Emotionale Abhängigkeit in Freundschaften: Jonnas Weg zurück zu sich selbst
Shownotes
Emotionale Abhängigkeit kennen viele Menschen nur aus romantischen Beziehungen – doch was, wenn man merkt, dass einem eine Freundschaft nicht guttut? Jonna teilt in dieser Folge ihre persönlichen Erfahrungen aus langjährigen platonischen Freundschaften, in denen sie sich selbst zu oft zurückstellte, die Bestätigung der anderen Person suchte und unter starken Verlustängsten litt.
Im Gespräch mit Kinder- und Jugendpsychotherapeut Jörn beleuchten die beiden, welche Rolle der Bindungsstil, soziale Ängste und der eigene Selbstwert dabei spielen. Wie unterscheidet sich sichere von unsicherer Bindung und wie wirkt sich diese auf Beziehungen und das eigene Verhalten aus?
Gemeinsam betonen sie, wie wichtig es ist, auch in Freundschaften Grenzen zu setzen, die eigenen Emotionen ernst zu nehmen und Hilfe anzunehmen. Jonna erzählt außerdem, welche Strategien und Einsichten ihr geholfen haben, sich nicht mehr von anderen Menschen abhängig zu machen und heute gesunde, stabile Beziehungen zu führen.
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Transkript anzeigen
00:00:08: Willkommen bei deinem Podcast, es braucht das ganze Dorf.
00:00:10: Hier sprechen jugendliche Alltags-Experten mit Profis aus der Wissenschaft.
00:00:15: Ehrlich und authentisch über mentale Gesundheit und alles was dazugehört.
00:00:19: Du bist nicht allein, denn manchmal braucht es ein ganzes Dorf um den Weg zu finden.
00:00:23: Schön, dass du Teil des Dorfes bist.
00:00:32: In diesem Podcast sprechen wir offen über Themen rund um mentale Gesundheit, die für einige emotional herausfordernd sein können.
00:00:39: Wenn du denkst, dass das für dich der Fall sein könnte, empfehlen wir, die Episode nicht allein zu hören.
00:00:44: In der Beschreibung findest du hilfreiche Angebote und Ressourcen, die du Unterstützung bieten können.
00:00:57: Hi und herzlich willkommen.
00:00:58: Ich bin
00:00:58: Jonna.
00:00:59: Ich bin Teil von den Gamechangers.
00:01:00: In dieser Folge sprechen wir über das Gefühl von Abhängigkeit in Freundschaften und Beziehungen allgemein.
00:01:05: Vielleicht habt ihr das schon mal selbst erlebt oder kennt es von jemandem in eurem Umfeld.
00:01:09: Ich werde euch ein bisschen von meiner Geschichte erzählen und Jorn bringt die psychologische Perspektive mit ein.
00:01:15: Genau.
00:01:15: Hi und herzlich willkommen.
00:01:17: Ich bin Jörn, bin Kinder- und Jugendlichenpsychotherapoid und in eigener Praxis niedergelassen.
00:01:22: Und ich freue mich auf das spannende Thema.
00:01:25: Abhängigkeiten in Freundschaften ist das Thema.
00:01:29: Genau,
00:01:30: also an sich Emotionalabhängigkeit
00:01:32: mit dem
00:01:33: Fokus auf die freundschaftlichen Beziehungen.
00:01:37: Weil es
00:01:37: für mich
00:01:38: immer so das Problem hat, dass wenn ich darüber gesprochen hab oder wenn ... Ich versuch halt, Leuten das zu erklären, das ist immer direkt so, ja, aber du bist ja nicht mit der Person zusammen oder sicher, dass du nicht in die Person verliebt bist.
00:01:49: Also, das ist immer sehr stark auf dieses romantische
00:01:53: Gelenk
00:01:53: wird, dass wenn man sagt, okay, jemand liegt mir so am Herzen, dass ich das Gefühl hab, ich kann nicht
00:01:57: ohne diese Person.
00:01:58: Das ist direkt dann, das war so,
00:02:00: ah, du bist einfach ... Du bist
00:02:01: eigentlich verliebt.
00:02:02: Ja,
00:02:02: du stehst
00:02:03: nur auf die Person und bist ja vollkommen normal dann.
00:02:07: Also, das ist dann auch ziemlich schnell in so eine Pauschalisierung davon.
00:02:12: gab,
00:02:12: sag ich mal.
00:02:13: Klar kann das natürlich auch in romantischen Beziehungen, es kann auch in Familienbeziehungen, also mit Lehrern, also eine Abhängigkeit von Lehrern, dass man irgendwie den Fokus darauf hat, dass die Lehrer ein irgendwie Validierungsgefühl geben.
00:02:26: Aber
00:02:26: es ist für mich halt sehr häufig im Freundschaften der Fall war.
00:02:29: Und Freundschaften-Beziehung ist ja oft eine sehr
00:02:31: enge Verwendung.
00:02:32: Vielleicht
00:02:32: auch Fluide, oder?
00:02:34: Oder könnte auch wechseln, aber das hast du nicht gemeint jetzt, sondern das war schon, das blieb quasi platonisch.
00:02:40: Oder so?
00:02:41: Also,
00:02:41: ich würde schon sagen, dass ich mich, vielleicht so ein bisschen als Hintergrund, ich hab immer sehr enge Freundschaften gehabt.
00:02:47: Also, wo
00:02:48: immer für mich so ein bisschen dieses, das ist mehr als nur, du bist mein Freund, aber jetzt nicht zwingt in einem mehr
00:02:54: als freunde
00:02:55: romantische Sicht, sondern einfach immer dieses, ich hab eine enge Verbindung zu dir und also so.
00:02:59: Ich hab immer das Wort
00:03:00: platonisch
00:03:01: benutzt, weil platonisch für mich irgendwie immer noch mal so ein ... tiefer gähnendes Gefühl beschreibt, als so ein,
00:03:06: wir sind buddies.
00:03:06: Best.
00:03:08: Rutscht das auch ein bisschen in.
00:03:10: was familiär.
00:03:10: Also ist ja auch die Frage, wie man Familie definiert.
00:03:14: Wahlfamilie oder in Verwandtschaft durch, also Grad der Verwandtschaft.
00:03:20: Es gibt Menschen, die sagen, es gibt nichts engeres oder wichtigeres als die Familie.
00:03:25: Und würden die vielleicht an erste Stelle stellen oder nach Freunde.
00:03:29: Rutscht das in sowas rein oder finden sie die Definition eh Quatsch?
00:03:32: Und sagst du, teile ich jetzt eh nicht so?
00:03:35: Also, ich finde, das ist schon sehr treffend.
00:03:37: Ich war auch immer noch eine Person so, Familie
00:03:39: ist mir am wichtigsten.
00:03:40: Aber ich hab halt eigentlich immer meine Freunde mit reingezählt.
00:03:43: Ich war
00:03:43: so ein bisschen meine Familie, sei mal die Leute, mit
00:03:45: denen ich wirklich verwandt
00:03:46: bin.
00:03:46: Und die Leute,
00:03:47: die ich zu meiner anführungszeichen gewählten
00:03:49: Familie, sag ich mal, mit einem Bezieher.
00:03:51: Also, dass ich auch sehr viele ... langfristige Freundschaften hatte.
00:03:55: Also
00:03:56: langjährige
00:03:57: Freundschaften hatte, wo ich dann auch so war.
00:03:58: Ich kenne mich seit meiner Kindheit.
00:04:00: Oder wenn ich mit jemandem mich angefreundet hab, dass die sehr schnell auch sehr viel in meinem Leben involviert waren.
00:04:05: Also, dass ich dann auch meine Freunde sehr schnell verknüpft
00:04:08: habe
00:04:09: mit den anderen Freunden, damit
00:04:10: ich so
00:04:11: alles, sag ich mal, zusammen haben kann.
00:04:13: Du
00:04:13: hast so ein Netz gesprungen.
00:04:14: Also ein Freundesnetz, ne?
00:04:15: Also jetzt ganz positiv gesehen.
00:04:17: Kann ja auch in einer Ressource sein.
00:04:20: Genau.
00:04:20: Und ich glaub,
00:04:22: dass diese ... alle
00:04:23: möglichen Grenzen, die man eigentlich nicht ziehen kann,
00:04:26: so einfach verwischt sind.
00:04:28: Und das ist,
00:04:29: glaub ich, auch der Grund, warum ich sehr lange gebraucht hab, um zu merken, hey, das ist irgendwie gar nicht mehr so gut
00:04:35: für mich.
00:04:38: Also, wenn alle die Beziehungen eng sind und tiefgreifend sind und so einen hohen Wert, also einen hohen Stellenwert für einem Leben haben, ist es halt natürlich schwer, dann zu sagen, jetzt ist aber ein bisschen zu viel.
00:04:49: Also, so,
00:04:50: jetzt ist es irgendwie nicht mehr ... was einem gut
00:04:53: tut.
00:04:54: Ich glaub, das ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass ich merkt, das ist gar nicht was, was ich frei wähle in Anführungszeichen, sondern das ist wirklich was ich nicht mehr kontrollieren kann.
00:05:03: Das war wirklich, nachdem ich aus meiner ersten Abhängigkeit
00:05:07: rausgekommen
00:05:07: bin, sag ich mal, und gemerkt hab, das hat mich jetzt aber total runtergerissen.
00:05:13: Es war wirklich auch für mich so dieser Moment so, es hat wirklich was mit dieser Person zu tun.
00:05:17: Also, dass ich die ganze Zeit gemerkt hab,
00:05:18: okay, ich ... Ich
00:05:19: bin nicht gut drauf, ich bin immer fertig und dachte, vielleicht hab ich eine depressive Episode.
00:05:25: Aber gemerkt hab, dass es wirklich abgestürzt
00:05:27: ist in
00:05:28: dem Moment, wo die Person gar nicht mehr da war.
00:05:30: Und ich wär mir so, oh.
00:05:32: Ah, okay.
00:05:32: Also das wäre vielleicht, wenn wir überlegen oder wenn wir so ein bisschen definieren wollen, was ist eigentlich emotionale Abhängigkeit oder personale Abhängigkeit.
00:05:42: Wäre das so ein Punkt, dass du sagst, man ist, also alles fokussiert sich auf diese Person.
00:05:49: Man passt sich vielleicht auch viel zu stark an.
00:05:51: Also es gibt so ganz wenig Eigenes noch.
00:05:54: Also die eignen Wünsche, die eigene Person wird nicht mehr richtig gesehen und wahrgenommen, sondern es fokussiert sich auf die andere Person.
00:06:01: Man hat Angst vor Kritik und Rückweisung, sodass man versucht, alles zu machen, damit es kein Konflikt gibt.
00:06:09: Ja, auf jeden Fall.
00:06:10: Und hat so ein Gefühl, ich kann ohne die Person nicht wirklich existieren und leben.
00:06:14: Ja, also, das ist ... Ich glaube, für mich, diese Differenzierung erst gemacht worden ist, wo ich gemerkt hab, okay, wenn die Person mir nicht schreibt oder ich mal einen Tag nicht mit der Person rede oder dass ich gemerkt hab, dass alles andere komplett, sag ich mal, egal geworden ist, weil ich war so, ich brauch diesen
00:06:29: Bezug zu der
00:06:30: Person, ich brauch diese Bestätigung.
00:06:32: und dass ich mich dann auch selber, sag ich mal, zurückgestellt hab.
00:06:35: Wenn ich war so, eigentlich hab ich keine Energie, keine Zeit oder ich geht mir gar nicht gut irgendwie, sei es auch gesundheitlich.
00:06:40: Ich aber die Möglichkeit zum Beispiel hatte, die Person zu sehen oder die Person hat gesagt, hey, wollen wir was machen?
00:06:45: Ich brauch deine Hilfe.
00:06:46: Dass ich alles stehen und liegen gelassen hab und nur um dieser Person nahezu sein.
00:06:50: Also,
00:06:51: weil
00:06:51: die Personen sozusagen, ich hab immer ... Wenn ich versucht hab, zu beschreiben, du bist mein Lieblingsmensch.
00:06:58: Aber
00:06:58: das ist wirklich die Person, der Mittelpunkt vom Leben wird.
00:07:02: Dass man das auch gar nicht merkt, weil man natürlich ist, wenn die Person da ist, wenn man sich das auf Freundschaften bezieht, wenn man mit jemandem gut befreundet ist, dann sieht man die Person meistens jeden Tag oder sehr regelmäßig.
00:07:12: Das ist man immer auf so einem
00:07:14: Hoch,
00:07:15: während man mit der Person ist, wenn man sie ganz viel jeden Tag sieht, jeden Tag schreibt, dann merkt man gar nicht, dass alles andere so ein bisschen wegfällt.
00:07:23: In dem Moment,
00:07:24: wo halt dann, sag ich mal, wie so ein Entzug in Anführungszeichen kommt und die Person mal einen Tag nicht schreibt, sei es, weil sie Handy aushat, weil sie weggefahren ist oder so.
00:07:34: In dem Moment fällt dann alles, sag ich mal, auseinander und alles bericht auseinander.
00:07:39: Und hast du die Idee, wieso?
00:07:40: Also, wieso ist das dann, wieso auseinander gebrochen?
00:07:43: Also, der Sinn deines Lebens war dann nicht da, oder war dann so nichts mehr Eigenes da?
00:07:50: Also, der Grundsinn, irgendwie die Kommunikation und der Austausch oder das Sein mit der anderen Person.
00:07:57: Also,
00:07:58: ich mein, es ist ja bei jedem unterschiedlich, aber bei mir war es auf jeden Fall so, dass ich halt wirklich, sag ich mal, abhängig davon geworden bin,
00:08:06: dass man
00:08:06: abhängig davon ist, von dieser Person gesehen zu werden.
00:08:09: Also, wie ich bin, wie mein ...
00:08:11: Wert ist,
00:08:12: sag ich mal, wird dadurch gehoben bzw.
00:08:15: gesenkt.
00:08:16: Dadurch, ob die Person mir gerade das Gefühl gibt, sie mag mich.
00:08:20: Und dass ich dann auch sozusagen keine ... Bestätigung von irgendwo anders hernehmen kann.
00:08:26: Und auch
00:08:26: nicht
00:08:27: von mir selbst.
00:08:27: Also, dass ich irgendwie...
00:08:29: Also,
00:08:29: dass dein Selbstwert quasi überwiegend reguliert, dass die Person dir was den Wert zuschricht.
00:08:36: Also, das
00:08:36: was...
00:08:39: Also, das was ich mir selber eigentlich geben sollte oder wenn ich, weil ich damals noch jung war, vielleicht meine Eltern oder so.
00:08:47: dass ich das alles auf diese Person fokussiert habe und der Person sozusagen auch diese Verantwortung zugeschoben hat.
00:08:52: Du musst mich bestätigen, weil ohne dich bin ich nichts.
00:08:55: Also,
00:08:57: dass ich glaube, dass ... bei mir zum Beispiel auch daran liegt, dass ich nie wirklich mit meinen Emotionen klargekommen bin.
00:09:03: Ich auch eine sehr emotionale Person an sich bin.
00:09:06: Das heißt, alles, womit ich irgendwie überfordert war und nicht mit umgehen konnte, habe ich auf eine Person übertragen, habe ich so mir einen Pfeiler, sag ich mal, geholt und gesagt, wenn dieser Pfeiler steht, dann ist alles okay.
00:09:19: Und dass ich damit auch das, was mich eigentlich beschäftigt hat oder gestört hat, ausblenden konnte, weil ich war so die Person, ist bei mir, ich bin in Sicherheit, alles ist gut.
00:09:28: Und das ist natürlich dann aber das grundlegende Problem, warum ich eigentlich, wovor ich mich sage, ich mal versuche zu schützen, indem ich mein ganzes Leben um diese eine Person rumbaue, dadurch komplett hinten wegfällt.
00:09:39: Also es ist wie so eine temporäre
00:09:42: Lösung für...
00:09:44: Ja, also, und es ist halt, weil Personen haben, also jede Person hat ihr eigenes Leben.
00:09:48: Das heißt, es ist auch eine sehr instabile Krücke, weil vor allem bei jüngeren Leuten, die können ja meistens nicht mehr die Verantwortung für sich selber tragen, geschweige denn dann für eine andere Person.
00:09:59: Und zum Beispiel in Freundschaften war es für mich halt auch das große Problem, dass wenn ich jetzt, wenn ich mit der einen Person zum Beispiel zusammen gewesen wäre, wäre der Kontext, in dem ich gesagt hätte, ich brauche dich ganz anders, als wenn ich jetzt in der Freundschaft versuche, zu erklären, ich finde es ganz ... schrecklich, wenn du nicht bei mir bist.
00:10:15: Weil ich glaube, ganz viele Leute, das einfach nur verstehen einem, also nur in dem Kontext einer Beziehung verstehen können.
00:10:21: Also
00:10:22: so, das mir sagt.
00:10:23: Die ist also eine Beziehung erlaubt dann erst, dass man fast sowas wie so ein Besitzanspruch äußert.
00:10:31: Und eine Freundschaft würde es nicht erlauben.
00:10:34: Was ich meine, ist so, glaube viele Menschen haben natürlich so ein Gefühl, in einer Beziehung hat man irgendwie so... So Rechte in Bezug auf die andere Person und vielleicht fangen da ja auch Probleme an, dass das so ein Denken irgendwie im Kopf ist.
00:10:50: Also ich glaube, dass für mich zum Beispiel ein ganz großes Problem war, dass ich sehr stark Eifersucht hatte.
00:10:57: Und man, dass in der Beziehung besser
00:11:00: rechtfertigen
00:11:01: kann.
00:11:01: Ja, ja.
00:11:02: Weil es ja dieser Anspruch da ist und sind von so, ich möchte nicht, dass du andere Leute umarmst, weil dann hab ich das Gefühl, du nimmst unsere Beziehung nicht ernst.
00:11:10: Aber wie erklärt man das seinen
00:11:11: Freunden?
00:11:12: Ja,
00:11:12: ohne Beziehung, wenn beide sagen, sie ist monogam, dann ist sie ja auch exklusiv.
00:11:17: Und Freundschaften sind ja in der Regel nicht exklusiv, sondern Freundschaften haben andere Freundschaften.
00:11:23: Also so, man ist ja der Regel nicht auf eine Person.
00:11:26: nur aus, sondern es gibt noch
00:11:28: andere.
00:11:29: Zumal Freundschaften ja oft auch in Gruppen Konstellationen
00:11:33: stattfinden.
00:11:35: Und man natürlich, vor allem weil ich jetzt ganz oft meine Freunde dann irgendwie
00:11:39: connectet
00:11:40: habe, sag ich mal, und auf Geburtstags feiern.
00:11:44: Was weiß ich, dass die sich dann halt auch kannten.
00:11:46: Da hat man sich in größeren Gruppen getroffen.
00:11:47: Und je größer die Gruppe wird, desto mehr fallen diese Einzelbeziehung weg.
00:11:52: Also hab ich so für
00:11:54: mich gemerkt, dass es dann immer dieses one-on-one immer weniger passiert ist.
00:11:58: Und wenn ich dann merke, okay, aber ich will mit dieser Freundin, mit diesem Freund eigentlich immer nur alleine sein, weil ich will ... Ich will das Wichtigste für dich sein, weil du bist für mich das Wichtigste.
00:12:09: Und dann sehe ich dich aber nur in Freundeskonsolation oder in Kleingruppen.
00:12:12: Und ich sehe, dass du dich mit anderen besser verstehst.
00:12:14: Sei es, dass
00:12:15: die einen Insider-Witz
00:12:16: haben, den ich nicht kenne.
00:12:18: Das
00:12:18: ist in dem Moment mir wehtut und aber auch mich sehr verletzt, weil ich in dem Moment nicht nur denke, du hast eine Bindung mit jemand anderem, sondern direkt dieser Rückschluss ist, deine Beziehung zu mir ist jetzt nicht mehr so wichtig.
00:12:31: Also, egal, was die Person macht, ist immer eine Wertung auf mich zurückführt.
00:12:36: So
00:12:36: ein Eifersuchtsproblem kann man in der Beziehung besser angreifen, weil man was hat, worauf man sich zurückbeziehen kann.
00:12:43: Man sagt, ich bin eifersüchtig, weil du mir gesagt hast, ich bin dein Partner.
00:12:48: Genau, man hat sich da was versprochen.
00:12:50: Ja.
00:12:51: Also, wobei sie deutlich man sich das gesagt hat, oder man nimmt das in den Kontext von Beziehung mit rein.
00:12:59: Wenn man sagt, wir sind monogam, dann verspricht man sich irgendwie scheinbar was.
00:13:04: Und das passiert bei einer Freundschaft nicht.
00:13:06: Genau, diese eine Freundin, die ich seit der Krabbelstube kenne, also
00:13:09: wirklich
00:13:10: seit Baby, sag ich mal, die ich eigentlich mein Leben lang kenne.
00:13:14: Und für mich war immer klar, du bist meine Number
00:13:16: one.
00:13:18: Mir egal, mit wem ich sonst befreundet bin, du bist meine Nummer eins.
00:13:22: je älter ich geworden bin und je mehr wir sind dann nicht auf die gleichen Schulen gekommen, je mehr andere Freundschaften entstanden sind, ich gemerkt hab, okay, diesen Ranking.
00:13:33: Das kann man normalerweise nicht einfach so aufrechterhalten.
00:13:37: Man kann nicht immer sagen, du bist eins, du bist zwei.
00:13:40: So funktionieren Beziehungen
00:13:42: eigentlich nicht.
00:13:43: Klar kann man irgendwie sagen, mein Partner ist das Wichtigste, meine Schwester ist das Wichtigste.
00:13:47: Aber so normalerweise vor allem bei Freunden ranken
00:13:50: Leute
00:13:51: das meistens eigentlich nicht.
00:13:52: Noch,
00:13:52: wenn sie ganz klein sind.
00:13:54: Oder?
00:13:54: Also, das erinnere ich mich jetzt so mit beste Freundin, zweitbeste Freundin.
00:13:59: Ja,
00:13:59: genau.
00:14:00: Also, ich glaub,
00:14:00: in der Grundschule hat man das dann eher so, du bist meine allerbeste Freundin, du bist meine beste Freundin, du bist meine zweitbeste Freundin.
00:14:07: Also,
00:14:08: dass man ... also, dass diese Rangliste sich immer mehr vermischt.
00:14:12: Und ich, damit, glaub ich, nie klargekommen bin, dass ich so war, ich hab eigentlich eine ganz klare Vorstellung, wer für mich die wichtigste Person ist, die wichtigste Freundschaft.
00:14:20: Aber die andere Person ... Das ist ja gar nicht was man machen muss.
00:14:23: Die andere Person macht das halt nicht.
00:14:25: Die denkt halt an, ihr seid alle meine besten
00:14:27: Freunde.
00:14:27: Ich hab fünf beste Freunde.
00:14:30: Und das ich auch ... Ich glaube, diese Begriffe, ja, du bist mein bester Freund, beste Freundin, sehr viel schneller benutzt habe als andere Personen.
00:14:38: Das machen die meisten
00:14:39: Leute, je älter sie
00:14:40: werden, nicht mehr.
00:14:41: Und das ist dann auch wie so ein Teufelskreis ist, weil ich immer noch in diesen
00:14:45: Schubladen
00:14:46: ... Du warst noch in diesem drin.
00:14:47: Ja,
00:14:47: weil ich immer so war, ich brauch ... Das Einzige, was ich will, ist, dass jemand mich als die beste Freundin ...
00:14:52: Ich hab mich jetzt gefragt, die ich so zugehört hab.
00:14:54: Wenn ich jetzt noch mal von der Theorie komme ... Was passiert eigentlich in uns, damit wir, also immer wieder, oder?
00:15:02: Ja, in emotionale Abhängigkeiten hineinrutschen, dann gibt es da als eine Erklärungsmuster, ist zum Beispiel, geht es um sowas wie die Bindungstheorie.
00:15:12: Kann ich nachher gleich noch mal was zu sagen?
00:15:14: Also, dass du so ein Faktor, ein anderer Faktor ist, ist bestimmt sowas, ob wir aufgewachsen sind und haben vielleicht mehr soziale Angst oder sind konfliktvermeidend oder wie geht es unserem Selbstwert?
00:15:26: Das, was du auch gesagt hast, ist der irgendwie hoch oder ist der sehr gering?
00:15:29: Ich dachte aber gerade beim Zuhören dieses jemanden an die Nummer einsetzen und das auch so verbalisieren, hat ja auch so was, damit kann ich mich dann sichern.
00:15:38: Also in dem Moment, wo ich jemandem sage, du bist jetzt wirklich die wichtigste Person für mich, natürlich mit dem Wunsch verbunden, ich wäre es auch gern für dich, versuche ich ja nicht in diesen Zustand zu kommen von so einem, wer ist gerade eigentlich so irgendwie da, wer ist für mich da, was, also so einen Rumschwimmen irgendwie.
00:15:55: Also das war immer dieses, sich an diesem Person dann irgendwie festhalten, oder sich aufrichten.
00:16:01: wenn's gut läuft, die Bestätigung von dem bekommen.
00:16:03: Und irgendwann mal zu verstehen, wenn ich das n' das mach, krieg ich mehr Bestätigung.
00:16:08: Also, mach ich das mehr und so.
00:16:10: Ja, ich glaub, dass da für mich auch viel mit reingeschwillt hat, mit Verlustangst.
00:16:14: Also, dass mir das auch ziemlich lange, sag ich mal, früher auch schon klar war, bevor ich überhaupt
00:16:20: an den Begriff emotionaler
00:16:21: Abhängigkeit gedacht hab, dass ich immer war, okay, ich komm nicht gut damit klar, wenn ich Leute verliere oder wenn man einfach Kontakt verliert oder so, dass diese Verlustangst immer ein großes ... Dinge, sag ich mal,
00:16:32: wie
00:16:32: ich war.
00:16:33: Und ich glaube, ich damit auch einfach vieles gerechtfertigt hab, vielleicht auch.
00:16:37: Ich hab einfach Angst, dich zu verlieren, deswegen bist du mir so wichtig.
00:16:42: Es ist kein Problem, es ist ein Zeichen dafür, dass du mir wichtig bist.
00:16:46: Also
00:16:46: so im
00:16:47: Sinne von mich selber so ein bisschen
00:16:49: belügen.
00:16:50: Weil man natürlich, wenn man jemanden hat, der ihm so wichtig ist, möchte man sich damit konfrontieren und sagen, eigentlich ist das nicht mehr gut für dich.
00:16:57: Weil dann ... öffnet man die Tür zu, möglicherweise musst du Abstand nehmen.
00:17:01: Und das
00:17:02: ist so das Schlimmste, das größte Übel überhaupt.
00:17:07: Und ich glaube auch, wenn man zum Beispiel diese Sicherung versucht zu kriegen.
00:17:12: Das Schmerzhafteste eigentlich, was dann passieren kann, ist, dass die Person das nicht zurückmeint.
00:17:17: Also so, sei es, dass
00:17:18: die Person einfach nur nicht dieses Label benutzt.
00:17:21: Also ich kann genug Löcher sagen, es sind halt alles meine Freunde, mir doch egal, mal mach ich mit dem mehr, mach ich mit dem mehr und auch gar nicht irgendwie das Versuchen zu verbalisieren.
00:17:31: Ich hatte einen Freund, mit dem ich ganz lange sehr eng gefreundet war, den ich dann auch als meinen besten Freund, sag ich mal, bezeichnet hab und das ganz lange auch eigentlich wie so klar war zwischen uns, obwohl ich die ... weil die es gesagt hat, mir
00:17:41: wurde nicht widersprochen.
00:17:43: Auf dem Level.
00:17:44: Und dann haben wir längere Zeit nichts gemacht.
00:17:46: Ich war die ganze Zeit so, nur weil wir gerade nichts machen, heißt das nicht, dass wir nicht gut befreundet sind.
00:17:51: Also, man hat ja auch so Pausen, wo man mehr macht und mal weniger macht.
00:17:55: Und dann hab
00:17:56: ich dann aber über andere Freunde erfahren, dass er das überhaupt gar nicht so sieht.
00:17:59: Ja, ja.
00:18:00: Und ich, dass in dem Moment halt diese Sicherung, die ich mir selber gesetzt hatte, von der ich mir sicher war, weil mir halt auch niemand was anderes gesagt hat, komplett zerbröckelt ist.
00:18:09: Und ich dann in dem Moment war so wie
00:18:12: so ein bisschen so, hä,
00:18:14: dass ich also
00:18:15: diese
00:18:15: Sicherung, die ich mir selber gemacht hab, jedes Mal, wenn so was in der Art passiert, sehe ich, dass mich jemand als, ja, das ist meine Freundin und nicht meine beste
00:18:22: Freundin vorstellt.
00:18:23: Klingt jetzt erst mal ein bisschen banal, aber so,
00:18:26: dass es
00:18:27: immer ... Die Reaktion für mich war, ich muss das noch klarer haben.
00:18:31: Am liebsten hätte ich einen Vertrag gemacht, wo man das unterschreit.
00:18:34: Wenn man nicht mehr der Meinung ist, muss man den Vertrag kündigen.
00:18:38: Das ist auch die Sicherheit, wenn ich nicht da bin, hast du nicht vergessen, dass ich existiere.
00:18:44: Dass auch selbst wenn ich nicht aus meiner Sicht emotional abhängig war von dieser Person, dass ... trotzdem ich in jeder Beziehung, die ich auf irgendeine Art und Weise zu jemandem hatte, immer diese Sicherung wollte, okay, ich bin trotzdem wichtig.
00:18:58: Und das ist halt bei einer Person, wo ich gemerkt hab, ich bin wirklich abhängig, dass ich war so, ich muss das nicht nur hören, sondern ich brauche es täglich.
00:19:05: In jeder Sekunde will ich eigentlich, dass du mir sagst, du bist mir wichtig.
00:19:08: Also,
00:19:09: auch bis zu dem Punkt, dass ich war, ich hab mich mit der Person getroffen.
00:19:12: Und ich war überglücklich in dem Moment, wo die Person nicht mehr da ist, in dem Moment, wo sie nach Hause geht oder weggeht oder auch irgendwas von jemand anderem erzählt, wo ich nicht dabei war.
00:19:23: In dem Moment ist es schon, okay, du hast mich.
00:19:26: Ich bin
00:19:26: ja nicht mehr wichtig.
00:19:27: Wenn man das so erzählt, klingt es ja erst mal so, hallo.
00:19:30: Ein bisschen Realitätsverlust,
00:19:32: aber so ... Das ist dieses Gefühl
00:19:34: von, du magst mich nicht mehr.
00:19:36: Dass ich nicht so
00:19:38: nach Zeichen gesucht habe, dass mich jemand nicht mag, sondern immer nur davon ausgegangen ist, du magst mich nicht und du musst mir beweisen.
00:19:45: Ich brauch täglich den Beweis, dass du mich magst, dass das Prinzip umgedreht
00:19:48: ist.
00:19:49: Wenn man sagt, ich bin mit dir befreundet, dann geht man davon aus, die Basis
00:19:52: ist, wir mögen uns.
00:19:53: Und
00:19:54: dann gibt's möglicherweise Anzeichen, dass die Person mich nicht mag.
00:19:58: Ich merke, die Person guckt nicht komisch an oder die hat was hinter meinem Rücken gesagt.
00:20:03: So wäre vielleicht
00:20:04: das Übliche.
00:20:07: Wenn man von Grund auf ausgeht, du liebst mich nicht oder du magst mich nicht.
00:20:11: und man eigentlich Konstantbestätigung sucht, magst du mich noch?
00:20:14: Du willst mit mir befreundet sein?
00:20:16: Dass ich manchmal an dem Punkt war, wo ich gesagt hab, wenn du mir nicht konstant jeden Tag sagst, dass wir befreundet sind, geh ich davon aus, dass du mich vergessen
00:20:23: hast.
00:20:24: Und dass du gar nicht weißt, wer ich bin.
00:20:26: Das heißt, wenn dann jemand auf Instagram irgendwie, keine Ahnung, kommentiert hat bei mir oder was von mir gepostet hat mit mir, wo ich drauf bin, selbst sei es eine Collage.
00:20:35: Ich bin da drauf nicht so,
00:20:36: oh,
00:20:36: ich bin da.
00:20:37: für dich, selbst wenn ich nicht da bin.
00:20:39: Also diese Präsenz zu haben, ohne dass ich wirklich da bin.
00:20:44: Dass ich den Glauben daran verloren habe, dass Leute an mich denken können, wenn ich nicht da bin.
00:20:49: Also du hast quasi wieso nicht gedacht, dass du ... also wieso internalisiert bist in den Menschen, ne?
00:20:56: Also dass quasi es gibt in deinen Freundinnen und Freunden, gibt es einen Teil, Jonna, der irgendwo da im Herz sitzt.
00:21:05: Und du dachtest quasi nur, wenn ich da bin, dann gibts mich.
00:21:09: Und dann bin ich wertvoll und werde geliebt und gemocht.
00:21:11: Und wenn ich weg bin, gibts mich nicht mehr.
00:21:14: Dann bin ich wie aufgelöst bei denen.
00:21:16: So, obwohl du ja Beziehungen, Freundschaft, Liebe, was auch immer, bedeutet ja nach meiner Idee zumindest, dass sich was in dem anderen absetzt.
00:21:25: von mir.
00:21:26: Da gibt es jetzt auch Theorien in der Psychologie oder in der Psychotherapie.
00:21:31: Wir gehen auch quasi davon aus, dass ja auch Teile und Elemente von Vater und Mutter zum Beispiel sich in Kind niederschlägt, damit man quasi auch, weiß ich nicht, fünf oder acht Stunden auch nicht zu Hause sein kann und hat trotzdem die Idee, Mama und Papa haben mich lieb und ich trage diese Liebe von denen mit und die versorgt mich und die tröstet mich auch, wenn ich mal alleine bin und die gibt mir halt.
00:21:54: Ansonsten wäre es so, wenn das nicht so internalisiert wäre, dann würde ich die Tür zu machen und zu Hause, wenn ich zur Schule gehe und in dem Moment wäre ich alleine.
00:22:03: Mich würde nichts innerlich begleiten.
00:22:05: Dann würde ich jetzt noch mal theoretisch werden.
00:22:09: Da kommt dann, finde ich, die Bindungstheorie ganz schön zum Tragen.
00:22:13: Ich versuch's mal zu erklären, wenn wir geboren sind werden.
00:22:19: Ab dem Moment quasi versuchen wir abzuchecken, wer gibt uns eigentlich Sicherheit und Halt und wer tröstet uns?
00:22:26: und wer nimmt mir die Angst, wenn ich blöde Gefühle habe, wie Hunger oder mir was wehtut oder ich müde bin.
00:22:35: Und wir können ja quasi nicht anders als dann weiß ich nicht.
00:22:37: schreien oder jammern.
00:22:39: Wenn es gut läuft, kommt dann die Beziehungsperson in der Regel irgendwie Mutter oder Vater und machen dann was mit uns trösten und schauen uns an, reden beruhigend.
00:22:49: Wenn das quasi genügend gut läuft im Aufwachsen, dann reden wir davon, dass man eigentlich eine sichere Bindung hat.
00:22:56: oder einen sicheren Bindungsstil.
00:22:58: Und jetzt gibt es aber natürlich auch die Möglichkeit, dass ich jetzt als Zeugling zum Beispiel rufe und schreihe und es mir ganz schlecht geht und da kommt dabei niemand.
00:23:07: Da gibt es jetzt ja viele Möglichkeiten, warum.
00:23:10: Also zum Beispiel eine Erkrankung von Vater und Mutter, kann somatisch sein, es kann eine seelische Erkrankung sein, es kann auch sein, dass diese... Bezugspersonen auch einfach nicht wollen.
00:23:19: Also es gibt leider auch so Menschen.
00:23:21: Und da weiß man, dass sich dann da ein unsicherer Bindungsstil ergibt.
00:23:26: und der unsichere Bindungsstil, der zeigt sich dann später, also im Aufwachsen halt darin, dass man das zum Beispiel eigentlich gut geht, wenn man alleine ist oder dass man einen sehr geringen Selbstwert hat, dass man zum Beispiel auch emotional sich vielleicht nicht so gut regulieren kann.
00:23:44: Also da gibt es jetzt viele Beispiele, die wir jetzt noch anschauen könnten, wo es deutliche Unterschiede gibt, ob ich sicher gebunden bin, dann bin ich quasi sowas wie auf irgendeiner Art Mutiger, weil ich einfach mehr Vertrauen ins Leben habe, dass es mich trägt und dass Menschen da sind, die es auch gut meinen.
00:24:03: Also vielleicht ist das auch so was, ich hab's wie so eine Brille auf, durch die ich quasi in die Welt blicke.
00:24:09: Und die Brille, die sagt mir so als alles in Ordnung, dann bin ich sicher gebunden.
00:24:13: Wenn ich aber mit dieser anderen Brille ins Leben geh, dann denk ich immer, nee, eigentlich meinen's immer alle mit mir schlecht.
00:24:20: Mich hat niemand beruhigt, ich bin immer in so einer Anspannung und so weiter.
00:24:24: Und deswegen, also je nachdem, es gibt quasi vier Bindungsstile, aber quasi der unsichere, ängstliche Bindungsstil, der würde quasi prädestiniert sein dafür, dass man sich in so emotionale Abhängigkeiten immer wieder hineinbegibt.
00:24:39: Und jetzt aber noch zum Ende meiner Ausführung, da muss ich jetzt niemand schuldig fühlen.
00:24:45: Also das ist, finde ich, total wichtig, dass man jetzt nicht sagt, aha, guck, da hat die haben versagt oder jene haben versagt.
00:24:53: Das ist auch ganz viel einfach Glück und Pech und Biografie.
00:24:58: Also es ist so, dass man ungefähr weiß, der Bevölkerung jetzt zum Beispiel in Deutschland, die werden vermutlich sicher gebunden sein.
00:25:06: Also was zwischen dreißig und... bis fünfzig sind unsicher gebunden.
00:25:11: Und das finde ich das Glückliche dabei ist, diese Bindungsstile sind nicht zementiert, sondern man kann sie verändern.
00:25:18: mit der Zeit, nämlich wieder durch gute Beziehungserfahrungen oder gute Partnerschaften, gute Freundschaften oder eben auch in der Therapie, wo eine korrigierende und gute Beziehungserfahrung gemacht wurde, kann ich quasi auch den Bindungsstil verändern und kann so quasi wieder mehr Vertrauen ins Leben finden.
00:25:36: Und ja, vermutlich, wenn ich die, wie du vorhin gesagt hast, wenn ich die Fähigkeit hab, mich selbst besser zu sichern.
00:25:41: Wenn ich mich mehr selbst mag und so die Idee habe, ich kann schon auch alleine schwimmen.
00:25:47: Zu zweit schwimmen ist schöner.
00:25:48: Manchmal sich festhalten an der anderen Person ist schon auch toll.
00:25:51: Aber eigentlich schaffe ich es auch alleine.
00:25:53: Dann, glaub ich, wird man vielleicht nicht mehr so hart klammern in so einer
00:25:58: Beziehung.
00:25:59: Ich glaub, dass ich mir das immer so ein bisschen vorgestellt hab, dass ich einfach mit sehr viel Emotionen geboren worden
00:26:05: bin.
00:26:05: Ja,
00:26:06: ja.
00:26:07: Und weil ich auch selber nicht wirklich damit klargekommen bin, auch das nicht geschafft habe, das
00:26:11: richtig in Anführungszeichen
00:26:13: rauszubringen und auch viel mich so
00:26:17: selber
00:26:17: ... Mir selber eingerichtet hab, ich muss damit umgehen, weil es sind ja meine Gefühle.
00:26:21: Das heißt, ich soll's nicht zum Problem von anderen machen.
00:26:24: Genau, dass ich halt das dann immer weiter in mich reingefressen hab.
00:26:27: Das heißt, ich hab auch Leuten gar nicht die Möglichkeit gegeben, mir vielleicht zu helfen, selbst wenn sie nicht dafür verantwortlich sind.
00:26:34: Und gleichzeitig aber dann, wenn's dann irgendwie
00:26:36: doch geplatzt ist, also, weil's
00:26:39: mit Emotionen wie mit einem Topf
00:26:40: ist, wenn's kocht
00:26:41: und du machst Deckel drauf, irgendwann
00:26:43: platzt trotzdem.
00:26:44: Es gibt eine ganz tolle Studie.
00:26:46: Ich kann sie jetzt ... gerade nicht H genau benennen, aber die so wunderbar zeigt, dass ... Entschuldigung, ich hab's unterbrochen.
00:26:53: Aber die so zeigt, wenn wir Emotionen versuchen, wegzudrängen, werden sie größer.
00:26:58: Das ist richtig schön messbar.
00:27:00: Genau das, was du beschrieben hast, das darf nicht sein, ich will das nicht.
00:27:04: Und du arbeitest dagegen oder versuchst, das einzuschließen, dass das dann sogar mehr wird.
00:27:10: Wenn dann ein Moment kommt, wo ich sag, es geht nicht mehr.
00:27:13: Platz das aus mir raus, dann hat das ja so eine Intensität, die ja angreifend ist oder auch verletzend für andere.
00:27:20: Selbst wenn das gar nicht meine Absicht ist, in dem Moment ist es so, jetzt Platz raus und jetzt kommt ganz viel raus, weil es gar nichts mit dir zu tun
00:27:26: hat.
00:27:27: Und das dann auch dazu führt, dass ich meine Freunde oder meine Familie dadurch von mir wegstoße,
00:27:32: in dem
00:27:32: Moment, weil ich bin so, ich möchte dich von meinen eigenen Emotionen schützen, aber ich möchte auch nicht, dass du mir hilft, weil es ja meine Verantwortung sind, ja meine Gefühle.
00:27:41: Und ich glaub, dass das auch ganz viel ... dass ich mich nicht von meiner Familie oder meinen Freunden isoliert habe.
00:27:48: Ich komme nicht damit klar, aber ich will es
00:27:50: nicht ... Auch
00:27:51: keinen Zumut,
00:27:51: oder?
00:27:52: Ja, das ist wie so ein
00:27:54: tiefes Loch oder so ein tiefes
00:27:56: Fass, was kein Boden hat.
00:27:57: Und ich nicht weiß, wann man hört es auf.
00:28:00: So
00:28:01: dass es dir auch selbst Angst macht irgendwie.
00:28:03: Also du dich auch selbst nicht verstehst.
00:28:05: Ja, und das ist halt ... Also, da kommt auch, glaub ich, dieser Identitätsaspekt wieder rein.
00:28:12: Ich weiß nicht genau, was das jetzt in mir ist.
00:28:14: Und das ist aber anscheinend ein sehr wichtiger Teil von mir.
00:28:16: Aber ich komm irgendwie gar nicht damit klar.
00:28:19: Und deswegen, ich dann, glaub ich, viel dazu tendiert habe, zu sagen, okay, diese Person gibt mir das Gefühl, ich bin wichtig.
00:28:25: Und in diesem Moment sind diese großen Gefühle, diese Wut ist nicht da.
00:28:29: Das heißt ... Hatte
00:28:30: ich irgendwie beruhigt.
00:28:31: Ja, also das ... Da war irgendwie so ... dieses ... Bedürfnis sag ich mal, wer bin ich?
00:28:36: Sagt mir, wer ich bin, so ein bisschen, wird erfüllt.
00:28:39: Und dann hatte ich diese Wut nicht.
00:28:41: Gleichzeitig dann aber, wenn diese Person diesen Bedürfnis nicht mehr erfüllt hat.
00:28:45: In dem Moment kam das halt.
00:28:46: Dann kam es hoch, weil es dann so mäßig war so, das ist unfair.
00:28:49: Du kannst mir doch nicht dieses Gefühl geben, jetzt nimmst du es mir weg.
00:28:52: Also so.
00:28:53: Und dass ich auch erinnere, dass ich manchmal wirklich ... in solchen Situationen gar nicht wusste, woran es liegt, sondern einfach nur dieses
00:28:59: Gefühl hochgekommen
00:29:00: ist.
00:29:00: Wenn man jetzt so drüber philosophiert, was ist Freundschaft, was ist Beziehung, was macht die im Kern aus, dann würde ich sagen, das ist vermutlich gesunde Beziehungen.
00:29:09: Da würde ich jetzt Freundschaft runter reinpacken.
00:29:12: Die ist ja davon geprägt, dass es Autonomie und halt doch Abhängigkeit gibt, aber eben als so pendelnd oder mal mehr da, mal mehr da.
00:29:22: Aber es gibt quasi.
00:29:23: also die Freiheit gehört quasi zur Freundschaft und Liebe dazu.
00:29:27: Für mich auch immer dieser Punkt, weil ich möchte ja meine Umgebung nicht belasten.
00:29:32: Gleichzeitig
00:29:32: aber ich möchte verstanden werden.
00:29:33: Das heißt, diese Erwartung, ich werde es dir nicht direkt sagen, aber ich möchte, dass du es ... Trotzdem, also nicht nur dass du's.
00:29:40: Verstehst du nur, dass du
00:29:40: es fühlst, wie ich es
00:29:41: fühle?
00:29:41: Ich möchte, dass du siehst,
00:29:43: wie ich gucke
00:29:44: und dann genau weiß, wie ich mich fühle, damit ich es dir nicht sagen muss, weil ich es auch gar nicht selber an Worte fassen kann.
00:29:49: Du
00:29:49: hast jetzt öfter gesagt, du wolltest dich nicht zumuten.
00:29:52: So, irgendwie oder belasten.
00:29:54: Hast du aber ja dann schon gemacht, durch irgendwelche Zeichen und Mimiken und so?
00:30:00: Hast du ja irgendwie schon angedeutet, mir geht's nicht gut.
00:30:03: Aber aussprechen oder so, möchtest du es nicht?
00:30:06: Du möchtest dann eben verstanden werden?
00:30:08: Hast du eine Idee, wie ... was dich da gehindert hat?
00:30:11: Also
00:30:11: ich glaube, dass es für mich einerseits dieses Aussprechen an sich einfach war, weil es im Sinne von so, wenn ich es nicht ausspreche, dann ist es eigentlich nicht da.
00:30:18: Nicht so da.
00:30:19: Also so, dass ich glaube ich auch so ein bisschen mir selber einmal eingeregelt habe, dass ich Sachen überdramatisiere.
00:30:25: Also dass ich sage,
00:30:27: ich
00:30:27: mache es in meinem Kopf, meine Gefühle sind viel schlimmer als es eigentlich
00:30:30: ist.
00:30:30: Weil du so oft... gehört hast als Kind.
00:30:32: Du würdest dramatisieren und übertreiben und immer alles so.
00:30:37: Also
00:30:37: ich glaube, es ist was, was ich von allen Seiten immer irgendwie so, sag ich mal, zurückgemeldet bekomme,
00:30:42: auch von Freunden.
00:30:44: Noch nicht mal ... auf meiner Familienbeziehung
00:30:47: nicht so viel
00:30:48: von meiner Kindheit, dass ich jetzt sagen kann, das ist das, was ich mir gemerkt hab, aber dass ich schon so vor allem von Freundschaften immer so ein bisschen so, ja, raff dich mal, ist nicht so schlimm, bist voll die Drama Queen,
00:30:59: ist nicht so deep, so,
00:31:00: also so, das ist, glaub ich, was mich dann auch daran gehindert hat, weil ich so war, wenn ich's dir jetzt sag, sagst du doch eh,
00:31:05: ja, pff,
00:31:07: ist halt nur Jonna, die macht
00:31:12: halt eh nur Drama so ein bisschen.
00:31:15: Du hast ja ganz am Anfang gesagt, dass du denkst oder du hast für dich so verstanden, du wärst so quasi mit... ganz viel Emotionen irgendwie auf die Welt gekommen.
00:31:24: Du fällst ja vielleicht auch in das Neurodivergente-Reich rein, wo man so sagt, da sind vielleicht zwanzig bis dreißig Prozent der Menschen drin.
00:31:32: Dazu gehört halt gefühlsstärke, Emotionen, die sehr stark sind, vielleicht aber auch dann eben, nämlich auch die Fähigkeit, ganz viel zu spüren und wahrzunehmen und zu erkennen.
00:31:44: Ich höre von vielen Menschen, die in diesem Bereich sind, dass sie natürlich leider sehr häufig erst mal gelernt haben, sie wären damit.
00:31:50: nicht richtig und überfordern damit andere oder belasten damit andere oder so.
00:31:55: dabei ist das einfach eine.
00:31:57: das gehört zum bereich das völlig normalen aber und es erinnert mich daran dass wir glaube ich schon auch aus einer kultur kommen jetzt super für allgemein und aber ich mache weiter so wo starke emotion ja eigentlich immer unterdrückt werden.
00:32:12: also so dieses der klassiker ist doch das felten kind hin und weint und fünf leute drum herum schreien.
00:32:18: es tut nicht weh.
00:32:19: Und ich würde mich dann immer fragen, woher wissen die denn das?
00:32:23: Und ich glaube, das ist diese fünf, die da geschrien haben, das waren jetzt irgendwie fünf Erwachsene, die kommen glaube ich eben nicht mit dieser, vermutlich mit dieser Ohnmacht klar, dass sie jetzt gerade eigentlich nichts tun können.
00:32:35: Also da äußert jemand ein starkes Gefühl und das fordert mich und ich kann aber eigentlich gar nichts tun.
00:32:40: Also in der Regel werden starke Gefühle in jedem Kontext werden eigentlich unterdrückt.
00:32:47: Also geh aufs Zimmer.
00:32:48: Wenn du jetzt schreist von Weins in der Schule, also früher, heute ist, glaub ich, tatsächlich echt vieles besser, dann geh vor die Tür oder so, kannst du nicht mit mir ... Also, ich mein, es wird immer so so ein bisschen bestraft.
00:33:00: Und man möge bitte sich im Griff haben.
00:33:04: Und dann gibt's natürlich da jetzt auch noch Unterschiede zwischen ... Also, es ist Patriarchat, haut da auch drauf.
00:33:10: Also, Männer dürfen dann wütend sein.
00:33:12: Dann sind sie willensstark und durchsetzungsfähig.
00:33:15: Und die Frau ist dann dramatisch.
00:33:18: Drama Queen und
00:33:18: so.
00:33:20: Und ich denke auch, dass du dir dann Mechanismen gesucht hast, die dir halt gegeben haben, die dich dann bestätigt haben, die dann selbstwert aufgebaut haben.
00:33:28: Und das war eben in diesen Beziehungen, in diesen Freundschaftsbeziehungen, die dann sowas von Abhängigkeit hatten.
00:33:33: Wo man auch gibt es auch schöne Studien, dass man sieht, dass tatsächlich das auch was mit, zum Beispiel, Dopaminausschütteln zu tun haben.
00:33:40: Also wie du vorhin sagst, dass in dem Moment, wo ich mit der Person zusammen bin, geht es mir gut.
00:33:45: Alles ist fein und schön.
00:33:47: In dem Moment, wo die Person weg ist, krach ich zusammen.
00:33:50: Jetzt würde ich aber auch noch mal fragen, du hast dich damit beschäftigt.
00:33:54: Du hast ja wahnsinnig nachgedacht, über dich und über diese Art Freundschaften zu führen und zu leben.
00:34:02: Was hat dir da geholfen, das zu sehen, dass es dir selbst auch nicht gut tut?
00:34:08: Was machst du heute in Freundschaften?
00:34:11: Oder wann wirst du aufmerksam, dass du da vielleicht wieder in der Abhängigkeit reinkleidest?
00:34:20: dass ich überhaupt an den Punkt
00:34:21: gekommen bin,
00:34:22: hat wirklich sehr lange gedauert.
00:34:25: Und dass ich auch oft mir so dem, sag ich mal, unterbewusst ein bisschen klar war, eigentlich geht das nicht.
00:34:31: Eigentlich hat's ja, dass ich mache so.
00:34:33: Zum Beispiel, was für mich so ein
00:34:35: Breaking-Point,
00:34:36: keine Ahnung, sagen kann, ist, dass ich das
00:34:38: so,
00:34:38: sag ich mal, erst sehr spät gemerkt hab, dass ich war, eigentlich mag ich diese Person auch nicht.
00:34:44: Also so wirklich, dass ich war, dass ich mit einer Person ... befreundet, bekannt, wie man es sagen will, die eigentlich allen widersprochen hat, wofür ich stehe, was mir wichtig ist.
00:34:55: Und ich, das sage ich mal durch Glück, habe ich dann aus einem anderen Grund
00:34:59: diese
00:35:00: Freundschaft beendet.
00:35:01: Aber niemand hat mich sozusagen hätte mich gerettet.
00:35:03: und im Moment war mir klar, okay, wenn dir die Bindung zu der Person so wichtig ist, dass du alles andere vergisst, dann
00:35:09: ... Brauchst du Hilfe so ein bisschen?
00:35:11: Ja, ja.
00:35:12: Und
00:35:12: würdest du sagen, das korreliert mit, zum Beispiel, mit einer Dauer an Psychotherapie, wo du dir selbstbewusster wurdest und wo du selbstwert aufbauen konntest und vielleicht auch dich mehr, ja, sagst du mal, so mehr lieben konntest, also mehr akzeptieren, mehr annehmen konntest.
00:35:31: Gab's da, würdest du sagen, gibt's da Zusammenhänge?
00:35:33: Also, desto mehr du quasi dich selbst magst und dich für richtig.
00:35:38: ach ... dass du weniger brauchst, brauchst du das nur von außen.
00:35:43: Wir brauchen es natürlich immer auch von außen, aber ...
00:35:46: Ich glaub, das war für mich so wie so ein Knackpunkt, dass ich so war, okay, meine Freunde lieben mich
00:35:52: nicht genug im
00:35:53: Sinne, dass sie mich beschützen in dem Sinne.
00:35:58: Und das heißt,
00:36:00: wenn es niemand anderes tut, dann musst du's selber machen.
00:36:02: Also so,
00:36:03: dass ich auch so war so ... Okay, ich muss das für mich jetzt selber erarbeiten.
00:36:07: Dass ich dann auch, glaub ich, ab dem Punkt zu vielen Leuten immer, wenn ich gemerkt hab, du kommst mir zu nah direkt, so war so, nee, ich mach nichts mehr mit dir.
00:36:14: Dass ich wirklich auch sagen, es muss erst schlimmer werden, bevor es irgendwie besser werden kann.
00:36:17: Dass ich mich auch selber so zurückgezogen hab.
00:36:20: Und so war so, jetzt musst du dich auch immer mit dir selber beschäftigen.
00:36:23: So Pech gehabt.
00:36:25: Mach's mal.
00:36:26: Und
00:36:26: das ist, glaub ich, auch für mich, in der Zeit war ich dann auch schon Therapie.
00:36:29: Ich hab selber über die Person in Therapie nie gesprochen, aber ich hab immer Themen gehabt.
00:36:34: die damit zusammenhängen.
00:36:35: Also so ein
00:36:35: bisschen so dieses Hängt
00:36:36: ja irgendwie alles
00:36:38: zusammen.
00:36:38: Also es ist ja die emotionale Abhängigkeit war ja eigentlich wie so ein Coping-Mechanismus, den ich genutzt habe, um mit dem zu klarzukommen, was eigentlich mein Problem ist.
00:36:48: Und dass ich auch davor auch gemerkt habe, also je länger man irgendwie dann zurückguckt, merkt man so, ah, wahrscheinlich war ich von dieser Person emotional abhängig.
00:36:56: Ich glaube auch, das trifft ja voll auch in diese, wie du auch sagst, schwierige, vielleicht schwierige Jugendphase rein, weil ich finde, die zeichnet sich ja aus, dass unser Inneres so ganz fragil wird oft.
00:37:10: Also, wir wissen nicht mehr, wer sind wir eigentlich, wer wollen wir sein, in welche Richtung geht es denn für mich?
00:37:16: Also, wir kommen vielleicht aus einer relativ stabilen Kindheitsphase, wenn es gut lief, und dann werden wir plötzlich so wackelig.
00:37:23: und so unklar und wissen nicht mehr.
00:37:26: Und ich finde, da ist das natürlich total auch prädestiniert dafür, dass ich mich jetzt an anderen festhalte.
00:37:32: Also so, dass man sich gerade auch von Eltern löst und dann quasi in Freundschaften quasi das wieder versucht zu finden oder zu suchen, zu bekommen, was mir eben halt gibt.
00:37:43: Und dann, glaub ich, ist das nicht komisch und unlogisch, dass das dann passiert irgendwie, ne?
00:37:50: Ja, ich glaub, was für mich auch ein ganz wichtiger Schritt war, war, dass ich für mich selber auch realisiert hab, das hat wirklich gar nichts mit romantischen Gefühlen zu tun.
00:37:59: Also, ich glaub, das war für mich sehr wichtig.
00:38:01: Das ist halt so für mich so war, dass mir von allen Seiten, wenn ich versucht hab, darüber zu reden, ja, nee, du magst den einfach nur und so, dass ich aber sozusagen ich die Person abgelehnt habe.
00:38:11: Also, dass die Person, wie ich sage, mir diese Tür aufgemacht hat, zu einer romantischen Beziehung, ich hab nein gesagt, in dem Moment, was für mich auch diese Bestätigung, okay, ist mir egal, was die anderen mir jetzt sagen, das hat nichts damit zu tun.
00:38:23: Und dass ich halt für mich auch so, sag ich mal, realisieren müsste, okay, das Problem an der emotionalen Abhängigkeit für mich, das liegt bei dir.
00:38:30: Also, ein bisschen, es hat nichts, also, es hat
00:38:32: was mit der Person
00:38:33: zu tun, aber es hat nichts mit der Person an sich zu tun.
00:38:36: Also, so ist es nicht so, dass die Person unglaublich toll ist oder so super ist und ... und die alles geben kann, sondern es hat was mit dir zu tun.
00:38:44: Du bist
00:38:44: das Problem, aber du hast das Problem.
00:38:46: Das ist ein Baumstamm im Wasser, an dem du dich festhältst.
00:38:50: Aber du kannst auch einen anderen Baumstamm nehmen.
00:38:53: Aus einer blöden Realisation heraus kümmert sich niemand genug, um mich zu sagen, okay, dann mach du das jetzt mal.
00:39:00: Ich glaube auch, dass es ja eigentlich, was du da jetzt beschreibst, ist so ein Idealweg des Großwerdens, oder?
00:39:07: Also dieser Ausdism, also immer wieder, wo es sich dazu sagen, wenn es gut läuft oder gut genug läuft, aus was Behütetem so irgendwie rauskommen.
00:39:17: Und entweder habe ich dann so das Glück, dass ich mir das so auch selbst geben kann und mich selbst wärmer und mich selbst mir selbst ein Nest bau und mir selbst irgendwie Schutz gebe und schön ist, wenn ich noch Menschen finde, die es mir auch noch geben.
00:39:32: Oder ich sitze dann eben so nestlos so rum und friere und versuche, dann ganz viel von außen das alles zu bekommen.
00:39:39: Und ich glaube, das ist so dieses Großwerden, darüber sich klar zu werden.
00:39:44: Ich kann das nicht nur von außen bekommen.
00:39:47: Es ist nicht gesund, das nur von außen zu bekommen.
00:39:50: Ich muss auch gucken, wie ich selbst es mir warm machen kann.
00:39:52: Ich glaub, was für mich auch sehr entscheidend war, dass ich erst mal überhaupt mir wahrgenommen habe,
00:39:59: dass das nicht gesund ist.
00:40:00: Also, das ist wirklich ein Problem, weil es halt immer dieses ... Emotional ist ja immer so Waage.
00:40:05: So kann man ja nicht einfach
00:40:06: so einen Stempel draufpacken, wie, keine
00:40:08: Ahnung.
00:40:10: Ja, zum Beispiel.
00:40:11: Also, das ist auch für mich so dieses, dass ich mich erst mal selber ernst nehmen muss.
00:40:15: Das ist ein Problem.
00:40:16: Vor
00:40:16: allem, weil es mir halt von meinem Umfeld auch so grundsätzlich emotionale Abhängigkeit wird ja so mit
00:40:21: meiner
00:40:21: Auffassung immer so ein bisschen belächelt.
00:40:23: Ja, aber du brauchst die Person ja nicht zum Atmen.
00:40:26: Deswegen
00:40:27: zählt es ja eigentlich nicht.
00:40:28: Dann bist du halt traurig, aber es ist halt nicht so schlimm.
00:40:31: Es fühlt sich an.
00:40:34: Also für mich würde ich wirklich sterben, wenn diese Person nicht da ist.
00:40:39: Und
00:40:39: es ist
00:40:40: komplett irrational.
00:40:41: Weil ich mir denke, im Verlauf hatte ich eine emotionale Abhängigkeit zu mehreren Personen.
00:40:45: Ich bin
00:40:45: ja nicht gestorben, als ich zu Nächsten gegangen bin.
00:40:49: Man hat dir wieder Emotionen abgesprochen.
00:40:51: Also die, also wieder traumatisiert.
00:40:55: für mich dann ganz hilfreich war, dass ich in dem Zeitraum, wo ich, sag ich mal, mich selber so ein bisschen stabilisiert habe, aber auch viel Abstand von meinen damaligen Freunden genommen hatte.
00:41:05: Also, noch nicht im Sinne von so, ihr seid blöd, ich bin nichts mehr mit euch zu finden, sondern im Sinne von so, okay, ich mach jetzt mein Zeug, ich mach meine Hobbys, ich hab in dem Zeitraum auch beschlossen, die Schule zu verlassen und einen FSJ zu machen.
00:41:15: Also, dass ich ganz viel sage, okay, das fühlt sich jetzt für mich richtig an, und ich mach das, was alle anderen sagen, mach
00:41:21: das
00:41:21: nicht.
00:41:22: Also, so ein bisschen auch vielleicht eine Trotzreaktion, aber in dem Moment ... total das Richtige für mich gewesen und dass ich dadurch aber auch aus dem ganzen Schulleben rausgefallen bin, wo ich dann natürlich ganz viele Leute, die ich in der Schule hatte oder so, ja, den Abstand genommen hab und noch nicht mal aktiv ich nehme jetzt von dir Abstand, sondern von dem gesamten damaligen Leben, sag ich mal, so ein bisschen mich rausgezogen hab gesagt und ich mach jetzt was anderes.
00:41:44: Und dass ich in dem Zeitraum, wo ich, sag ich mal, mich so ein bisschen selber aufgebaut hab und gesagt
00:41:49: hab, ich isoliere
00:41:50: mich vielleicht gerade von anderen Personen, aber ich ... will mich nicht mehr von mir selber gesucht werden.
00:41:55: Also ich will nicht mehr von mir selber eine Abstand
00:41:56: nehmen.
00:41:56: Was kommt stark zu dir wiedergesucht?
00:41:58: Genau,
00:41:59: dass ich in dem Zeitraum dann auch meinen Freund kennengelernt habe, beziehungsweise dass wir in dem Zeitraum zusammengekommen sind und das für mich so ein bisschen wie so.
00:42:06: das ist jetzt die Möglichkeit eine stabile Beziehung aufzubauen.
00:42:09: Ohne diese Abhängigkeit.
00:42:11: Für mich war der große Schritt, ich von Anfang an ein bisschen klag gemacht hab so, hey,
00:42:15: ich bin emotional.
00:42:17: Und ich hab ein Problem damit, abhängig von Leuten zu sein.
00:42:19: Also, dass ich Sachen, die ich davon noch nie wirklich komplett ausformuliert habe, weil ich auch immer ein bisschen dieses
00:42:24: Feedback von,
00:42:25: ja,
00:42:26: lassen
00:42:26: wir so ein bisschen das wegwinken.
00:42:29: Ich mach das jetzt von Anfang
00:42:31: an richtig.
00:42:33: Und dass das für mich ganz viel gebracht hat, dass ich mir selber wie so ein Vorbild vorleben kann.
00:42:39: Also mit einer Person, die mich auch total unterstützt und auch total verständlich ist.
00:42:44: Ich meine, das ist natürlich ein
00:42:45: Riesenglück, dass dann
00:42:46: so meine Chance sei.
00:42:47: dass ich diese gut nutzen konnte und
00:42:50: eine passende Person dazu gefunden habe.
00:42:52: Es hätte auch ein kompletter Fehlgriff
00:42:53: sein können.
00:42:54: Dass ich mich aber auch abgesehen davon, dass ich von meinem Freund diese Unterstützung bekommen habe.
00:42:58: Dass ich mich selber getraut habe.
00:43:00: Du legst das jetzt offen.
00:43:02: Also so ein Sinne von so Scheiß drauf, was der jetzt sagt.
00:43:05: Es geht darum, dass du sagst, nicht, dass es gehört wird so ein bisschen.
00:43:07: Und das ist für mich auch dann ... In den letzten Monaten hatte ich ziemlich viel Stress mit meinen Freunden.
00:43:13: Ich
00:43:14: hab auch viele Freundschaften beendet, haben sich ausgelebt, sind nicht mehr da.
00:43:19: Aber trotzdem sag ich, ich hab mir meinen Fundament woanders gebaut.
00:43:22: Ich hab mir das ... Also, dass ich so
00:43:24: klar ist,
00:43:25: Scheiße,
00:43:26: so
00:43:26: will ich's nicht sagen.
00:43:27: Aber dass ich auch diese Verlust angst, die für mich immer noch eine Riesenrolle ist, die mich stark immer noch belastet, aber so, dass ich so war, ich nehm das in Kauf.
00:43:37: dass ich Leute
00:43:38: verliere, weil ich genau weiß, dass es Sachen gibt, die ich momentan nicht verlieren kann.
00:43:42: Und ich glaub, dass das, sag ich mal, ein bisschen glücklich klingt.
00:43:45: Also das, was ich mir vorgestellt hab, was passiert, wenn ich sage, wenn ich meine Gefühle laut ausspreche, ist ja meine Angst, dass Leute mich
00:43:52: verlassen.
00:43:54: Und
00:43:54: genau das ist auch passiert.
00:43:56: Du merkst, es fühlt sich aber gar nicht in dem Sinne existenziell schlimm
00:44:01: an.
00:44:01: Genau, also dass ich so für mich gemerkt hab, ich nehme es in Kauf, das, wofür ich Angst hatte, dann passiert das halt.
00:44:07: Dann find ich halt neue Freunde.
00:44:09: Dass ich aber glaube, dass ich nicht durchgestanden hätte, hätte ich mir nicht davor, mich selber so ein bisschen als meinen Pfeiler im Wasser gemacht hätte.
00:44:18: Hätte ich mir nicht gesagt, ich hab da noch den Pfeiler und das ist meine Familie und ich hab da einen Pfeiler, das ist mein Freund.
00:44:23: Ich glaub,
00:44:23: das hätte nicht funktioniert, hätte ich nicht diese Vorarbeit mit mir selber gemacht.
00:44:26: Ich glaub, dass für mich dieser Schritt so mäßig, wenn du dich selber nicht als Pfeiler sag ich mal hast,
00:44:33: dann
00:44:33: kannst du auch nirgendwo ... Du musst ja irgendwo drauf stehen, wenn du was Neues baust.
00:44:36: Ja.
00:44:37: Ein
00:44:37: schönes Bild.
00:44:38: Also so ein Sinn von so, wenn ich immer nur
00:44:41: auf einem Pfeiler stehe
00:44:42: und dann aber irgendwie
00:44:42: gefühlt
00:44:43: die ganze Zeit selber an diesem Pfeiler klopfe, weil ich auf mir selber im Weg stehe,
00:44:46: dann komm ich nirgendwo hin.
00:44:48: Was würdest du denn jetzt Menschen empfehlen, die vielleicht sich jetzt so wahrnehmen, oh, ich bin in einer ganz ähnlichen Situation?
00:44:56: Also wie ging das, oder wie geht das, was würdest du dir empfehlen, was dir geholfen hat, anzufangen, dir ein Fundament zu bauen?
00:45:05: Was für mich ... dass A und O, sag ich mal, war, was ich
00:45:09: glaube, ist jetzt so ein sehr
00:45:11: allgemeiner Tipp, den man oft hat, aber so dieses so, dass man es erst mal ernst nimmt.
00:45:15: Also so,
00:45:16: dass man sich... Ich hab ein Thema, wirklich so.
00:45:17: Genau,
00:45:18: also
00:45:18: das ist... dass man sich eingesteht, hey, da ist ein Problem.
00:45:21: Also so, ich mein, das ist ja was Fundamentales, was oft immer ein Problem ist, dass man sagt, nein, es ist nicht so
00:45:27: schlimm.
00:45:27: Und
00:45:28: anderen geht schlechter.
00:45:29: Aber in dem Moment, dass es nur emotional ist, heißt es nicht, dass es weniger schlimm ist.
00:45:35: Wenn
00:45:35: es
00:45:36: für dich echt anfühlt, dann ist es echt.
00:45:38: Und also so, Punkt.
00:45:40: Also so, da gibt's nichts weiter
00:45:41: zu sagen.
00:45:42: Und dass ich, glaub ich, den ersten Schritt so, sich selber ernst nehmen und das Problem ernst nehmen.
00:45:47: Also was zum Beispiel ... auch mir viel geholfen hat, dass ich zum Beispiel Tagebuch füge.
00:45:52: Es geht nicht darum, dass jemand das liest.
00:45:54: Im besten Fall liest
00:45:54: niemand dein Tagebuch.
00:45:56: Aber du kannst es schreiben.
00:45:57: Und was du schreibst, ist erst mal raus, so
00:46:00: ein bisschen.
00:46:01: Und dazu muss man ja jetzt auch nicht große, literarische Genie sein.
00:46:06: Aber so, dass man das auch einfach klar macht.
00:46:09: Dass man auch diese Grenze dann setzt.
00:46:11: Nee, das find ich nicht okay.
00:46:12: Und ich glaub, das ist für mich das, was mir ganz lange viel Angst gemacht hat, dass ich, wenn ich zum Beispiel Grenzensätze, vor allem in Bezug auf meine Freunde, dass ich dadurch halt riskiere, okay, dann fall ich aus dem raus, was ich davor für sie war.
00:46:27: Also,
00:46:27: weil
00:46:27: ich ja eine Rolle eingenommen hab in jeder meiner Freundschaften.
00:46:31: Und es auch nur eine sehr ähnliche Rolle war.
00:46:33: Und dass sobald ich dann aber so Grenzensätze und dabei auch bleibe, selbst wenn's den anderen nicht passt, dann riskier ich halt realistischerweise auch, dass Leute dann sagen, nee, da hab ich keinen Bock drauf.
00:46:42: Das ist
00:46:43: nicht mehr wertvoll für mich.
00:46:45: Also, glaub ich, dass man auch in Kauf ... dass man Sachen verlieren kann, um aber dann langfristig oder auf längere Sicht hin.
00:46:52: davon zu profitieren, also
00:46:54: so.
00:46:54: Also ich
00:46:55: denke, ich würde denken, dazu gehört dann so ein Prozess von so einer Selbstwertstärkung für sich selbst.
00:47:02: Dass sich mehr anzunehmen, sich zu mögen, wer zu schätzen, wie du auch sagst, das anzuerkennen und zu glauben, dass ich nicht falsch bin, dass meine Emotionen in Ordnung sind.
00:47:13: Also auch ein bisschen was gegen diese inneren Sätze.
00:47:15: Du bist so eine Drama Queen oder so, da auch was dagegen zu setzen.
00:47:19: Ich glaube dann über diese Stabilität dann, auch den Mut zu haben, ins Risiko zu gehen.
00:47:24: Okay, jetzt guck ich mal, ich mach mal, was ich will und was mir gut tut.
00:47:28: Ich glaub so allgemein,
00:47:30: dass man halt sein Selbstwert einfach aufbaut und aber halt auch bereit ist, das, was dem Selbstwert runterbringt, auch auszuschließen.
00:47:38: Also, dass man auch Sachen aufgibt.
00:47:40: Also so
00:47:41: gleichzeitig, dass man sich ... Traut, Sachen zu machen, von denen man sagt, ich weiß gar nicht, wie das geht, ich hab das noch nie gemacht.
00:47:48: Also in dem Fall, mich selber kümmern.
00:47:51: Und gleichzeitig aber auch so, ich kann loslassen von dem, was mir sonst Sicherheit gibt, sei es Personen, sei es bestimmte Verhaltensweisen, dass man sagt, ich muss loslassen werden.
00:48:00: Also so,
00:48:01: dass das ja sich, sag ich mal, ergänzt.
00:48:04: Und ich glaub, das ist halt zum Beispiel, wenn man es jetzt im Bezug auf Freundes kann auch ... Beziehung an sich, dass man sagt, okay, ich behalte auch nur die Leute dabei mir, die mich mir helfen, meinen Selbstwerk zu stärken.
00:48:16: Also, dass ich auch so lange gemerkt hab, ich mag zwar was mit den Leuten zu machen, aber wenn ich mal darauf gucke, wie ich mich fühle, wenn ich über das rede, was mir wichtig ist, fühle ich mich nicht gesehen.
00:48:27: Also,
00:48:28: heißt ja nicht, dass es deswegen schlechte Freunde sind, sondern es vielleicht auch einfach nicht passt.
00:48:32: die Bereitschaft zu sagen, ich muss in meinem eigenen Leben an erster Stelle stehen.
00:48:38: Das, was ganz vielen Leuten schwerfällt, sich so wahrzuhaben, weil es im ersten Moment egoistisch klingt.
00:48:43: Aber genau das ist, was man am Anfang sehr stark braucht.
00:48:47: Dass man sich selber an die erste Stelle stellt.
00:48:50: Das ist halt der Gegenpart zu dem, ich habe für X oder Y alles gemacht, damit die Person mich an erster Stelle stellt.
00:48:58: Aber dabei hab ich mich verbiegen müssen.
00:49:01: leugnen, Dinge tun, die ich eigentlich nicht wollte, damit die andere Person mich immer an erster Stelle stellt.
00:49:07: Aber warum mache ich es nicht?
00:49:10: Da gibt es diesen komischen Satz, wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht oder
00:49:14: so.
00:49:18: Danke, dass sie wieder eingeschaltet
00:49:19: hat, dass sie zugehört hat.
00:49:21: Und wir hoffen, dass ihr ein bisschen besser den Einblick in emotionale Abhängigkeit bekommen konntet.
00:49:26: Und seid ein bisschen netter zu euch selber.
00:49:29: Genau, wenn euch das Thema irgendwie betrifft oder ihr das Gefühl habt, das betrifft euch oder es bereitet euch Sorgen, dann redet mit jemandem, sei es Lehrer, eure Eltern, auch Freunde.
00:49:38: Genau.
00:49:39: Oder Beratungsstellen.
00:49:40: Wendet euch an jemanden, nehmt euch selber ernst.
00:49:43: Und genau in Anlaufstellen findet ihr auch wie immer in den Show-Notes.
00:49:47: Wenn ihr eure Gedanken teilen wollt zu der Folge oder euch ins Feedback geben wollt, macht das gerne.
00:49:52: Da vorne
00:49:52: war uns drüber.
00:49:53: Genau.
00:49:53: Dann herzlichen Dank für das Teil in deiner Gedanken.
00:49:57: Bis zum nächsten Mal.
00:49:58: Bis zum nächsten Mal.
00:49:59: Tschüss.
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