen neurodivers ist.
00:23:49: Weil ich kann hundertprozentig zwei oder drei Sachen gleichzeitig machen.
00:23:52: Und zwar relativ gut.
00:23:53: Ich brauche das manchmal sogar... Wenn ich zum Beispiel Hausarbeiten schreibe, höre ich Kasse schon Sieg?
00:23:58: Gerne Ballett!
00:23:59: Die im Schwarmsee.
00:24:00: Einfach weil mein Gehirn dann leichtzeitig sich auf die unterschiedlichen Unterschiede den Tönen fokussiert.
00:24:09: Also ich mag zum Beispiel auch gerne der Nussknacker, weil ich finde das ... Das ist von einer schönen Musikstücke... Die genug Unterschiede aufweisen, dass mein Gehirn im Hintergrund sich darauf konzentriert und meinen Hauptfokus noch auf dem ist was ich gerade schreibe.
00:24:29: Ich kann zum Beispiel keine Musik hören mit Worten Außer.
00:24:34: ich höre das schon super super lange.
00:24:37: Aber ich hab das so verstanden, dass das Multitasking bedeuten würde man kann... Man macht zwei oder drei Sachen quasi mit derselben Aufmerksamkeit und das ist eben belegt sehr schwierig.
00:24:49: und was du beschreibst finde ich es doch im Hintergrund.
00:24:52: die Musik dir Warum auch immer?
00:24:55: Irgendwas vielleicht in dir ordnet, dass du quasi diese Hauptaufgabe die du tun willst und auf die du dich konzentrieren musst.
00:25:02: Dass du die besser tun kannst!
00:25:04: Das kann sein aber ich kann tatsächlich auch gleichzeitig eine Hausarbeit schreiben über ein Thema und mich gleichzeitig bei der politischen Diskussion über einen komplett anderen Thema.
00:25:11: Okay
00:25:11: dann so wäre das so finde ich treffender.
00:25:14: Also, tatsächlich hört mir dann das Hausarbeit schreiben zu viel leichter.
00:25:17: Weil
00:25:17: da kann mein
00:25:18: Gehirn ... Man gehören kann eher die Sachen aus dem Hinterkopf vorholen, weil eh schon der Fokus ist auf den Gespräch und dann kommt es eher aus meinem Hinterkopp raus.
00:25:28: ... beim Professor in der Vorlesung gehört haben.
00:25:31: Was hat dir denn geholfen?
00:25:32: oder wie ist es passiert, dass du von der Person die sagt ich bin falsch?
00:25:38: Ich funktioniere nicht richtig und das morgens sich im Spiegel immer gesagt hat da hingekommen bist zu ich bin so wie ich bin richtig.
00:25:45: Das ist
00:25:45: ganz lustig weil lustigerweise ist das tatsächlich noch in der Mittelstufe passiert.
00:25:50: Ich bin in der achten Klasse sitzen geblieben Und für mich war das am Anfang der Weltuntergang.
00:25:54: Weil ich kannte ja nichts anderes und die Leute, mit denen ich bis dahin in der Klasse gewesen war waren zwar ... Die haben mich zwar gemobbt aber wenigstens kannte ich die.
00:26:01: Ich bin diese Klasse gekommen und ich habe eine wundervolle Lehrerin bekommen und ich bin in einer Klasse gekommen, die ganz anders als meine vorherige Klasse einen extremen Klassenzusammenhalt hatte.
00:26:13: Okay.
00:26:14: Und ich hatte zum ersten Mal echte Freunde gehabt in dieser Klasse.
00:26:18: Da hat es angefangen dieses.
00:26:20: Ey yo, vielleicht bist du einfach mit den falschen Leuten befreundet gewesen.
00:26:23: Vielleicht bist du gar nicht seltsam?
00:26:27: Vielleicht bist ja gar nicht abnormal bzw.
00:26:29: vielleicht bist Du es aber eigentlich egal weil es gibt viel wichtigere Qualitäten an dir als still da zu sitzen und die ganze Zeit zuzuhören.
00:26:38: Es gibt ja so viel Interessentere Dinge über dich, als ... Ja, keiner wird sich ab Ende des Jahres daran erinnern.
00:26:45: Wie toll du still da gesessen hast und wie toll deine Matheaufgaben gelöst hat.
00:26:49: Es gibt so viel Wichtigeres!
00:26:51: Und da hast du dich auf den Weg gemacht, dieses Dich mehr zu mögen?
00:26:55: Noch
00:26:55: besser wurde es dann im Abitur Weil ich hab einen wirklich wundervollen Freundeskreis gefunden im Abitur.
00:26:59: Ich bin bis heute mit einigen von denen befreundet, wir sehen uns mindestens einmal mehr.
00:27:04: Es wird schwierig mit dem Treffen in einem gewissen Alter.
00:27:07: Wir arbeiten alle in unterschiedlichen Richtungen und keiner von uns hat die Zeit für den anderen.
00:27:12: Wir treffen uns trotzdem, wir versuchen es mindestens mal am Jahr zu schaffen.
00:27:15: Und das sind einfach Freundschaften, die mir noch sehr viel bedeuten, weil ... Für die bin ich halt einfach...ich!
00:27:21: Ja, ja.
00:27:22: Das ist ...für die war ich nie zuviel.
00:27:25: Für die gab es bei mir nicht so viel, weil ich einfach
00:27:27: ... Ich bin halt
00:27:28: ich.
00:27:28: Haben deine Eltern manchmal gesagt, wenn sie in großer Not waren, du bist jetzt grad zu viel?
00:27:34: Nee!
00:27:35: Nicht einmal.
00:27:36: Also meine Mama hat ... Manchmal hat er gesagt, ich brauche jetzt einen Moment.
00:27:40: Das hier ist gerade zu viel?
00:27:42: Aber für meine Eltern ... Natürlich hab ich mich als würde wahrgenommen.
00:27:47: Aber das sagt nicht daran, wie meine Eltern gewesen sind.
00:27:50: Dass ich aus der Schule mitgenommen habe dieses Gefühl des zuvielseins.
00:27:56: Zum Beispiel hattest du mehr Raum eingenommen als deine Schwester?
00:28:01: Genau, und was hast du zum Beispiel darüber gedacht?
00:28:04: Oder wenn deine Mutter dann mal gesagt hat naja aber ich muss ihr jetzt auch mal zuhören oder ich baue auch mal Zeit für sie.
00:28:10: Oder da der Schwester gesagt hat immer geht's um dich bei so Sachen wie... Wie ging es dir damit?
00:28:16: Oh das ist ein gutes Thema!
00:28:17: Meine Schwester ist für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben.
00:28:20: Meine Schweste ist meine beste Freundin schon mal ein ganzes Leben lang.
00:28:23: Und für mich ist, wenn Schwester wirklich ... Dann kann gar nicht in Worte fassen, wie viel man schwester mir bedeutet?
00:28:27: Wir haben sieben Jahre Altersunterschied, das ist eine Menge und ich weiß, dass es für Sie manchmal schwer gewesen ist, mich als Schwester zu haben einfach weil viel Aufmerksamkeit auf mich gekommen ist.
00:28:37: Also mein Schwester ist so das klassische, ich glaub Glaskind nennt man das Einfach.
00:28:42: mein Schwester musste funktionieren, weil ich hab nicht funktioniert.
00:28:45: Für meine Schwester war es manchmal schwierig.
00:28:47: Weil sie ist sehr intelligent und gut in der Schule gewesen.
00:28:50: Sie ist beliebt gewesen.
00:28:51: Und sie musste einfach immer perfekt sein.
00:28:54: Sie musste immer funktionieren.
00:28:55: Sie muss immer stark sein.
00:28:57: Wir sind diejenige gewesen, die mir aus der Patsche halten musste, wenn irgendwas schief gelaufen ist.
00:29:01: Ich bin froh, dass sich was zurückgeben kann für all das, was sie für mich gemacht hat.
00:29:06: also ... Meine Schwester ist immer die Jede gewesen, zu der ich am ersten gegangen bin.
00:29:12: Der Mensch, der für mich das meiste Verständnis hatte ... Ja, das war meine Schwester für mich und ich finde es was ganz Besonderes.
00:29:18: Ich habe wirklich eine ganz besondere große Schwester.
00:29:21: Ich hab auch ne ganz besonderen Mama ein ganz besonderer Papa.
00:29:24: Und ich hab eine tolle Cousine mit der ich über alles reden kann.
00:29:28: Also meine Cousin ist auch neurodiverse.
00:29:31: Die auch!
00:29:32: mit der ich mich ganz toll unterhalten kann, meine Cousine ist schwarz.
00:29:35: Und deswegen hat sie auch sehr viele negative Erfahrungen in der Schule gemacht.
00:29:39: und dass es einfach jemanden, mit dem ich sehr offen über negative Erfahrung reden kann, der da nicht diesen mitleidigen Blick bekommt, den viele bekommen wenn man darüber redet.
00:29:48: Wenn's ... wenn man drüber redet wie Beschissen-Schule für einen gewesen ist?
00:29:52: Ja.
00:29:52: Das fühl mich auch etwas sehr Besonderes.
00:29:55: Ganz besonders wichtig sind noch für mich meine Nichten Leona und Lilou.
00:29:59: Beide ... Ah, Leonas ...
00:30:00: Grüße
00:30:01: gehen raus!
00:30:02: Ich liebe meine Nichten.
00:30:03: Deine Eltern manchmal dann aus einer Not heraus vielleicht gesagt haben oh jetzt ist es echt zu viel da sagtest du so schön nein und hast noch mal super geschildert wie gut dir deine Schwester getan hat im Tod
00:30:16: Riesig!
00:30:18: Ganz besonderer Mensch.
00:30:19: Ihr bringt sie eine ganz tolle Lehrkraft auch.
00:30:21: Also die ist sehr beliebt bei ihren Schülern einfach weil sie versteht was das bedeutet oder wie's Wie schwierig es für ein Kind sein kann, dass alleine sich fühlt.
00:30:31: Ich kenne auch eine Lehrkraft, die bei einem Gespräch dabei ist und dann sagt ... Die Lehrkraft war ganz neu für das Kind.
00:30:42: Irgendwann weißt du was?
00:30:44: Ich hab das auch, was du hast!
00:30:46: Und ich kann das gut nachvollziehen und ich verstehe dich da so nicht in allen bestimmt aber.
00:30:51: Das war auch ein Moment für mich, wo ich dabei gesessen habe.
00:30:55: Da sind mir irgendwie fast zwei drei Tränen runtergelaufen.
00:30:58: Es war so berührend, es war so schön für dieses Kind dass diese Lehrkraft authentisch und verletzlich sich zeigt Und sagt, hier bist du normal.
00:31:08: Ich kenne das auch.
00:31:10: Ein guter Lehrer kann so viel schlechtes Wett machen.
00:31:13: Also ich hatte wirklich ... Ich hatte auch schwierige Lehrkräfte.
00:31:17: Aber ich hatte echt ein paar Lehrkräften, die wirklich sehr viel rausgerissen haben mit ihrer Art, mit ihrer Freundlichkeit und ihrem Verständnis, mit Ihrer Güte einfach mit der Art wie sie Rücksicht genommen haben die Sachen, die viele andere als negativ wahrgenommen haben oder als irgendwas, das man überwinden muss.
00:31:36: Die das stattdessen als meine Stärke wahrgenommen hat.
00:31:40: Was mir auch dabei geholfen hat diese Sachen selber auch als Stärke zu lernen.
00:31:44: irgendwo.
00:31:45: also du kannst nicht wissen was eine Stärke ist wenn alles andere dir sagt dass das falsch ist und dass du es ausmerzen musst.
00:31:53: aber so viel der sachen die ich kann liegen noch einmal im adhs.
00:31:59: Also das ist ... AdHS nicht nur eine Krankheit, die dein Leben schwer macht.
00:32:03: Sondern adhs... Ja, es ist etwas, was ich zu etwas Besonderem auch machen kann.
00:32:10: Wie viele Leute schaffen's innerhalb von einer Woche ein zweistündiges Theaterstück aus, werde ich lernen mit allen Textstellen von allen anderen?
00:32:18: Ich habe so ein Zitat von einem Kinder- und Jugendpsicherter, was mir sehr gefällt.
00:32:22: Etwa hat Hellowell... ich lese es mal vor oder vielleicht das trifft so ein bisschen lasse?
00:32:26: Der Begriff ADIS bezeichnet eine Art auf unserer Welt zu sein.
00:32:31: ADIS ist weder ein vollkommenes Leiden noch ein reiner Vorteil.
00:32:36: sie umfasst eine ganze Vielfalt von Eigenschaften die für einen ganz besonderen Geist spezifisch sind.
00:32:43: er trifft es so ganz gut weil ich das auch immer so ein bisschen schwierig finde, wenn dann ... Ich höre manchmal, dass deine Eltern sagen, du mit deiner Zauberkraft und so.
00:32:54: Und dann denk ich immer so, ja, aber man muss nicht zu klein und süß reden.
00:32:59: Aber ich verstehe auch, dass man die Stärken und Vorteile daraus auch ...
00:33:05: Ich meine, alles kann auf seine Art eine Superkraft in der Früh gestechen sein.
00:33:10: Das ist mein Moment sehr gesagt und du bist jemand, der einfach sehr viel Empathie empfindet.
00:33:17: für Leute ...
00:33:19: Ein klassisches Merkmal.
00:33:21: Genau!
00:33:22: Und einfach, du bist immer die Person, die als erstes zu jemandem geht, der sich schlecht fühlt.
00:33:30: In den Momenten auch wenn es dir normalerweise schwerfällt Kannst du so gut zuhören und einfach nur da sein?
00:33:37: Ja, absolut.
00:33:38: Stärke auch oft erlebe ich auch oft.
00:33:41: Ich finde das sehr ... Schöne Qualität, die ich habe.
00:33:45: Ich weiß, man sagt immer eigene Stimmen.
00:33:47: Die kann halt manchmal ... Nein, ist doch kein ... Du hast was beschrieben und dich auszeichnet.
00:33:52: Und ich wollte das auch bestärken und sagen ja, ich kenne einige junge Menschen mit dieser Diagnose, wo ich das genauso erlebe.
00:34:02: Auch gleichzeitig aber auch erlebe wie sehr sie eben drunter leiden, dass sie so stark mit fühlen und empfinden und es zu ihrem Leid machen.
00:34:10: Was sich daran auch ... Was ich da auch sehr spannend finde, dass ich auch einige kenne die dann zum Beispiel kaum lesen können oder gucken können.
00:34:19: Oder wenn es nur so ... Also das z.B.
00:34:20: an der Schule werden irgendwelche Filme geguckt vor Weihnachten und das kann wahnsinnig anstrengend sein für neurodivergente Gehirne.
00:34:28: Weil halt ein, weiß ich nicht, Film-Siebzig Prozent der Schülerinnen und Schüler für dies ist halt irgendwie nichts Besonderes diesen Film zu gucken.
00:34:37: Von anderen kenn ich dann, dass sie rausrennen müssen weil sie sagen, ich ertrags nicht mehr mit.
00:34:42: Das wird mir zu eng.
00:34:43: So Mensch sein ist sowas Besonderes eigentlich, warum sich Einschränken in seiner Menschlichkeit also in der Art wie man Mensch isst nur weil es für andere dann leichter verpackt ist.
00:34:54: Und
00:34:55: das fand ich sehr cool.
00:34:56: Es ist
00:34:56: ein toller Gedanke ja dass die bekommt die Idee dass wir uns immer so anpassen müssen.
00:35:02: Ja, aber wie schön ist die Individualität.
00:35:06: Wenn wir alle gleich werden, dann langweilig
00:35:10: wäre die Welt.
00:35:11: Also
00:35:11: Kunst,
00:35:12: Musik... Alle dieselbe Blume wären!
00:35:15: Wie langweilig.
00:35:16: Stimmt, wir müssten alle die gleichen Hiederhören.
00:35:19: Ich höre ja nicht mehr nur einen Genre von Musik also... Wenn
00:35:23: wir jetzt so zum Ende kommen was würdest du sagen?
00:35:26: Was wünschst du dir von der Gesellschaft und wenn wir vielleicht noch mal zurückgehen?
00:35:30: Vielleicht auch von Schule oder Uni im Bezug auf Neurudiversität?
00:35:38: mehr Geduld und mehr Versuchen zu verstehen.
00:35:42: Weil ich finde, man muss nicht alles wissen über ein Thema um Verständnis aufzubringen für jemandem der damit kämpft oder struggelt.
00:35:51: Was mir sehr geholfen hat in vielen Situationen wäre einfach die Zeit zu haben durchzuatmen, den Schritt zurückzugehen so sagen okay was machen wir jetzt damit das leichter wird?
00:36:03: Und warum überfordert uns das gerade?
00:36:06: Weil ganz häufig läuft mein Gehirn einfach megaüber, wenn plötzlich zu viel auf einmal passiert.
00:36:12: Da kann ich mich auf nichts mehr konzentrieren und es funktioniert für mich gar nicht mehr.
00:36:15: Ich komme wieder vor noch zurück ... explodiere ich.
00:36:18: Und ich hasse das, weil ich bin sehr ungern nütend.
00:36:21: Einfach auch, weil es so ... Ich hab keine Kontrolle über was ich denke und sage.
00:36:25: Wenn passiert einfach so viel in meinem Kopf, dass alles aus mir rauskommt.
00:36:29: Das ist anstrengend und kein schönes Gefühl, weil mich danach furchtbar war.
00:36:33: Weil ich dachte häufig verletzende Sachen sage.
00:36:36: Ich würde mir dann wünschen, die Zeit sich nimmt bei der Wende verkürzt ist eigentlich das, was man am Ende sonst aufarbeiten muss noch mal.
00:36:44: Sich die Geduld und die Zeit nimmt Tief Luft zu holen, einen Schritt zurückzugehen.
00:36:50: Wir machen jetzt kurz Pause und reden später noch mal drüber.
00:36:52: Ich verstehe, dass wir gerade einen Moment brauchen.
00:36:55: Und ich finde diesen Moment auch wenn alles hektisch ist und ich weiß das in der Schule schnell laufen muss, weil man über Grenze Zeit hat.
00:37:00: Diesen Moment sollte man sich unbedingt nehmen.
00:37:03: Egal ob mein Elternteil ist, Lehrkraft ist oder auch Elternteil von einem Freund des Kindes.
00:37:09: Weil vertraut mir, auch wenn ihr es nicht denkt ... Das Kind bekommt mit, dass ihr's nicht mögt.
00:37:14: Was würdest du als Psychologe dir von der Schule und der Gesellschaft wünschen?
00:37:19: Mir fällt auf, dass es oft hinter Gesellschaft.
00:37:22: Und auch zumindest in alter Schule sehr häufig zu der Wunsch herrscht, dass alles gleich ist.
00:37:31: Vieles ist normiert.
00:37:32: Wir sind ja auch in dieser ganzen Bewertungsschiene drin.
00:37:36: Auch wenn's jetzt langsam Schulen gibt die auch mal was weiß ich erst ab der achten Klasse zum Beispiel Noten vergeben.
00:37:43: Ein tolles
00:37:43: Prinzip.
00:37:44: Total, ja!
00:37:45: Aber wir sind quasi immer noch in einer ... Wir leben in der Gesellschaft, wo dann ich ... Es ödet mich so hart an, diese ganzen Begriffe jetzt zu verwenden aber dieses Leistungsgesellschaft und im Endeffekt ist es ja der Kapitalismus, der uns da immer weiter treibt.
00:38:01: In diesem System müssen wir besser sein und besser werden und uns absetzen von anderen usw.
00:38:07: Da würde ich mir ... In der Gesellschaft weiß ich nicht wie das sich verändern soll.
00:38:10: Ich könnte mir vorstellen gerade über Schule und Bildung verändert vielleicht, da würde ich mir Schulen wünschen die davon abrücken.
00:38:18: Die den Mut haben zu sagen wir geben Kindern dies brauchen auch Nischen und Ecken wo sie sein dürfen, und sie müssen nicht wie dann der Rest das so-und-so machen.
00:38:30: Und das fängt bei so vielen Sachen schon an, finde ich mit.
00:38:33: in so einer Klasse ist oft super viel Lärm.
00:38:36: Ständig werden Gruppenarbeiten gemacht.
00:38:38: Ich kenne von so vielen Kindern ... Ist es so grausam, quasi ohne Planung in eine Gruppenarbeit zu müssen?
00:38:45: Jetzt mit jemandem anderen zu arbeiten, wo man wieder auch überflutet ist, weil er riecht anders, redet anders
00:38:51: usw.?
00:38:51: Wir zählen jetzt
00:38:52: mal ab, in welche Gruppen wir kommen.
00:38:54: Das ist das schlimmste Satz der Welt.
00:38:56: Genau, wie ist es in Pausen?
00:38:58: Sind das nur Räume oder Steinwüsten, wo es unheimlich laut ist?
00:39:03: Wo gibt es Räumen zum Runterkommen, Räime, wo's leise sein kann?
00:39:07: Wie ist es im Sportunterricht mit gestankt, mit Lärm und Gerüchen ...
00:39:12: In so Bereichen, wenn man alleine sich nicht furchtbar einsam fühlen muss?
00:39:15: Ja, genau!
00:39:17: Ich glaube, ich wünsche mir von Schule, dass so etwas gedacht wird.
00:39:21: Und jetzt formuliere ich es extra.
00:39:23: Ich weiß, dass es Schulen gibt, die so arbeiten.
00:39:26: Aber im Großen und Ganzen würde ich mir das wünschen, dass wir davon wegkommen alle miteinander zu vergleichen und alle müssen eine Norm erfüllen.
00:39:34: Weil dann geht ja quasi Beschämung und Selbstwertkonflikte los.
00:39:40: Also wie können wir Schule gestalten?
00:39:42: Mein Beispiel ist immer ... Irgendjemand, der Gabriel hat eine wahnsinnige Mathe-Begabung.
00:39:50: Der musste jetzt für ne Arbeit gar nicht lernen und schreibt ne Eins.
00:39:53: Und der Maarten im Feldmatte Schwerte hat irgendwie acht Stunden hart gelernt und schrieb ne drei.
00:40:00: Jetzt ist ja eigentlich die Leistung von Maaten... viel höher anzusehen, als die von Gabriel.
00:40:07: Und wie kann man über so was ins Gespräch kommen?
00:40:10: Man sollte nicht nur bewerten, wie gut man das fach beherrscht ... Ja.
00:40:17: Wie man an das Ziel gekommen ist, also ich hatte eine Lehrkraft, die tatsächlich auch bewertet hat wie sehr du dich verbessert hast vom Anfang bis zum Ende.
00:40:24: Zum Beispiel?
00:40:25: Da habe ich deutlich besser abgeschnitten.
00:40:26: Tatsächlich zu deinem würde ich gerne noch sagen ... Ich finde wir dürfen nicht mehr sagen Schule ist nur Schule weil für Schul-Kinder ist es einfach so dass die Schule der Hauptlebensraum ist.
00:40:37: Du bist fünf Tage die Woche den größten Teil deiner Zeit da und lernst dir.
00:40:40: die meisten deiner Freunde kennen sehen könnten, dass Schule nicht nur die Schule ist sondern eben ein vollwertiger Lebensraum für eure Kinder ist.
00:40:53: Die ja da viel Zeit verbringen und negative Erfahrungen da können sehr viel bringen.
00:40:59: ADHS bringt Herausforderung mit sich Aber es bringt auch viele Stärken mit sich.
00:41:04: Es ist okay, anders zu sein und ich selbst habe gelernt meine Besonderheiten als Teil von mir zu akzeptieren und sie sogar als eine Stärke zu finden für mich selber.
00:41:14: Falls du dich in dieser Folge wiedergefunden hast, kann ich dir nur sagen ... Du bist nicht alleine, du bist nicht unnormal, du wirst okay so, wie du bist!
00:41:21: Und du wißt irgendwann Leute finden die dich genauso toll finden und diehaben... wie du bist, auch wenn's dir jetzt grad nicht so vorkommt.
00:41:30: Dann vielen Dank fürs Teilen deiner Einsichten und deines Lebens.
00:41:35: Das hat mir viel Spaß gemacht.
00:41:37: Und mich
00:41:38: sehr bereichert.
00:41:39: Vielen dank dafür!
00:41:39: Ja, mich auch in der schönen Folge.
00:41:42: Machs gut!
00:41:43: Tschüss!
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