Misophonie: Der Hass auf Geräusche
Shownotes
Warum können Alltagsgeräusche wie Schmatzen, Kauen oder leises Atmen bei manchen Menschen plötzlich Wut, Hass oder Panik auslösen? Kaya erzählt in dieser Folge, wie es ist, mit Misophonie zu leben, welche Geräusche sie besonders triggern und warum ihr Umfeld oft gar nicht versteht, wie stark sie das belastet.
Gemeinsam mit Kinder- und Jugendpsychotherapeut Jörn werden in dieser Folge Fragen rund um Misophonie beantwortet: Was bedeutet Misophonie und was sagt die Forschung zu diesem Phänomen? Wie hängt Kayas Misophonie mit ihrer Neurodivergenz zusammen und wie wirkt sich die besondere Sensibilität für Reize auf ihr Leben und ihren Alltag aus?
Die Folge zeigt, warum Rücksichtnahme so wichtig ist und dass es sich lohnt, das Thema ernst zu nehmen, auch wenn Misophonie bisher noch wenig erforscht ist.
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Transkript anzeigen
00:00:08: Willkommen bei deinem Podcast, es braucht das ganze Dorf.
00:00:10: Hier sprechen jugendliche Alltags-Experten mit Profis aus der Wissenschaft.
00:00:15: Ehrlich und authentisch über mentale Gesundheit und alles was dazugehört.
00:00:19: Du bist nicht allein, denn manchmal braucht es ein ganzes Dorf um den Weg zu finden.
00:00:23: Schön, dass du Teil des Dorfes bist.
00:00:32: In diesem Podcast sprechen wir offen über Themen rund um mentale Gesundheit, die für einige emotional herausfordernd sein können.
00:00:39: Wenn du denkst, dass das für dich der Fall sein könnte, empfehlen wir, die Episode nicht allein zu hören.
00:00:44: In der Beschreibung findest du hilfreiche Angebote und Ressourcen, die du Unterstützung bieten können.
00:00:54: Hallo Jörn, es geht!
00:00:56: Hallo, Kaya.
00:00:57: Ich freue mich, mit dir hier zu rein.
00:00:59: Du bist der Experte der Wissenschaft.
00:01:01: Ich bin der Experte des Alltags, obwohl es zur Misophonie leider nicht so viel Wissenschaft gibt.
00:01:06: Das
00:01:07: stimmt.
00:01:08: Ich glaube, das ist auch noch ein Problem, über das wir in dieser Folge steupern werden, weil wir eben schon festgestellt haben, dass meine Wahrnehmung von Misophonie doch teilweise anders ist, als was die Forschung sagt oder bis jetzt herausgefunden hat.
00:01:21: Ja, das stimmt.
00:01:23: Es gibt so ein paar Kriterien, auf die man sich scheinbar geeinigt hat.
00:01:25: und mit denen man jetzt irgendwie Studien macht.
00:01:27: Und diese Kriterien, die sind vermutlich irgendwie etwas eng.
00:01:31: Und du bist ein bisschen weiter vielleicht mit
00:01:34: den Dingen,
00:01:35: die bei dir zutreffen.
00:01:37: Aufs Knoll.
00:01:37: Du bist ein bisschen breiter aufgestellt.
00:01:40: Und das vielleicht genau.
00:01:41: halt die Sache, dass ich glaube, ja, das ist aber bei vielen Diagnosen so.
00:01:44: Es gibt einfach einen Zwerndiagnos, also gibt es hier einen Sammelsurium von Symptomen.
00:01:50: Und die bringt man zusammen zu einem Strauß und sagt, dann das ist jetzt ... Depression oder das ist die Angststörung.
00:01:57: Und natürlich gibt es halt irgendwie dann aber Symptome bei dir, bei mir, bei anderen, die da nicht reinfallen würden.
00:02:04: Aber wir können uns trotzdem darunter versammeln,
00:02:07: glaube ich.
00:02:07: Ja, und manche Blumestreuse beinhalten auch einfach die gleichen Blumen.
00:02:11: Und dann weiß man nicht, ob man die eine Blume jetzt zu dem oder zum anderen Strauß irgendwie zuordnen soll.
00:02:16: Ja,
00:02:16: ja, wunderbar.
00:02:17: Ja, stimmt.
00:02:18: Und die Metapher
00:02:19: war weiter zu finden.
00:02:20: Ja, ja, ja.
00:02:21: Ich
00:02:21: liebe Metaphern.
00:02:22: Metaphern sind so eine geniale Idee unserer Gesellschaft.
00:02:26: Und ich hab gelesen, und das fand ich toll, dieses Misophonie ist eh griechisch.
00:02:31: Ich bin, also ich lese das jetzt ab, ich hab davon keine Ahnung.
00:02:35: Festes
00:02:35: auswendig.
00:02:36: Ja.
00:02:36: Ja.
00:02:37: MISOS.
00:02:38: Ist Hass, das weißt du, krass, ich wusste dich nicht.
00:02:41: Und diese Fone oder so ist Geräusch.
00:02:45: Und das ist ja dann irgendwie Hass auf Geräusche.
00:02:48: Genau, deswegen heißt Mikrofon auch Mikrofon, weil es die kleinen Töne aufnimmt und verstärkt.
00:02:55: Glaub ich, würde ich mir jetzt so herleiten.
00:02:57: Ich hab kein Griechisch.
00:02:58: Ich
00:02:58: kannte das Wort jetzt eher von der Misogonie.
00:03:02: Also Hass auf Frauen.
00:03:05: Ja.
00:03:05: Und ich muss gestehen, dass mir das, also dass ich das wusste, dass Hass auf Frauen ist, aber mir war es tatsächlich nicht so richtig bewusst, dass da wirklich das Wort Hass drin steckt.
00:03:15: Ich dachte, es wäre so eine Heerleitung, aber nein, es steckt drin.
00:03:18: Das ist bitter.
00:03:20: Ist echt bitter.
00:03:20: Ja, fühlte ich auch so an.
00:03:22: Ich finde, Misophonie ist, obwohl es Hass auf Geräusche heißt, es ist nicht ausdrückstark genug, was für ein Hass es tatsächlich ist.
00:03:30: Also so das ganz starke Reaktion, in die ausgelöst wird.
00:03:33: Ja, ich habe Terror in meinem Kopf.
00:03:35: Magst du mal so ein bisschen erzählen, also wann das, wo sich das bei dir ... auswirkt?
00:03:42: Also jetzt im Alltag oder was für Geräusche ich nicht leiden kann, immer freundlich ausgedrückt.
00:03:47: Wo meinst du, oder meinst du beides?
00:03:49: Oh, wir können gern beides machen.
00:03:50: Beides sitzen glaube ich morgen noch hier.
00:03:52: Ich habe so viele Geräusche, die... so viele negativen Gefühle in mir auslesen.
00:03:57: Ich kann ja mal so die gängigsten oder die häufigsten, die mir unterlaufen, kann ich ja mal teilen.
00:04:03: Ich geh einfach mal meinen Tag durch, was da so passiert.
00:04:05: Ich steh morgens auf und hör meine Nachbarskind auf dem Klavier klimpern.
00:04:12: Erster Trigger, weil es ist gedämpft.
00:04:15: Ein gedämpfter Ton und es ist auch kein angenehmes Lied, sondern es ist wirklich geklimpern.
00:04:19: Und es ist so willkürlich.
00:04:20: und es ist so, Bruder, wir haben halb acht.
00:04:24: Chill
00:04:24: mal bitte kurz.
00:04:25: Fühlt sich gleich die erste Grenze überschritten.
00:04:27: Dann gehe ich ins Bad, meine Mutter wacht auf, Fan sehr läuft oder sie telefoniert, schon wieder gedämpfte Stimme.
00:04:33: Dann gehe ich in die Küche und...
00:04:34: Also gedämpfte Stimmen sind für dich schwierig aushaltbar oder lösen in dir so eine Wut oder Aggression oder ein Ungefühl aus oder so.
00:04:43: Wenn ich gedämpfte Stimmen höre, kommt ein bisschen auf die Verfassung an, in der ich gerade bin.
00:04:48: Wenn ich eh schon ein bisschen, eh schon am Ende meiner Reiztoleranz bin, dann verletze ich mich auch selbst.
00:04:54: Also dann kommt es zu dieser typischen Impulsiven, ich, keine Ahnung, ich kauere meinen Kopf irgendwo an oder so.
00:05:02: Ich will das gar nicht so genau schreiben.
00:05:04: Aber also so kommt es zu einer impulsiven Selbstverletzung.
00:05:08: Und manchmal bin ich aber auch schnell genug und ziehe mir dann schnell Kopfhörer auf und mache irgendwie laut Musik an.
00:05:13: damit ich am besten gar nichts mehr außer die Sonne sehe können.
00:05:15: Das
00:05:15: ist Coping-Strategie Nummer eins, habe ich gelesen.
00:05:19: Kopfhörer, also Musiker.
00:05:20: Dann kann
00:05:20: man aber auch anderes machen.
00:05:22: Anders geht's ja nicht.
00:05:23: Manchmal wünschte ich, ich wär so fast taub, weil dann könnte ich so Hörgeräte einfach haben und die einfach ausziehen.
00:05:32: Also, dass du das irgendwie dich davon wegnehmen kannst?
00:05:35: Ja, dass ich mir ausdrucken kann, ob ich jetzt hören will oder nicht.
00:05:38: Das würde mein Leben wirklich um einiges einfacher machen.
00:05:41: Aber ich meine, es gibt ja eine Co- Ping-Strategie, die noch auf der Hand liegt, ist quasi, dass du halt versuchst, zu vermeiden.
00:05:49: Oh ja, das sowieso.
00:05:49: Das wär
00:05:49: das
00:05:50: andere.
00:05:50: Also ich ess z.B.
00:05:51: nicht mehr mit meiner Mutter zusammen.
00:05:54: Ich hab während Klausuren, hab ich immer Arschstäbse an, immer.
00:05:58: Und das ist auch bei euch unkompliziert möglich, dass man was aufzieht, einen Hörschutz.
00:06:04: Es sind keine
00:06:04: Koffer, es sind so Europax-mäßig, also so einfach Silikon
00:06:08: oder Gummidinger.
00:06:10: Ich kenne jetzt aus Schulen, dass die so einen großen Hörschutz ... Wie helfen die nicht?
00:06:15: Da kommt noch zu viel durch.
00:06:17: Ah, okay.
00:06:18: Also, der perfekte Schutz wäre eigentlich Europax, also diese kleinen Dinger, die man sich ins Orsteig plus, diese ... oder ihr Gehörschutz.
00:06:27: Nicht mal das wäre perfekt, da würde ich immer noch Dinge durchhören, aber ich hab halt keinen Bock den Scheiß mit mir rumzuschleppen.
00:06:32: und die Europax während der Klausur, wo eh kein Mensch reden darf eigentlich, sind dann auch meistens genug.
00:06:38: Also manchmal, keine Ahnung, hört man trotzdem irgendwie kurz Stiftgeklapper oder jemand stellt eine Frage und dann hör ich irgendwie kurz was und dann ist aber nach zwei Minuten wieder gut so.
00:06:48: Das ist okay, weil ich mir sicher sein kann, dass es eigentlich den Rest der Zeit ruhig sein wird.
00:06:54: Aber im Unterricht zum Beispiel ist es ganz anders.
00:06:56: Da ist so, fängt irgendwer an zu flüstern, während die Lehrperson vorne irgendwas erklärt.
00:07:00: Es kommt dann oft vor, dass ich irgendwie die Person erst mal angucke.
00:07:04: Die Person sieht mich dann, die flüstert und sagt dann so, ah, ja, okay.
00:07:08: Als Klassaurier und eine Minute später flüstert die einfach weiter.
00:07:10: Würdest du aber oder würdest du sagen, dass du dann generell ein Thema hast mit dem Reizschutz?
00:07:16: Generell sowieso, ja.
00:07:17: Also ich hab ja ADHS, das wurde ja schon gefühlt allen Folgen, die ich aufgenommen habe, schon thematisiert.
00:07:23: Und bei vielen Leuten mit ADHS ist das ein großes Thema, dass die Reize nicht so verarbeiten können, nicht so easy.
00:07:31: Und das ist mit Sicherheit auch ein Problem, das ich habe.
00:07:34: Da gibt's vielleicht auch diese Überschneidung, ne?
00:07:36: Weil wenn jetzt die Kriterien, die klassischen Kriterien von ... die jetzigen derzeitigen Kriterien der Misophonie nehmen, dann werden das quasi der Auslöser eher oral oder nasale Geräusche sein müssten.
00:07:49: Und das hast du jetzt quasi beim Klavier nicht oder beim Stifteklickern oder so ein Zeug.
00:07:57: Ja.
00:07:57: Aber man kann ja ... Das ist ein alter Spruch oder so, aber man kann ja Läuse und Flöhe haben.
00:08:02: Ja.
00:08:03: Ich hab tatsächlich noch nie gehört.
00:08:04: Ich schäme mich ein bisschen hinzu sagen, weil ich ihn so ... Ich find den schon so all.
00:08:08: Aber genau ... Also von daher, klar, also du kannst von beiden Sachen so ein bisschen betroffen sein.
00:08:14: Und dieses Reitschutzthema, dass man quasi eben keinen guten Reitschutz hat, das ist super häufig bei ADIS oder auch mit Tismo-Spektrum, also bei Neuro, die Vagenten, Gehirnen, vielleicht so gesagt.
00:08:29: Das wäre schon echt cool, wenn ich einen Reitschutz hätte.
00:08:31: Medikini schenkt mir das manchmal so in Teilen.
00:08:34: Und würdest du aber sagen, der ist quasi, oder hast du schon festgestellt, ob das Netz des Reizschutzes mal also offener ist und dann mal wieder geschlossen
00:08:44: ist.
00:08:44: Ja, auf jeden Fall.
00:08:45: Also wenn ich jetzt... Also
00:08:46: es ist nicht immer gleich durchlässig.
00:08:48: Ich nehme eigentlich fast jeden Tag bis auf heute natürlich Medikinät.
00:08:52: Und wenn ich das vor, keine Ahnung, nach drei Viertelstunde genommen habe und ich meine ersten zehn Milligramm habe, dann fällt es mir sehr viel leichter.
00:09:03: Also dann ist die Reaktion teilweise auch auf Mesophonie Reize.
00:09:07: Nicht ganz so extrem wie wenn ich es nicht nehme oder wenn ich im Rebound bin.
00:09:10: Im Rebound ist es immer am allerschlimmsten.
00:09:13: Da machst du was und wirklich drehe mich um und ich schreibe dich an.
00:09:16: Und danach entschuldige ich mich direkt, weil es mir un... glaub ich, leidtut.
00:09:19: Mit dem Medikinit drehe ich mich um und bin eher so, sorry, könntest du vielleicht aufhören?
00:09:26: Weil ich da diese emotionale Reaktion dacht, dann ganz gut irgendwie im Zaum halten kann.
00:09:32: Und wenn ich keinen Medikinät nehme, dann ist es ein bisschen so wie im Rebound.
00:09:38: Also kurz erklärt, der Rebound ist, wenn das Medikament, also Medikinät, das Medikament für ADHS, das ist so wie Ritalin zum Beispiel.
00:09:48: Wenn das Aufhalt zu wirken, dann beschreiben viele Leute, dass die ADHS-Symptome nochmal irgendwie so verstärkt zurückkommen.
00:09:54: Also im Prinzip geht es erst so hoch und du bist so gechillt und du kannst mit deinem ADHS gut umgehen und dann geht es runter und geht so... unter die Null-Linie und das
00:10:05: ist viel schlimmer als vorher.
00:10:06: Ja, und das ist dann der Rebound, das nennt man Rebound.
00:10:09: Und wenn ich im Rebound bin, dann sind die, also dann ist mein Reilsfelder auch eigentlich so basically inexistent.
00:10:15: Es wird sehr häufig beschrieben, dass diese, zum Beispiel jetzt diese Essens- und Schmatzgeräusche oder so Atmungsgeräusche oder so was, dann so sehr starke Gefühle auslösen, so wie Ärger und Wut, so was.
00:10:31: Kennst du?
00:10:32: Ärger
00:10:32: und Wut, das klingt
00:10:34: so ... Du sagst, da kommt ja der Terror bei dir im Kopf, okay?
00:10:38: Also, es ist zu zart.
00:10:40: Ärger
00:10:40: und Wut,
00:10:40: das klingt wirklich noch so schön blümchenhaft.
00:10:43: Gibt es für dich einen Unterschied, ob du die Person kennst, gut kennst oder ob die völlig fremd sind?
00:10:49: Weil da gibt es auch so Berichte, das haben wir auch im Vorgespräch schon mal kurz drüber gesprochen.
00:10:52: Also, es gibt so Berichte, dass Menschen sagen, wenn sie die Person gut kennen, also eigentlich eine emotionale Beziehung haben, dann ... Leben sieht das als schlimmer, dann ist der Auslöser doller.
00:11:04: Und wenn quasi die Person, was für sich irgendwo ein Kind draußen oder ein Kind ist oder so, dann ist der Trigger oft nicht so stark für sie.
00:11:12: Bei mir kommt es auch darauf an, wie krass reizoffen ich bin.
00:11:17: Wie gesagt, wenn ich Medikinät gerade auf der perfekten Höhe habe, dann sind fremde Reize für mich meistens gar nicht so schlimm.
00:11:23: Bei meiner Mutter ist sowieso alles schlimm.
00:11:27: Also sie ist wirklich ... Also was mich generell triggert, ist bei ihr am schlimmsten, wenn sie das macht.
00:11:33: Also das würde für diese emotionale Beziehungsgeschichte sprechen.
00:11:39: Also
00:11:40: natürlich ist es schon so, dass je näher ich Leuten stehe oder wie regelmäßig ich zu bestimmten Menschen Kontakt habe, dass du extremer reagier ich auf die Trigger.
00:11:50: Einfach, weil ich für mich herausgefunden habe, dass sie einfach ... und je öfter ich eine Person sehe, desto besser sie mich kennt, desto eher ich mich darüber ärgere, dass sie meine Bedürfnisse nicht anerkennt.
00:12:03: Bei fremden Menschen.
00:12:04: Die
00:12:04: kennen sie ja nicht.
00:12:05: Die kennen sie nicht, das
00:12:06: ist oft nicht ganz so schlimm.
00:12:08: Aber manchmal, wenn ich so total überreizt von der Schule komme und dann in der S-Bahn sitze und dann jemand neben mir ist, der telefoniert, dann denke ich mir so, boah, hier sind Leute, die haben vielleicht gerade eine Nachtschicht geschoben und du musst hier in der Bahn telefonieren, halt doch bitte einfach
00:12:21: deine
00:12:23: Lasst doch die Leute mal kurz durchatmen, anstatt jetzt zu telefonieren.
00:12:27: Steigt doch einfach gleich aus und telefonieren dann.
00:12:29: wenn du draußen bist, ist doch okay.
00:12:33: Da werd ich dann auch wütend, aber dann ist es auch wieder so ein Ding von, wo ich eigentlich weiß, dass die Person verstehen könnte, dass das, was sie tut, vielleicht die Grenzen anderer überschreitet.
00:12:43: Bei mir sind die Trigger schlimm, wenn ich davon ausgehen kann, dass mein Gegenüber oder die triggende Person weiß, dass das, was sie macht, störend sein kann.
00:12:53: In einem gesamtgesellschaftlichen Ding einfach.
00:12:55: Also nicht nur unter Misophonie kann, sondern einfach generell.
00:12:59: Es gibt ja noch das Phänomen der Hyperakusis und da geht es ja überwiegend darum, also da geht es um eine übersteigerte Geräuschempfindlichkeit.
00:13:08: Da geht es ja auch darum, dass quasi die Geräusche, die man, also quasi normale Alltagsgeräusche, empfindet man als wahnsinnig zu laut.
00:13:17: Ja, haben ja auch häufig Menschen mit Autismus und ADHS, oder?
00:13:21: So eine Hypercousis.
00:13:22: Ja, ja, also kann damit was
00:13:24: nicht mehr.
00:13:24: Ich weiß nicht, ich mit ADHS finde Geräusche einfach zu viel, nicht unbedingt zu laut.
00:13:28: Zu laut eigentlich nur, wenn ich extrem müde bin, aber oft einfach zu viel, dass ich nicht weiß, worauf soll ich mich jetzt fokussieren.
00:13:35: Es gibt auch jetzt, sag ich mal, Leute, die jetzt aus der Schule raus sind, die zum Beispiel berichten, die könnten auch nicht im Großraumbüro arbeiten.
00:13:43: Oh Gott, das wär mir zu melle.
00:13:44: Also diese ganzen verschiedenen Telefonate, aber auch ... Also Tastaturgeklick hat zum Beispiel auch, fürchterlich oder so was.
00:13:50: Ja, dann würde
00:13:51: ich crash-out gehen.
00:13:52: Dann würde ich crash-out gehen, wirklich.
00:13:54: Ich glaube, da hätte ich, also entweder, ich würde die, also ich glaube, ich würde sogar probieren und würde sogar gekündigt werden, wenn ich irgendwann ausrasten würde.
00:14:00: Du
00:14:01: könntest für dich sorgen oder versuchen, für dich zu sagen, ich brauche ein Einzelbüro.
00:14:05: Ja, entweder das oder ich sage halt meinem Chef so, ich habe das und das, kann ich vielleicht einfach Kopfhörer und das
00:14:11: und das
00:14:12: haben und wenn das okay ist, dann ja okay, dann I make it work.
00:14:16: Das schaffe ich schon.
00:14:17: Aber wenn ich die sage, nee, du sitzt jetzt hier und musst deine Arbeit machen.
00:14:23: Da meine überschließende Frage für die Praxis.
00:14:27: Wie erlebst du Schule?
00:14:28: Also, wie ich die Datenlage sehe, die ist ja ziemlich unscharf.
00:14:33: Aber man denkt so zwischen zwanzig und dreißig Prozent.
00:14:36: Gerade der jungen Menschen sind davon betroffen.
00:14:39: Zwanzig bis dreißig Prozent?
00:14:42: Ja.
00:14:42: Das
00:14:42: viel.
00:14:43: Ja, genau.
00:14:43: Aber das trifft ja genau auf die Zahl der Neurodivergentengehirne.
00:14:48: Im Gegensatz zu den Neurotypischen quasi.
00:14:51: Und die haben wir ja alle, also ich sage mal wir, aber doch wir, wir ja in den Schulen, in der Klasse sitzen.
00:14:57: So, und bisher ... Man dir sehr stark, finde ich, aufgefordert, sich anzupassen oder sich zu maskieren, dass es nicht auffällt.
00:15:06: Aber das bedeutet ja auch ein wahnsinniger Anpassungsaufwand und Druck und Energie.
00:15:11: Und dann gehst du nach Hause, kriegst du in der S-Bahn oder U-Bahn noch mal den Föhn ab und dann bist du zu Hause eigentlich platt und erschöpft.
00:15:19: Und man könnte ja Schule und ich ... Kenne auch Schulen, da funktioniert das.
00:15:23: So gestalten, dass Menschen, die so gestrickt sind, sich nicht blöd vorkommen und falsch und komisch, sondern die sind richtig, wie sie sind.
00:15:32: Und das Umfeld wird so gestaltet, dass sie auch da gut klarkommen.
00:15:36: Und nun zu meiner Frage, wie ist das bei dir gerade?
00:15:39: In der Schule.
00:15:40: Schule
00:15:40: ist die Hölle.
00:15:41: Weil ich... Ja, also ich glaube... Also Schule ist generell objektiv gesehen Hölle.
00:15:47: Meinst du jetzt, weil... Das
00:15:49: System Schule ist Hölle.
00:15:50: Aber für mich persönlich ist es auch einfach Hölle.
00:15:53: Weil ich auch schon mit meinen Klassenkameradinnen darüber geredet habe.
00:15:57: Und die wissen alle davon.
00:15:58: Und die waren sogar sehr interessiert daran.
00:16:00: Und es gibt eine schöne Story.
00:16:02: Da habe ich das mal vor den Herbstfällen, war das, habe ich mich da so erklärt.
00:16:06: Und dann haben die mir auch Fragen gestellt, so ein paar Leuten.
00:16:08: Und dann haben sie für die Stunde danach wirklich darauf geachtet, yo, lass mal das nicht machen, weil Kaya hat damit echt ein krasses Problem.
00:16:17: Das hat dann aber auch leider nur für ne Stunde gehalten.
00:16:20: Und mittlerweile ist es wieder so, dass so was man immer zu hören kriegt, hab ich das Gefühl, wenn ich mir gerade selber zuhör, ja, jeder, der irgendwie mit einem Problem kämpft, das oder mit einer, ich würd's jetzt mal, Behinderung kämpft, die man jetzt nicht sehen kann, keine Ahnung, jetzt nicht ein Rollstuhl oder so.
00:16:37: dass man das immer zu hören bekommt.
00:16:39: Aber man muss sich wirklich mal vorstellen, ihr habt ein Problem und ihr könnt es nicht anderen Leuten übermitteln, als es ihnen zu sagen.
00:16:46: Und dann sind andere Leute so, ja ich sehe dein Problem nicht.
00:16:50: Ich hab keinen Bock, Rücksicht zu nehmen.
00:16:52: Weil ich's nicht sehe, ist es für mich nicht real, und dann nehm ich keine Rücksicht darauf, wie ihr euch fühlt.
00:16:59: Also, das muss man wirklich mal verinnerlichen.
00:17:02: Und es ist eben nicht einfach ... Ah, dann flüster ich einfach leiser weiter.
00:17:06: Ich hör das trotzdem.
00:17:08: Ich sehe auch viel mehr.
00:17:10: Also, wenn Leute mit ihren Beinen wackeln oder irgendwie mit ihren Fingern oder so rumspielen, ist auch die Hölle für mich.
00:17:16: Ich sitz extra vorne, wenn man jetzt ... Tafel guckt rechts.
00:17:21: Weil ich Rechtshänderin bin und wenn ich dann schreibe eher nach rechts gucke, damit ich wirklich
00:17:26: sehe.
00:17:29: Das hast du dir gewünscht und erklärt, dass das wichtig wäre?
00:17:32: Ich habe mich einfach irgendwann nach vorne gesetzt und habe gemerkt, das ist ein guter Spot.
00:17:36: Da komme ich am besten klar und wir haben eh so eine mehr oder weniger
00:17:39: unumstehende Sitzordnung.
00:17:39: Aber das sind ja schon mal gute Tipps für die Praxis, finde ich.
00:17:43: Es
00:17:43: klappt nur leider nicht immer.
00:17:44: Es ist auch wieder keine perfekte Lösung.
00:17:47: Wenn ich vorne zuhören muss, dann gucke ich ja trotzdem in die Mitte und dann sehe ich.
00:17:50: ja links wieder so gefühlt die Hälfte meiner Klasse, wie sie sich die ganze Zeit bewegt oder dann auch flüstert und tuschelt.
00:17:58: Also es ist keine perfekte Lösung, aber so zumindest für Schreibarbeit oder an Klausuren, wenn ihr euch visuell oft auch abgelenkt fühlt und da getriggert seid und nicht davon los kommt, setzt euch Also relativ weit nach vorne, in Klassenarbeiten, steckt euch ein, steppst in die Hörn, dass ihr so wenig wie möglich hört und setzt euch in die Richtung von der Hand, mit der ihr schreibt.
00:18:19: Also wenn ihr links in der Seite sitzt, setzt ihr euch nach vorne links, damit ihr eure linke Hand anguckt, wenn ihr schreibt, damit hinter euch alles ist, was ihr sehen könntet potenziell.
00:18:27: Und wenn ihr rechts in der Seite,
00:18:28: auf der rechten
00:18:29: Seite.
00:18:30: Also dich selbst irgendwie zu schützen, visuell, wie auditiv, also über Auge, wie Ohr.
00:18:36: Ja, ich hab auch eigentlich das ... wenn ich zum Beispiel in der Stadt rumlaufe und Leute direkt hinter mir sind und zum Beispiel telefonieren.
00:18:45: Und ungefähr so schnell laufen wie ich, dann bleib ich kurz stehen und lauf dann hinter ihnen, damit ich meine Gefahr dann sozusagen im Auge behalten kann.
00:18:52: Das kommt immer ein bisschen auf die Situation an.
00:18:53: Wenn ich weiß, alle sitzen und alle bleiben auf ihren Plätzen sitzen, dann kann ich mich nach vorne setzen.
00:18:58: Weil dann weiß ich niemand kommt an, wenn ich rücken kann, niemand kann mich irgendwie überwältigen.
00:19:01: Niemand ist so dieser Urinstinkt von nicht darf.
00:19:04: Ich werde gejagt, ich brauche, also ich muss mich in Sicherheit begeben in der Stadt.
00:19:08: Oder wenn ich irgendwo hinlaufe, wenn eine Person hinter mir telefoniert und irgendwie misophonietrigger kommen, immer... hinter die Person laufen, zählt mir auch sehr gut.
00:19:16: Also die Coping-Strategie ist ja vermutlich in dem Fall auch sehr häufig, dass man dann irgendwie mit Musik im Ohr rumläuft, oder so.
00:19:24: Ja, auch, aber kein Noise-Canceling ist das perfekte Noise-Canceling.
00:19:28: Also ich hab die vierte Generation Sony Over-Ear-Kopfhörer, die sind schon ziemlich gut,
00:19:34: aber nicht perfekt.
00:19:35: Also ich hör trotzdem Dinge durch.
00:19:37: Und vor allem, wenn gedämpfte Stimmen so ein Trigger sind, will ich aber eigentlich gerade reizfiltern möchte und nur meine Musik und nichts anderes von der Außenwelt, weil ich gerade acht Stunden in der fucking Schule saß und trotzdem was durchhöre, dann kann ich jedes Nice-Canceling auf der Welt haben, es geht nicht.
00:19:53: Also das Allerschönste der Welt wäre für mich, wenn ich zu Hause einfach ... Also es gibt Leute, die haben eine Sauna zu Hause, ich hätte gerne so einen schallgepolsterten Raum, einfach für wirklich nichts
00:20:03: durchgehen.
00:20:03: Das gibt's ja zum Beispiel an der Uni-Klinik, es gibt ja verschiedene Labore, und die sind oft so.
00:20:09: Boah, das wäre mein Traum.
00:20:11: Ich hab teilweise an so versucht.
00:20:13: wo ich dann in so einem Labor sitze.
00:20:15: Und das ist so ein richtiger Kasten.
00:20:18: Und Schallschutz, völliger
00:20:19: Schallschutz.
00:20:20: Wie bei so beim HNO in der Uni Klinik
00:20:23: in Frankfurt, wo du so
00:20:24: eine Schallkasten kommst.
00:20:25: Genau, und da sind dann diese nicht Styropor, sondern weicher das Zeug.
00:20:31: Wie Eierkartons, Schaumstoff.
00:20:33: Wie Eierkartons sehen die aus, mit so Spitzten.
00:20:35: Und auch eine richtig krasse Tür.
00:20:36: Das ist ein Gefühl wie bei so einem Flugzeug.
00:20:39: Gummischell aus der Klappe.
00:20:42: Ja, die sah auch anders aus, die ich kenne.
00:20:43: Aber genau, und dann ist da drin richtig.
00:20:46: Ja, wir
00:20:46: sind ein Träumchen.
00:20:47: Und dann fiebst mein Ohr.
00:20:49: Ja, das kenne ich.
00:20:50: Das habe ich auch ganz oft.
00:20:51: Dass wenn es dann wirklich ganz ruhig ist.
00:20:53: Oder wenn ich dann Ohrstäbsel drin habe, dass mein Ohr auf Amazon.
00:20:56: Genau.
00:20:58: Übrigens.
00:20:59: Ach du.
00:21:00: Übrigens, die, die allererst... Ein Forscherinnen und Forscher, die über Misophonie geforscht haben, die kommen aus der Tinnitusforschung.
00:21:09: Spannend.
00:21:11: Aber wie ist das dann zustande gekommen, dass sie von Tinnitus auf Misophonie dann gekommen sind?
00:21:15: Das weiß ich nicht.
00:21:16: Ich glaube einfach, diese auditive Geschichten, die man als störend wahrnimmt und wobei das eine eher von innen kommt quasi.
00:21:27: Und das andere sind ja äußere Reize.
00:21:29: Tinnitus interessiert mich total, ich weiß gar nichts über ... Martinitus und es ist so spannend.
00:21:35: Weißt du, wann das angefangen hat bei dir?
00:21:37: Dass dich Geräusche so emotional anstoßen?
00:21:41: Das ist eine echt nicht lineare Geschichte.
00:21:44: Ich kann mich noch erinnern in der Grundschule an eine Situation.
00:21:47: Da hat niemand auf die Schulter getippt, keine Ahnung, in der ersten Zeit in Klasse oder so.
00:21:52: Und ich bin fast ausgerastet.
00:21:54: Das ist so eine Core-Memory von mir.
00:21:56: Das war erst mal über die Geschichte, die ich berührt.
00:22:00: Und das erste
00:22:00: Mal, genau.
00:22:01: Und nicht über was visuelles oder auditiv.
00:22:05: Ja, das erste war sensorisch.
00:22:08: Und
00:22:09: das war auch eigentlich so mein einziger Tracker.
00:22:11: Zumindest habe ich das so wahrgenommen.
00:22:12: Und die ersten Tracker bezüglich das Gehörs?
00:22:17: Was war
00:22:17: das?
00:22:17: Das war im Jahr zwanzig angefangen, als ich mit meiner Familie eingesperrt wurde.
00:22:23: Da war
00:22:24: es zu dreizehn ungefähr.
00:22:26: Ganz spannend.
00:22:28: Das trifft es voll, weil die meisten Schildern so bis in elf, zwölf, dreizehn.
00:22:33: Ja, aber da hat es angefangen, dass ich am Frühstückstisch saß und auf einmal alle Kauen gehört habe und ich war so, äh, warum kaut ihr so?
00:22:41: Hey, wir kauen ganz normal nähe.
00:22:44: Und seitdem ist
00:22:45: das ein quasi chronischer Verlauf.
00:22:48: nie chronisch absteigen.
00:22:50: Also das bleibt
00:22:50: halt.
00:22:51: Also ja, es war dann am Anfang so, solange ich auch gegessen habe, war es eigentlich kein Problem.
00:22:55: Mittlerweile kann ich mit niemandem von denen mehr am Tisch sitzen.
00:22:59: Allein zu wissen, die Essen sind fünf Minuten, ist für meinen Kopf okay, ich muss jetzt gehen, weil sonst sterbe ich gleich wortwörtlich.
00:23:06: Ja, also es ist eigentlich immer nur noch schlimmer geworden und es sind immer mehr Trigger dazu
00:23:11: gekommen.
00:23:12: Mache dich das irgendwie einsamer?
00:23:14: Boah, ja.
00:23:16: Also ich hab, bevor ich... mit meinem Freund zusammen war, euch noch mit einer anderen Person zusammen, mit der hab ich nicht so häufig gegessen, aber je länger ich mit meinem Freund zusammen bin, desto schlimmer wird das auch da teilweise.
00:23:28: Als ich ganz am Anfang konnte, mein Freund zum Beispiel noch neben mir essen, das war kein Problem.
00:23:32: Mittlerweile kann ich nur noch mit meinem Freund essen und nicht auch was essen.
00:23:36: Manchmal geht es auch, dass nur er was ist, aber dann darf ich nicht direkt neben ihm sitzen und dann kommt es auch darauf an, was er ist, weil wenn er so keine Ahnung Nudeln mit irgendeiner Soße ist, dann ist das ganz schlimm.
00:23:44: Aber wenn er irgendwie so ein trockenes Brot ist oder so, wo man nennt.
00:23:47: wenn jetzt nicht so das Schmatzen hört, sondern mehr so, dass ich nur sehe, dass er kaut und nicht unbedingt ein Glas höre, dann ist das nicht so schlimm.
00:23:55: Aber bei meinem Freund ist auch der Unterschied, dass er da wirklich sehr darauf achtet.
00:23:59: Also er weiß ungefähr, wann er essen darf und wann nicht.
00:24:02: oder also für eine Fernbeziehung und... Auch am Telefon ist.
00:24:05: dann, ich ruf ihn irgendwie an und er so, nee, jetzt nicht telefonieren.
00:24:08: Ich ruf ihn nach viertelstunden, ich ess jetzt erst was.
00:24:10: Mir ist okay, ist klar.
00:24:12: Also, das ist auch ziemlich die einzige Person, die bedingungslos da Rücksicht draufnimmt.
00:24:18: Also, meine Mutter gibt sich sehr, sehr viel Mühe.
00:24:20: Ich will jetzt nicht sagen, dass meine Mutter ist so schrecklich und die achte gar nicht drauf.
00:24:24: Auf gar keinen Fall.
00:24:24: Meine Mutter bemüht sich sehr.
00:24:26: Aber dadurch, dass wir die ganze Zeit zusammenleben, hat sie erstens mehr Trigger.
00:24:30: Bei meiner Mutter ist es extremer als bei anderen Leuten.
00:24:33: Und ihre Generation ist ja auch eine Generation, die das nicht so easy einfach akzeptieren kann.
00:24:39: Also
00:24:39: die so, sie fordert so Anpassung oder sowas?
00:24:42: Ja, die keine Ahnung Anpassung fordert oder Kompromisse fordert und ist nicht... Ganz richtig versteht, dass das eine Sache ist, die ...
00:24:50: Das ist nicht so viel mit deinem Wollen zu tun.
00:24:53: Ja, wo ich keine Kompromisse machen kann.
00:24:58: Ich leide mehr darunter, als du darunter leidest.
00:25:00: Das ist keine Präferenz, die ich irgendwie äußere oder keine Sache, die mich nervt.
00:25:04: Ich würde super gerne neben dir sitzen bleiben, während du deine Mandeln snacks oder abends bist oder so, obwohl ich schon gegessen habe.
00:25:12: Oder wir einfach keine Ahnung, zusammen im Film schauen und wir Popcorn nebenan.
00:25:17: Das wär das Schönste auf der Welt.
00:25:18: Würde ich so gerne wieder machen, aber es geht halt nicht.
00:25:21: Mhm.
00:25:22: Du meinst, es geht so schnell auf so eine Charaktereigenschaft irgendwie bezogen?
00:25:29: Nee, es wird
00:25:31: so jetzt.
00:25:32: Dass man dann quasi sagt, z.B.
00:25:34: bei der Depression muss ich anstrengen oder da muss man mal durch.
00:25:40: Und nicht so, die Person ist krank, kann nicht.
00:25:43: Ja, es ist so ein Ding von dadurch, dass bei Misophonie ja oft ... Dinge Trigger sind, die ja gesellschaftlich auch nicht unbedingt angesehen sind.
00:25:52: Also, keine Ahnung, man kriegt als Kind schon beigebracht, man soll nicht schmatzen oder man soll irgendwie mitgeschlossene Mundessen, leise Essen, besonders angenehm für die Menschen, um ein herum sind.
00:26:03: Und bei Miesophonie gibt es ja aber jetzt genau nicht darum, dass irgendetwas gesellschaftlich angesehen ist oder nicht, sondern es ist wirklich eine Sache, es ist die Triggered.
00:26:12: Und dadurch, dass es aber, dass es sich, dass es die gleiche Sache ist, nur halt ... Grundanlass ist.
00:26:18: Also dadurch, dass es zwar beides des Schmatzen ist, aber das eine eine gesellschaftliche Norm ist, die nicht beachtet wird und das andere wirklich ein Trigger ist, der nicht beachtet wird, wird es für eine Beschwerde gegenüber der Missachtung einer gesellschaftlichen Norm empfunden von anderen Leuten.
00:26:32: Und dadurch ist es so ein, jetzt hab dich doch mal, ich ess doch einfach nur, ich schmatze doch gar nicht.
00:26:37: Dabei geht es nicht darum, dass sich eine Person nicht an die gesellschaftliche Norm hält.
00:26:41: Also hätte ich keine Misophonie können zu schmatzen, wie du willst, ich rülpse auch zum Beispiel in der Gegend herum.
00:26:47: Das ist das Lustigste auf der Welt für mich.
00:26:49: Es geht mir nicht darum, dass ich irgendwie sage, das stört mich aber, weil das hab ich beigebracht bekommen.
00:26:55: Das macht man nicht, das find ich irgendwie eklig, sondern du gibst mir das Gefühl, als würde ich gleich die Bude zusammenbrechen und jetzt müsste ich ihr ausrasten, um mein Leben zu verteidigen.
00:27:05: Bitte hör auf zu essen oder zu schmatzen oder ob ich entferne mich jetzt und bitte nimm es nicht persönlich.
00:27:10: Ist
00:27:11: das denn mehr ... Wie du sagst, ist Terror im Kopf, also jetzt mal mit meinen Worten noch mit Wut und Aggression?
00:27:19: Oder ist da auch Angst drin?
00:27:21: Es kommt ein bisschen auf den Trigger, glaub ich, an und ein bisschen auf die Verfassung, in der ich eh schon bin.
00:27:25: Also, wenn ich eh schon ein bisschen abgefuckt von der Sache bin oder eher so schlechte Laune habe, dann ist es eher die Wut, die ausgelöst wird.
00:27:32: Und manchmal bin ich irgendwie vielleicht eher so auf einer traurigen Schiene, wenn ich eh schon wegen irgendwas traurig bin oder ein bisschen niedergeschlagen oder einfach ein bisschen müde und dann kriege ich eher Panik.
00:27:42: Val, Val, Val, so... Du bist in so eine hilflose, schlimme Situation geschoben und weißt nicht, was du machen sollst.
00:27:50: Und Panik und Wut ist ja eigentlich gar nicht so ein großer Unterschied.
00:27:53: Das eine ist nur ... Also Wut ist ein ... Meine Grenze wird missachtet.
00:27:56: Ich kümmere mich jetzt darum, dass sie nicht mehr missachtet
00:27:58: wird.
00:27:58: Und Panik
00:27:59: ist ein Ding von ... Meine Grenze wird missachtet.
00:28:02: Hilfe, was mache ich jetzt?
00:28:03: Aber es ist ja im Prinzip genau das gleiche Ding.
00:28:05: Also, die Wut finde ich genau.
00:28:07: Also, Wut hat sowas regulieren.
00:28:08: Das nehme ich genau.
00:28:09: Also, da ist was mit meiner Grenze passiert.
00:28:12: Und jetzt versuche ich das zu regulieren.
00:28:14: Das ist ja eh, finde ich, bei Gefühlen das Sinnvolle, was sie zu überlegen, was sie einem sagen, wenn man das so hinkriegt, vielleicht, ne?
00:28:21: Also, dass sie quasi Gefühle haben, irgendwie eine Botschaft an mich.
00:28:24: Dass man sich einfach sucht, Wut, Angst.
00:28:26: Also, sie hat eine Botschaft an mich und ich muss irgendwie verstehen, was will sie mir denn sagen?
00:28:30: Und wenn jetzt jemand quasi deine Grenze überschreitet, dann kriegst du Wut und damit regulierst du wieder den Abstand sinnvollerweise.
00:28:40: Ja, ja.
00:28:41: Also, das erzielt meine Wut.
00:28:43: Ja, genau.
00:28:44: Ich krieg das
00:28:44: trotzdem nicht hin.
00:28:45: Aber
00:28:46: das ist gut.
00:28:47: Aber das ist so das generelle Ziel von Wut, glaub ich.
00:28:51: Also so dieses urmenschliche Ding von, okay, ich werde jetzt wütend, damit ich so, keine Ahnung, Adrenalin schießt, damit ich so mehr Prozent meines Kraftvermögens irgendwie verwenden kann.
00:29:03: Das wär
00:29:03: auch meine Angst, ja.
00:29:05: Es ist ja so, dass viele Menschen, die das haben, ja quasi, wie du auch Schilders so verzweifelt sind.
00:29:12: Weil es bisher nicht ... Also erstens, wie du auch sagst, es wird oft nicht anerkannt, weil man es nicht kennt.
00:29:19: Und auf der anderen Seite, die Therapiemöglichkeiten noch irgendwie ziemlich begrenzt sind oder so.
00:29:27: Wie erlebst du das?
00:29:28: Ich fühle mich sehr hilflos, weil es ja nicht mal eine Diagnose ist.
00:29:31: Also wär's eine Diagnose, dann wär's so ein Ding von okay, es gibt noch keiner Therapie, aber ich hab's hier schwarz auf weiß, bitte nimm Rücksicht darauf.
00:29:39: Es ist so ein bisschen wie bei ADHS.
00:29:41: ADHS kann man auch nicht heilen, kann man auch nicht unbedingt perfekt therapieren.
00:29:44: Man kann nur irgendwie so seinen Umgang damit finden und dann halt zum Beispiel seinen Lehrer in den Mitteil hier.
00:29:50: Ich hab ADHS, ich würde das gerne so und so machen.
00:29:52: Hier ist meine Diagnose.
00:29:53: Ah ja, okay.
00:29:54: Ja, passt für mich.
00:29:55: Ich mach das so.
00:29:56: Bei Mesophonie dadurch, dass es keine Diagnose gibt.
00:30:00: Ist es so ein Ding von, ah, okay, hast du es jetzt von TikTok oder was?
00:30:04: Okay.
00:30:04: Und dann also... Das
00:30:06: ist jetzt eher beim Menschen in deinem Alter oder auch so?
00:30:09: Ich weiß
00:30:09: gar nicht, kann nur von mir in meinem Alter sprechen.
00:30:12: Ich weiß gar nicht.
00:30:13: Ich meine, wenn du jetzt mit Lehrern, Lehrern, Eltern so redest, nehmen die dann dieses Thema, die Diagnose, nicht ernst, oder?
00:30:22: Ich rede damit Menschen nicht drüber.
00:30:23: Ich rede nicht über meine Miso-Phonie mit Menschen.
00:30:26: eben genau aus diesem Grund, weil ich Angst habe, nicht ernst genommen zu werden.
00:30:29: Solange ich nicht gefragt... wie jetzt hier für den Podcast.
00:30:32: Obwohl der Podcast war meine Idee, aber halt so der Podcast ist ja dafür da.
00:30:35: Oder wenn
00:30:36: mich Leute fragen, ah ja, okay, du warst in der Klinik, wirst du wegen dem und dem wegen?
00:30:40: Wie hast du denn deine Diagnosen?
00:30:42: Ja, das, das und das.
00:30:43: Und technisch auch Misophonie, obwohl man das nicht richtig diagnostizieren kann, weil es nicht im ICD-C in Slash-Eilf steht.
00:30:48: Aber sie haben es mir trotzdem mit draufgeschrieben, weil es ein Störungsbild ist, dass sich doch schon irgendwie eingrenzen lässt, dem ich halt entspreche.
00:30:56: Und dann ... Wenn Leute dann noch nachhaken, erzähle ich davon.
00:31:00: Aber das ist keine Sache, wo ich jetzt locker im Gespräch irgendwie mal sagen würde, ah ja, ich hab übrigens das und das.
00:31:06: Wobei, aber du ja gesagt hast, in dem täglichen Vollzug in deiner Klasse ist es ja in dem Sinne sehr oft ... Thema, das du versuchst, für dich irgendwie eins, also dir zu helfen, um deinen Raum irgendwie zu schützen.
00:31:21: Da ist schon irgendwie Thema dann.
00:31:22: Nur halt du sagst,
00:31:24: du wirst halt
00:31:25: ständig in keiner Ernst.
00:31:26: Es nimmt ja keiner Ernst, wenn es wirklich eine krass psychiatrische Diagnose wäre.
00:31:31: Glaubst du, dann würdest du ernst genommen?
00:31:33: Bist
00:31:33: du in einem gewissen Raton?
00:31:33: Das ist
00:31:34: ja wirklich die Frage halt leider, ne?
00:31:36: Also natürlich geben wir es auch Leute, die dann sagen, wenn ihr auch okay ist.
00:31:39: Ich glaube,
00:31:39: wenn die Mehrheitsgesellschaft oder die Mehrheit in einer Klasse Rücksicht nehmen.
00:31:43: auf jemanden würde ich leider fast befürchten, dass das nicht funktioniert.
00:31:47: Ab und
00:31:48: mit oder ohne Diagnose?
00:31:49: Ja, also ja.
00:31:51: Ja, also ich glaube auch nicht, dass es unbedingt viel besser laufen würde.
00:31:55: Aber wenn ich die Leuten sagen würde, ich habe die und die Störung, das ist eine Krankheit, dann gäbe es, glaube ich, zumindest drei Leute mehr, die mehr darauf achten.
00:32:03: Und es ist auch nicht so, wie jetzt würde meine Klasse gar nicht darauf achten.
00:32:06: Also ich habe ganz viele Leute in meiner Klasse, die keine Ahnung, Kaun, Kargummi oder Flüstern und ich bin dann so, ey, bitte, bitte mach nicht.
00:32:12: Und dann sind sie so, oh, jetzt stimmt Scheiße, sorry, oder mich so, it's all good, ich wollte so sagen.
00:32:17: Und dann ist die Sache gegessen, es gibt nur so ... Ein paar Leute in der Klasse, die juckt es halt eigentlich wirklich gar nicht.
00:32:23: Und wo ich dann, wie gesagt, das auch bei denen eigentlich nicht sicher wäre, ob dann nur ein festes
00:32:28: Ding wurde.
00:32:29: Nein, weil das sind doch auch so Menschen, die, also man könnte ja zum Beispiel diskriminierungsfreier reden.
00:32:36: Man könnte diskriminierungsfreier handeln.
00:32:39: Und da gibt es ja auch Menschen, die sagen, das ist mir egal.
00:32:42: Also es gibt Möglichkeiten, quasi netter zu sein.
00:32:43: Und es wird bewusst nicht gemacht.
00:32:44: Es gibt ein Kinderbuch, im Jahr ist es.
00:32:45: im Jahr ist es.
00:32:45: im Jahr ist ein Kinderbuch, im Jahr ist es.
00:32:47: im Jahr ist ein Kinderbuch, im Jahr ist es.
00:32:47: im Jahr ist ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinderbuch, im Jahr ist es ein Kinder Kinder, Jugendliche und Eltern hilfreich sein.
00:33:11: Das habe ich Buchwerbung gemacht.
00:33:14: Ich kann auch noch Werbung
00:33:14: machen.
00:33:15: Aus dem Seebeck und Homrikhausenverlag.
00:33:18: Aha.
00:33:19: Weil es gibt ja nicht viel dazu, aber das gibt es.
00:33:22: Hast du noch was Wichtiges?
00:33:23: Du wolltest auch noch Werbung machen.
00:33:25: Das heißt Werbung tatsächlich.
00:33:27: Komme ich hier auf Reddit zu sprechen, weil wenn etwas nicht bekannt ist, ist es bekannt auf Reddit.
00:33:32: Eigentlich Reddit nicht immer die coolste Plattform, aber es gibt tatsächlich ein Subreddit, der Misophonie heißt.
00:33:39: Also Englisch halt, Misophonie.
00:33:42: Und da sind, glaub ich, so dreieinhalb, vierhundert Menschen drinne.
00:33:44: Manchmal, wenn ich mich richtig räudig fühle und richtig alleine und so, dann les ich mir die Geschichten von anderen durch und dann denk ich mir so, boah ja,
00:33:52: ich
00:33:52: bin doch nicht alleine.
00:33:53: Es gibt doch Leute, die leiden mit mir und ich bin kein... schwarze Schaf auf der Welt, sondern nur in meinem engsten Kreis.
00:34:00: Und also auch würde ich an euch appellieren, wenn ihr ein bisschen was mehr darüber hören wollt und oder lesen wollt oder euch einfach ein bisschen mehr Erfahrungsbericht dadurch lesen wollt und ihr Englisch könnt.
00:34:13: Dann geht auf jeden Fall auf Reddit, lest euch das durch, weil das sind wirklich direkte Erfahrungsberichte von Leuten, die ich vom Großteil so, wie ich sie gelesen habe, so unterschreiben kann.
00:34:24: Dass sie genau so sind und dass sie genau das auslösen und dass sie das wirklich genauso wörtlich und ernst nehmen soll, wie es da drin noch steht.
00:34:30: Also, wenn jemand sagt, it drives me absolutely fucking crazy, dann meint diese Person, dass es sie wirklich wahnsinnig macht.
00:34:38: Also, wahnsinnig nicht im Sinne von, das geht mir so auf die Nerven, sondern wahnsinnig im Sinne von, ich reiße mir gleich.
00:34:42: wortwörtlich alle Haare aus dem Kopf, weil ich es nicht mehr aushalten kann.
00:34:46: Kann ich nur weiter empfehlen.
00:34:48: Danke.
00:34:49: Weil du grad noch mal sagst, dann merk ich, ich bin nicht allein in kein schwarzes Schaf.
00:34:53: Also, die hatte ich vorhin schon erwähnt, die Anzahl an Menschen, die sich darin einstufen, ist ja, wie gesagt, auch gar nicht gering.
00:35:00: Ich hatte so gelesen zwischen fünfzehn und fünfzwanzig Prozent, so die Ecke.
00:35:04: Und der Beginn ist eben auch im Kindes- und Jugendalter.
00:35:07: Also, von daher werdet ihr eh Jugendliche neben euch sitzen haben in der Klasse, die
00:35:13: davon auch getroffen
00:35:15: sind.
00:35:15: Ja, wir könnten netter miteinander umgehen.
00:35:18: Es wäre einfach so fein und es ärgert mich auch so wahnsinnig oft.
00:35:21: Wir kennen heute zunehmend irgendwie Möglichkeiten, wie wir diskriminierungsfrei miteinander umgehen können und das dann irgendwie nicht, also nicht nett sein zu wollen, das nicht zu tun.
00:35:32: Verstehe ich nicht.
00:35:33: Geht nicht durch die Welt und denkt euch, ich habe dieses Problem noch nie wahrgenommen.
00:35:37: Deswegen glaube ich nicht.
00:35:38: Ist es so real?
00:35:40: Dann hast du ein Problem.
00:35:41: Ja, genau.
00:35:42: Dann
00:35:43: kannst du dich glücklich schätzen.
00:35:45: Und dann bitte achter darauf, dass du aber dich dann trotzdem so verhältst, wie als wäre es ein Problem, das du hast.
00:35:52: Weil es gibt Leute um dich herum, die werden dieses Problem haben und du weißt nichts davon.
00:35:56: Und die freuen sich wahnsinnig darüber.
00:35:58: Unterstützt eure Freunde in den bitte oder die.
00:36:01: anderen Betroffenen in ihren Bedürfnissen, die sie äußern, die nicht wahrgenommen werden.
00:36:06: Also aus meiner Perspektive ist das das Beste, was ihr machen könnt, dass ihr den Rücken der Person stärkt.
00:36:11: Das ist das schönste Gefühl überhaupt, weil man fühlt sich eh schon alleine und man fühlt sich eh schon so, okay, andere Leute verstehen nicht, was das für ein Problem für mich ist, andere Leute denken, es stört mich einfach nur, das nervt mich einfach nur, das ist so eine belanglose Sache und es wird so wahrgenommen, deswegen ist es zu viel verlangt, wonach ich frage.
00:36:27: Und wenn ihr dann aber versteht, Ihr Außenstehenden.
00:36:32: dass das eine Sache ist, die wirklich schlimm für mich ist und ihr dann sagt, nee, ich stelle mich jetzt auf deine Seite, ich sage jetzt auch was.
00:36:39: Allerschönstes Gefühl.
00:36:42: Also, wenn ihr das einfach so machen würdet, ich würde anfangen zu heulen.
00:36:46: Ich habe auch, als ich dann in meiner Klasse vor den Herbstfällen darüber gesprochen habe und die dann wirklich für diese eine Stunde zumindest wirklich darauf geachtet haben, saß ich in der Stunde und hab angefangen zu heulen, wenn das ein so schönes Gefühl war, ernst genommen zu werden.
00:36:59: Ich sehe nicht mich an den Schülerinnen.
00:37:01: im Suizidpräventionstag in Frankfurt.
00:37:03: Ich kam zu spät, aber ich hab das dann mitbekommen oder gelesen, dass doch jemand gesagt hat, wenn geklatscht wird, ist es für sie zu laut.
00:37:11: Ja.
00:37:11: Und anschließend wurde quasi, ich kann das jetzt hier nicht vormachen, ne?
00:37:16: Also das ist ja auch der Gebärdensprache, ne?
00:37:18: Genau.
00:37:19: Doch für Taubenmenschen.
00:37:20: Ja.
00:37:20: Also das Teichen für Klatschen, genau.
00:37:23: Und als ich dann kam und hab das gesehen, hat es mich auch total gewundert, warum wird das gemacht?
00:37:28: Weil ich das nicht ... den Vorgang vorher nicht mitbekommen.
00:37:31: Ja, ich hoffe oder ich denke, das war für die Person doch auch ein schönes Erlebnis, dass so ein Riesenraum mit, glaube ich, zweieinhalb Menschen das dann macht.
00:37:42: Ja.
00:37:42: Und so, ja, so müsste die Gesellschaft sein.
00:37:45: Das hat mich sogar berührt in dem Moment.
00:37:47: Ich war dabei, ich stand daneben am Fenster und hab gehört, ja, für mich ist das irgendwie oft zu viel so laut, dieses Klatschen.
00:37:56: Ich erinnere mich dann noch dran, ich kann's nicht mehr genau wiedergeben, aber auf jeden Fall war das die Aussage.
00:38:00: Und ab diesem Punkt an haben wirklich bis auf so ein paar Ausreißer, weil man's halt doch dann mal vergisst, weil das drinnen ist, dass man halt anfängt zu klatschen, die das dann aber doch schnell gemerkt haben und dann wieder aufgehört haben, alle daran gehalten haben.
00:38:13: Und ich hab sogar angefangen zu heulen, weil ich mir dachte, das ist so schön hier.
00:38:16: Und wie krass, dass dann zweihundert Menschen ... Ja, das ist doch wertvoll.
00:38:20: Ich übe es noch, dass zweihundert Menschen das gemacht haben.
00:38:23: Wie toll.
00:38:25: Ende der Podcast-Folge.
00:38:26: Jo, danke dir.
00:38:28: Danke dir.
00:38:29: Ich möchte noch sagen, dass ... Wenn ihr euch mit Miesophonie alleine fühlt, ich glaube, ich teile jetzt sogar meinen Instagram.
00:38:36: Damit, wenn ihr euch so fühlt und das hört, schreibt mir gerne.
00:38:39: Ich mache eine Miesophonie Support Group jetzt spontan auf.
00:38:43: Ich weiß gar nicht genau, wenn ihr Kaya die Chaya sucht, ihr werdet es finden.
00:38:46: Das bin ich.
00:38:47: Und wenn ihr da jemanden braucht, dem ihr über Miesophonie gerne was schreiben wollt, dann schreibt mir gerne.
00:38:53: Ich fühle mich auch sehr oft alleine mit.
00:38:54: Und wenn ihr nicht mir schreiben wollt, sondern euch einfach generell Hilfe suchen wollt, dann gibt es hier die Nummer... gegen Koma mit der one-one-six-one-one-ones die Telefonseelsorge mit der Null-Acht-Hundert-Einhundert-Elf-Null-Einhundert-Elf und den Krisenschat mit dem ihr über WhatsApp schreiben könnt.
00:39:11: Ja und dann freuen wir uns, dass ihr uns zugehört habt, dass ihr hoffentlich wieder was Neues gelernt habt.
00:39:17: Passt aufeinander auf und bis zum nächsten Mal.
00:39:20: Ja, achtet aufeinander.
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